108 Zwei Sibenzaner. Von Ida von Düringsfeld.
die Eltern ihn gehen— er nahm einen Hausſchlüſſel mit ſich, um ſie nicht zu wecken, wenn er zurückkäme.
Anſtatt zu den Dominikanern ging er auf die Marine. Dort ſahen mehrere Perſonen ihn hin und herwandern. Am andern Morgen fand man ihn am Strande, er lag, das Geſicht furchtbar entſtellt, mit dem Munde im Waſſer. Er war ſchon ganz ſteif und kalt.
Der Vater überlebte ihn nicht lange. Der Stab und der Stolz des Greiſes war gebrochen.— Zwiſchen Maria und Girolamo dagegen wurde die ſo reichlich von Schmerz genährte Neigung immer lebendiger und ihres Lebens ſich immer bewußter. Endlich faßte Girolamo Muth genug zu einer Frage. Die Antwort koſtete Maria weniger Mühe.„Wir wollen, was wir Beide an Glück gerettet haben, zuſammenthun,“ ſagte die ſanfte Frau,„und wenn wir es einmal bedürfen zu weinen, ſo wollen wir ge⸗ meinſchaftlich weinen.“
Girolamo gab ſeine Schule auf, er hatte genug mit der Verwaltung der Beſitzungen zu thun, welche jetzt ſämmtlich der einzigen Tochter zu⸗ fielen. Eigene Kinder ſollten ihm nicht geboren werden, doch er liebte die Maria's wie ſeine eigenen. Am meiſten liebte er aber doch den Freund, der ſo jung und ſo traurig geſtorben war.
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