Jahrgang 
3 (1863)
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134 Die Roſe von Erin.

über den Herrn. Ich ſetzte das Gewehr an.„Was wandelt Euch an?“ ſagte ſie.„Ihr werdet doch der armen Eily nichts thun wollen, die alle Abende für Euch betet?“ Und dabei ſah ſie mich an wie ein Engel. Der Erzfeind ſelbſt hätte ihr nichts zu Leide thun können. Ich warf das Gewehr wieder auf den Boden, ruderte nach der Inſel zurück und erklärte dem Herrn, daß ich es nicht thun könne und nicht thun wolle.— Auf dies fluchte er über mich hinein, nannte mich einen feigen Tropf und drohte mir; auch ſagte er, daß er es ſelbſt thun würde, wenn er wie ich nach Amerika gehen könnte, bot mir noch mehr Geld an, ſchwur mir zu, daß er mich beſchützen wolle und dergleichen. Endlich ſprang ich wieder in das Boot, ruderte eine kleine Strecke ins Waſſer hinaus, er⸗ hob dann plötzlich das Gewehr, drückte die Augen zu und verſetzte ihr mit dem Kolben auf den Kopf einen Schlag, der ſie betäubte, doch ſtieß ſie dabei ein Schmerzensgeſchrei aus, das den Herrn, welcher vom Ufer aus zuſah, bewog, ſeine Flöte anzuſetzen und zu ſpielen, damit man ihr Schreien nicht höre. Ich ſchlug noch zwei oder dreimal, bis ich glaubte, daß ſie todt ſei, dann hob ich ſie auf und warf ſie ins Waſſer.

„Als ich dem Ufer zurudern wollte, kam ſie wieder an die Oberfläche und klammerte ſich mit den Händen an den Rand des Bootes an; doch ich war jetzt mehr ein Tiger als ein Menſch und zerſchlug ihr die Hände mit dem Ruder. Sie ließ los und ſank langſam unter. Aber im Sterben ſandte ſie mir noch einen Blick zu— o, und welch einen Blick! — Er verfolgt mich in der Stille der Nacht und umſpukte mich im Lärm des Vergnügens. Selbſt wenn ich die Erinnerung daran zu ver⸗ trinken ſuche, ſteht immer noch der letzte Blick der armen Eily vor mir. Bald nachher ſchickte mich der Herr über's Waſſer, aber ich konnte dieſen Augen nicht entfliehen und ſehe ſie ſelbſt jetzt noch vor mir.— Sie ſcheinen mir zuzulächeln, weil ich die Wahrheit, die volle Wahrheit be⸗ kannt habe.“

Von dieſer Angabe wich er bei den wiederholten ſpäteren Verhören in keinem Titelchen ab. Auf dem Weg zu dem Galgen erklärte er gegen den Polizeibeamten, der hinter ihm herging, ſeit ſeiner Beichte ſei ihm Eily nicht mehr erſchienen, und er baue darauf ſeine Hoffnung, daß ihm ſeine ſchwere Sünde vergeben ſei.— Noch auf dem Schaffot be⸗ kannte er ſeine Schuld und bekräftigte alle ſeine früheren Angaben. Un⸗

wittell Ihr ſo, wi ſtiftet Erbar

baume J

erklärt da ſie trauri geſam ruhen