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Von Adolph Beneke. 117
begann dieſer:„Ja, Herr Prinzipal, Sie haben es errathen: Ich liebe!“ —„Mein Gott, das kommt ja bei Ihnen heraus, als wäre Ihre Liebe ein Capital⸗Verbrechen! Wem haben Sie Ihr Herz denn geſchenkt?“— „Einem jungen Mädchen, Herr Principal!“—„Daß Sie ſich keine alte Wittwe auserkoren, kann ich mir lebhaft vorſtellen. Und der Name der Erwählten?“—„Verzeihen Sie, Herr Principal, wenn ich Ihnen den⸗ ſelben noch verſchweige. Ein Verſprechen bindet mich.“—„Junger Mann, ich hoffe, daß Ihre Wahl auf keine Unwürdige gefallen,“ ſprach Herr Streck mit ernſter Stimme.—„Meine Wahl konnte auf keine Würdigere fallen, Herr Streck,“ gab der junge Mann ebenſo ernſt zurück. —„Freut mich zu hören. Kenne ich ſie denn?“—„Ja, Herr Principal, ganz gut.“—
„Hm, iſt's vielleicht Eliſe— doch nein, Sie haben Ihr Wort ge⸗ geben, und ich will nicht weiter in Sie dringen. Doch möchte ich mir wohl die Frage erlauben, warum Sie das Mädchen denn nicht heirathen?“ —„Der Vater meiner Geliebten, Herr Principal, wird zu unſerer Ver⸗ mählung nimmer ſeine Einwilligung geben.“—„Und warum nicht?“— „Er iſt ein reicher Kaufmann, ich— ein armer Buchhalter.“—„Hm, hm, das iſt ja recht fatal. Was wäre denn da zu thun? Denn gar zu gern möchte ich aus Ihnen wieder den frühern zuverläſſigen Kaufmann machen, und ich ſehe ſehr wohl ein, daß dies nur durch Erreichung Ihres Herzenswunſches möglich ſein wird. Was iſt da zu thun? Hm, hm!“—
Einen günſtigeren Zeitpunkt zur Anbringung ſeiner Werbung meinte Herr Guſtav nicht abwarten zu dürfen, und ſchon wollte er mit derſelben feierlichſt hervortreten, als der Großhändler fortfuhr:„Ich möchte Sie gar gern glücklich ſehen, Herr Guſtav. Und das grade heute, heute, wo mir eine ſo günſtige Offerte gemacht iſt!“—„Eine günſtige Offerte? Sie meinen den Thran, Herr Principal?“—„Ach, nicht doch! Thran und immer Thran! Freilich iſt die Offerte, die ich meine, mit der Thran⸗ Offerte zuſammen eingetroffen, aber ſonſt ſteht ſie mit dieſer in keinem Zuſammenhange, indem ſie niemand anders, als meine Tochter betrifft.“ —„Fräulein Roſa betrifft dieſelbe, Herr Principal?“ fragte der junge Mann aufmerkſam.—„Ja wohl, Herr Guſtav. Es hat ſich nämlich — bitte übrigens, vorläufig noch hierüber zu ſchweigen— es hat ſich nämlich für Röschen ein Freier gefunden; der junge Spielmaier— aus dem reichen Hauſe Spielmaier und Söhne in Neuhaus— aber mein


