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von hier aus nun den ganzen belebten Platz in Ruhe überſehen. Jetzt bemerkte ich auch, daß der Stier keineswegs ganz frei war, ſondern einen langen Laſſo nachſchleifen hatte, an dem einige zwanzig Jungen hingen, und ſich die größte Mühe gaben, ihn zurückzuhalten. So wie er ſich aber gegen dieſe drehte, ließen ſie alle zugleich los, und der Stier bog jetzt plötzlich in eine Seitenſtraße ein, die dort wohnenden ahnungsloſen In⸗ ſaſſen in Erſtaunen zu ſetzen.
Nach einer Weile brachten ſie ihn jubelnd wieder, und er amuſirte nun die Bevölkerung für etwa ſechs Stunden dadurch, daß er, gereizt, geneckt und ausgepfiffen, jetzt in die Säulengänge der Verkaufslokale einbog und alles in die Häuſer trieb, jetzt die Treppe der Kathedrale hinauflief und die Gallerien räumte, bis er endlich ſo erſchöpft war, daß ſich die Jungen an ſeinen Schwanz hängen konnten, und von ihm nach⸗ ſchleifen ließen. Ein paar Mal überraſchte er auch unſchuldige Eſeltreiber, die aus dem Land kamen und keine Ahnung von einem ſolchen Beſitzer der Plaza hatten. Der Stier war aber der vernünftigſte von allen, denn er that dieſen nie etwas zu Leide, als ob er wiſſe, daß ſie mit der ganzen Sache nichts zu thun hätten.
An demſelben Abend war noch ein kleines, ſehr unbedeutendes Feuer⸗ werk und eine dürftige Illumination der Regierungsgebäude— etwas derartiges läßt ſich nicht gut zwei Abende hintereinander machen— und am nächſten Nachmittag nahm ein zweiter Stier die Fortſetzung der Feier auf. Ja, ſogar am dritten Tag hatten die Leute noch nicht genug an dieſem eigenen Spiel und wieder einen dritten Stier im Gang, der mir plötzlich, weit von der Plaza ab in einer engen Seitenſtraße ganz allein begegnete. Die Stille der Straße war mir aufgefallen und daß alle Thüren geſchloſſen waren; ich hatte aber andere Dinge im Kopfe, als den albernen„Stierkampf“ und ging ruhig meines Weges, als ich mich dem ſchon halb abgehetzten Burſchen, der eben nicht in der beſten Laune ſchien, ganz allein gegenüber fand. Ausweichen konnte ich gar nicht mehr und hielt mich nun feſt und ſprungbereit an die eine Seite der Straße ge⸗ drückt, ihm freie Bahn zu laſſen; nahm er mich dann an, ſo mußte ich ſehen, wie ich ihm aus dem Weg kam. Meinen Poncho hatte ich raſch übergeſtreift, ihm den im ſchlimmſten Fall vor den Kopf zu werfen. Glück⸗ licher Weiſe nahm er aber nicht die geringſte Notiz von mir und lief auf etwa fünf Schritte gerade an mir vorüber. Jetzt kamen auch ſeine
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