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Von Adolph Beneke. 125
ſehr paſſiv verhalten, hier kleinlaut ein und fuhr, als der Großhändler betroffen ſchwieg, muthiger fort:„Und Sie haben mir ja auch damals das Verſprechen ertheilt, bei dem Vater meiner Geliebten ein Verſöhnungs⸗ wort für uns zu reden. Daß Sie nun gerade dieſer Vater ſind, dürfte doch wohl an Ihrem Verſprechen nichts ändern.“
So ernſt Herr Streck auch geſtimmt war, bei dieſer naiven Zu⸗ muthung ſtahl ſich doch ein leiſes Lächeln über ſeine Züge und dieſen Moment zur Verſöhnung günſtig haltend, fielen die jungen Leute dem Alten zärtlich um den Hals, ſeine Lippen mit heißen Küſſen bedeckend. —„Na, na, laßt's nur gut ſein,“ wehrte der Kaufmann die Ungeſtümen ab,„laßt's nur gut ſein. Damit verſöhnt ihr mich nicht. Kommt nur mit zur Stadt, daß wir dort das Weitere beſprechen.“—„Papa!“ ſprach Roſa.—„Schwiegerpapa!“ bat Guſtav.—„Folgt mir zur Stadt,“ entgegnete Herr Streck, aber in einem bedeutend mildern Tone.
Alle drei beſtiegen ſie jetzt das Cabriolet und fuhren nach der Stadt zurück. Dort angekommen, hatten ſie eine ſtundenlange Unterredung, um ſich zu— arrangiren. Aber dies Arrangement mußte wohl alle Theile befriedigt haben, denn man ſah ſie ſchließlich alle drei Arm in Arm aus dem Zimmer treten, um ſich in den Eßſaal zu begeben, woſelbſt Herr Streck den übrigen erſtaunt blickenden Buchhaltern des Geſchäfts Herrn Guſtav Emold als ſeinen lieben Schwiegerſohn vorſtellte. Ein halbes Jahr ſpäter aber veränderte ſich die Firma:„E. F. Streck“ in„E. F. Streck und G. Emold“, ein Haus, das noch heutzutage in der Geſchäftswelt einen geachteten Namen hat.—
Was das junge Paar betrifft, ſo führt es das glücklichſte Leben von der Welt, und Herr Streck hat es nicht bereut, daß er ſeinem Buchhalter den Rath zur Entführung der Geliebten gegeben. Was Herrn Spiel⸗ maier Junior angeht, ſo iſt er noch immer unbeweibt. Daß ihn damals Roſa Streck, die ſein Vater ihm zur Gattin erkoren, verſchmäht, hat auf die Thrangeſchäfte des Hauſes Spielmaier mit dem Hauſe Streck und Emold keinen ſtörenden Einfluß geübt.


