Jahrgang 
3 (1863)
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130 Die Roſe von Erin.

lichen Inſtruktionen und ertheilte den Dragonern die Weiſung, das Haus zu umzingeln. Dann klopfte er laut an die Thüre, ſie wurde geöffnet, und die beiden Friedensbeamten ſtürzten unverweilt auf das Speiſezimmer los. Hier waren zehn oder zwölf Herrn beiſammen, und links neben dem Wirth ſaß Mr. S—. Sie erhoben ſich alsbald und waren im Begriff, ſich gegen die Eindringlinge zur Wehr zu ſetzen, während S— ſich zur Flucht anſchickte. Der Major aber zog eine doppelläufige Piſtole und zielte damit nach dem Kopf des Verdächtigen. Fitzgerald folgte ſeinem Beiſpiel.„Weßhalb wollen Sie Gewalt brauchen, meine Herren?“ ſagte Vokes.„Ihr Widerſtand nützt Sie nichts. Ich verhafte Mr. S—, der des Mordes angeklagt iſt, und wer ſich ſeiner Feſtnehmung widerſetzt, thut es auf ſeine eigene Gefahr. Schauen Sie immerhin nach Thüre und Fenſter, in dem Flur draußen wimmelt es von Polizeidienern, und das Haus iſt von Dragonern umſtellt. Mr. S—, Sie ſind mein Arre⸗ ſtant, ich werde Sie nach Limerick mitnehmen.“—„Iſt es auch das Be⸗ nehmen eines Gentleman, einem andern in ſein Haus einzufallen und ihm ſeinen Gaſt fortzuſchleppen?“—„Sobald dieſes Haus zum Zufluchtsort von Mördern wird, müſſen alle Höflichkeitsrückſichten ſchwinden. Doch was bedarf es der Worte? Hätte er in der Schlafkammer des Papſtes oder in dem Tabernakel von Weſtminſter geſteckt, ſo würde ich ihn her⸗ vorgeholt haben. Kommen Sie, Sir. Sergeant Reedy, legen Sie dem Gefangenen Handſchellen an. Bei ſolchen Verbrechen hört der Reſpekt vor der Perſönlichkeit auf. Kapitän, haben Sie die Güte, Ihren Trupp wieder aufſitzen zu laſſen; wir müſſen machen, daß wir nach Limerick zu⸗ rückkommen. Ertheilen Sie Ihren Leuten Befehl, ihre Piſtolen zu laden und die Polizeimannſchaft in ihre Mitte zu nehmen. Sie ſehen, meine Herren,“ fügte er gegen Mr. M—'s murrende Gäſte bei,„daß keine Aus⸗ ſicht auf Rettung vorhanden iſt. Ich bitte, geſtatten Sie die Vollſtreckung des Geſetzes, ohne uns zum Blutvergießen zu zwingen.“— Inzwiſchen war alles bereit, und einige Stunden ſpäter ſaß S— im alten Ge⸗ fängnißbau. Viele von ſeinen Freunden waren ihm aus der Entfer⸗ nung gefolgt; aber die bewaffnete Macht, mit der ſich der vorſichtige Vokes umgeben hatte, reichte aus, um von jedem Angriffsverſuch abzu⸗ mahnen.

Einige Tage nachher wurde S— vor Gericht geſtellt. Die Anzeigen gegen ihn häuften ſich in ſo überwältigender Weiſe, daß man nicht daran

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