Jahrgang 
1 (1862)
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Madonna Luna.

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Was es damals gegeben hat, meine Herren, weiß ich nicht, und

ebenſowenig, ob dieſe Reden des Oberſten einen wirklichen tiefern Sinn b wc hatten. Ich war dazumal neun Jahre alt, wurde ſehr häuslich gehalten, ha und ſo gut ich mich auch aller einzelnen Perſonen erinnere, von ihrem me Privatleben kam mir natürlich nichts zu Ohren, und auch ſpäter hat mein we Vater niemals über dieſe Zeit zu mir geredet, brach vielmehr, ſo oft ich O auch darauf anſpielte, ſtets kurz ab. Gegeben hat es aber etwas. Frau N von Harteneck verſchwand mit den beiden Mädchen und ihrer Schwieger⸗ mutter aus der Stadt, wohin, iſt mir unbekannt. Und dann ließ mein Vater u manche Jahre ſpäter einmal, als davon die Rede war, daß meine Mutter h vordem durch einen unglücklichen Fall den Arm gebrochen, ſich die Be⸗ merkung entſchlüpfen:das war an demſelben Tage, als ich Harteneck 1 ſekundirte. Der Armbruch fand aber im Herbſt 1818 ſtatt. V e Das Leben des Oberſten wurde immer wilder und unerträglicher, w und endlich, da er keine Andeutung in Bezug auf ſeinen freiwillig zu T nehmenden Abſchied beachtete, wurde er im Jahre 1821 mit der Ernen⸗ tig nung zum General penſionirt, kurz, nachdem ſeine Stiefmutter mit den 1 zu

beiden Kindern wieder bei ihm erſchienen war. Die Frau ſei geſtorben,. hieß es. Wie ſeine Penſionirung auf ihn wirkte, können Sie etwa or denken. Er reiſte mit Sack und Pack, mit Kind und Kegel nach der Re⸗ R ſidenz meinem Vater hatte er zuvor zugeflucht: er wolle hinfür die m ‚Ruthe auf dem Schwanz des Hofgezüchtes' ſein. Er kam uns aber ſeitdem aus den Augen. Später hörte ich, daß er allerdings dieſem und V d dem furchtbare Scenen gemacht, daß der Fürſt nochmals und nochmals ihm zu Hülfe gekommen, ihm eine Stelle als Schloßhauptmann oder der⸗ 1 gleichen in Ausſicht geſtellt, auf alle Weiſe, mit Ernſt und Strenge, mit 3 Herzlichkeit ihn zur Vernunft zu bringen geſucht, bis er denn endlich, da 1 nichts fruchtete, ihn nothgedrungen ſeinem Schickſal überließ. Der Sohn

kam zu den Kadetten, die Mädchen in ein Fränuleinſtift, das that man noch. Der Alte wurde nach und nach eine der berüchtigten Perſönlich⸗ t keiten der Reſidenz und hat es nur der Erinnerung an die alten Zeiten b und an ſeine früheren wirklich dankenswerthen Dienſte zuzuſchreiben, daß g man ihn bis auf den heutigen Tag dort ignorirt. Es iſt eben eine n jener faſt fabelhaften Exiſtenzen, wie ſie vordem häufiger möglich geweſen d

ſind, aber wie Exempel zeigt, auch heut noch zuweilen vorkommen.