Von C. Groß. 127
brechen betheiligt ſind, und keine Ahnung hatten von den unglücklichen Umſtänden, welche zu der Opferung eines guten und unſchuldigen Mäd⸗ 8 chens führten, folglich es ſchmerzlich empfinden müßten, wenn ſie auf's neue mit dieſer ſchrecklichen Geſchichte in Verbindung gebracht würden.—
Wir bezeichnen daher im Allgemeinen die handelnden Perſönlichkeiten nur mit Buchſtaben und bemerken zugleich, daß unſer Gewährsmann die Er⸗
greifung des einen Verbrechers ſchon ſechs Wochen nach der Entdeckung 4 der Unthat unter die preiswürdigſten Handlungen des ſogenannten Majors 48 4 Vokes, eines Gutsbeſitzers und Friedensrichters zählt, der vor dreißig oder vierzig Jahren in den unruhigen Zuſtänden des ſüdlichen Irlands durch ſeinen Verſtand und ſeine keine Furcht kennende Entſchiedenheit dem Land und der Regierung unbelohnt die wichtigſten Dienſte leiſtete.
Der Schauplatz der Handlung iſt das maleriſch ſchöne Dorf Glynn, 5 nach welchem Mr. S— das von ihm entführte unglückliche Mädchen ge⸗ bracht hat. Sie wohnte daſelbſt eine Zeitlang, er aber kam nur ſelten Dyet die hin, da er eifrig bemüht war, die Hand einer der edelſten und tugend⸗ 4 ſins Ve⸗ hafteſten Jungfrauen, eine wahre Zier des brittiſchen hohen Adels zu ndſamen gewinnen. Man glaubte, Eily O'Connor habe ſich in Gutem von ihrem in Lon⸗ Entführer getrennt, denn man ſah ſie auf einmal nicht mehr, obſchon. Arelyhi⸗ Mr. S— ſeine Miethwohnung in Glynn beibehielt und ſeinen ver⸗ aſt jdes trauten Diener, einen gewiſſen Sullivan hineinſetzte, der jedoch nur einige das auch Stunden ſich im Hauſe aufhielt und ſich raſch wieder entfernte. Das Grund; ſchönſte Gut in der ganzen Gegend beſaß damals Mr. Fitzgerald, der Gahrheit einen von den zwei älteſten Titeln Irlands, den eines„Ritters von 6 Roſe Glynn“ trug. Er war natürlich Friedensrichter der County und ſtand der Held in allgemeiner Achtung. e, ſammt Der vertraute Diener hatte bei den Klatſchbaſen von Glynn in 1. Griffins Umlauf geſetzt, Eily ſei nie wirklich mit Mr. S— verheirathet geweſen; da er ſie aber er liebe ſie ſehr, und damit er ſich nicht etwa mit ihr trauen laſſe, , um die beſtehe ſeine Familie darauf, daß er ſie nach Amerika ſchicke; dies ſei nun 3 Schul⸗ auch vor etwa zehn Tagen geſchehen und ſie mit hundert Pfunden in der laßt auch Taſche abgereist. Der Mann beſchrieb die Abſchiedſcene ſehr anſchaulich, gzugehen und da man früher ſchon von der Möglichkeit einer Auswanderung ge⸗’ , zu vel⸗ munkelt hatte, ſo fand ſeine Erzählung bereitwilligen Glauben.
Sechs Wochen ſpäter geriethen die Bewohner einiger einzelnen zum Gemeindeverbande von Glynn gehörigen Häuſer ſehr in Schrecken durch


