230 Spätſommer in der Schweiz.
Feſtungswälle wenigſtens auf drei Seiten geſchleift ſind, hat ſich um das alte Genf eine mindeſtens viermal ſo große neue Stadt, theils ſchon fertig gebaut, theils angefangen, mit Paläſten, Gärten, Plätzen, ſo groß und ſchön, wie nur irgendwo, und da gibt's auch ganz ſchöne Entfernungen und Fiaker und Omnibus finden auch das Ihre zu thun.
Was ſoll ich ſchon jetzt hier weiter noch von Genf ſagen? Ich bin ja vorderhand erſt auf Recognition da; kommen wir auf länger dahin zurück, dann findet ſich ſchon noch ein oder das andere Wort. Seine Geſchichte wollen wir hier gar nicht erwähnen, ſie iſt bekannt. Von Genf ſind mehr als einmal Bewegungen und Anſtöße ausgegangen, die nicht nur in der Schweiz, ſondern in ganz Europa nachzitterten. Nan darf nur zwei Genfer Namen nennen: Calvin und Rouſſeau, und man wird er⸗ kennen, zu welchen, freilich ganz verſchiedenartigen, Geiſterbewegungen zuerſt in jener Stadt aufgerufen worden iſt. Mit Calvin's Namen ver⸗ bindet ſich die Erinnerung an Genfs größte Zeit, da war es die Stadt, auf der gewiſſermaßen die Augen Europa's ruhten, der Hort evangeliſcher Freiheit, die Blüthenſtätte evangeliſchen Lebens. Die Flammen von Servets Scheiterhaufen werfen den einzigen grellen Schein auf das Lichtbild, das Genf damals dargeſtellt. Seine große Zeit iſt längſt vorüber; Calvin und James Fazy ſind ſogar Namen von ſchreiendſter Diſſonanz; aber der Schweiz iſt es ein theures, unentbehrliches Glied geworden, das bald ein theurer Kampfpreis werden kann.
Es war ein Sonntag Mittag, alſo Leute genug am Strande und auf dem Deck der„Hirondelle“, als ſolche, ein ſchmucker Dampfer, dem aber bald darauf ein arger Sturm, der armen Schwalbe tückiſch mit⸗ ſpielend, den Garaus machte, dampfte und rauchte, um ſich zu ihrer nach⸗ mittägigen Rundfahrt um den See fertig zu machen. Die Gefährten mußte ich hier verlaſſen; unſer Zuſammenſein war ein ſchönes, aber ſehr kurzes geweſen; ſie gingen auf geradem Wege über Neufchatel in die Heimat zurück, ich zog wieder allein noch einmal über den See, tiefer in die Berge hinein. Und wahrlich, man kann nicht oft genug über dieſe zauberiſche Fläche hinfahren, an dieſen herrlichen Geländen vorübergleiten, ſich nicht ſatt ſehen an all dieſer Pracht. So blieb ich denn auch die vier Stunden der ganzen Fahrt immer auf dem Deck, trotzdem, daß es manchmal ſtäubte und regnete, auch mitunter gar nicht zu dünne Wolken⸗ ſchleier über die Landſchaft zogen; aber ſie riſſen doch immer wieder ent⸗
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in di Vorſt Gärt von komn Rone däng Fenſe fahre endlie
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dicht wärt über


