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8 Madonna Luna.
Dabei lernte ihn mein Vater kennen, der mit ihm beim gleichen Regi⸗ ment ſtand und von dem ich dieſe älteren AUffairen erfuhr.
„Na kurz und gut, Harteneck zeichnete ſich ſowohl in Rußland wie im Jahr darauf auch in Deutſchland auf das glänzendſte aus, ſo daß man ihm die alten Streiche wohl verzeihen mußte, und als er während des Waffenſtillſtandes nach Hauſe kam, um nach Frau und Kind zu ſehen— Julius war damals ſchon geboren und die beiden Gatten ſollen für ein⸗ ander noch geſchwärmt haben— verſöhnte er ſich mit dem Erbprinzen und dem alten Herrn und erhielt ſo zu ſagen die Anwartſchaft auf das nächſte freie Garderegiment. Adjutant freilich wurde er nicht wieder, vielleicht aber nur, weil er's ſelber nicht wollte; das Leben im Felde ſchmeckte ihm gar zu gut, und die vernünftigen Kameraden ſchüttelten ſchon damals die Köpfe über ſein Trinken und Spielen und ſein ganzes ſtürmiſches Treiben. Dann machte er alle folgenden Feldzüge mit eben ſolcher Auszeichnung mit und marſchirte 1816 als Oberſt in ſeine neue Garniſon ein— mein Vater war noch immer bei ihm, er kommandirte das andre zur Brigade gehörende Regiment. Zur Garde kam Harteneck nicht; er trieb's ein wenig gar zu arg, als daß man ihn gern in der Reſidenz hätte haben mögen, wo mancherlei nicht würde zu überſehn ge⸗ weſen ſein. In Wuth darüber ſchrieb er dem Kriegsminiſter einen bitter⸗ böſen Brief und ſchickte ſeinen Kammerherrnſchlüſſel zurück— im Dienſt mußte er wohl bleiben, um leben zu können— erreichte jedoch dadurch nichts, als daß er auf Erſteren die allerhöflichſte Antwort erhielt und daß man über Letzteres ſehr vergnügt war, da man ihn ſo auf die beſte Ma⸗ nier vom Hofe los ward. Im Uebrigen wollte man ihm durchaus wohl, und der Erbprinz, der gleich darauf zur Regizrung kam, griff dem alten Freunde ſchon damals häufig unter die Arme. Denn ſein Vermögen war zu Ende und die überſchuldeten Güter mußten in jenen Jahren eins nach dem andern verkauft werden, ohne daß Harteneck dadurch zur Beſinnung gekommen wäre.
„Dazu kam er auch durch die böſen Folgen nicht, welche ſein Trei⸗ ben in ſeiner Familie hervorrief. Bis 1817 hin erhielt ſich noch immer ein leidliches Verhältniß mit ſeiner Frau— ſie war gar zu ſchön und henswürdig und er am Ende noch immer ein ächter und gerechter Ca⸗ geſchie Sie hatten bis dahin zwei Kinder, unſern werthen Julius und Ihnen abond des Krieges gebornes Mädchen, Charlotte. Sie wurde ſpäter,


