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18 Zwiſchen zwei Regen.
kniet, hätte ihre kleinen Hände mit tauſend Küſſen bedeckt, hätte ſeine Blicke förmlich verſenkt in ihre klaren Augen, und hätte dann geſagt:„O meine theure Eliſabeth, beſtrafe mich, aber nicht zu grauſam!“—
Mit den Gefühlen trat er in das Zimmer, und ſah— hier niemand als den Oberförſter, der ſeine Cigarre rauchte und am Fenſter ſaß, in der Zeitung geleſen hatte, und nun beim Eintreten des Gaſtes aufblickte, und ihn mit freundlichem Lachen anſchaute.—„So, ſo, beſter Baron,“ rief er heiter,„Sie haben ſich zum Jägerburſchen umgewandelt— 2“—„Aber wo iſt— ²“ ſtotterte dieſer.—„Sie wiſſen, was Ihnen gut ſteht! Wahr⸗ haftig, es iſt ſchade, daß Sie nicht zur luſtigen Jägerei geſchworen—„All hie im grünen Wald!“— ſtatt daß Sie, wie es in den Iffländiſchen Jägern heißt: mit dem Gänſekiel die—.“—„Aber wo iſt denn— ²“ fragte der junge Mann dringend.—„Die Menſchen quälen,“ fuhr der alte Herr ver⸗ gnügt fort;„denn ihr Diplomaten gehört doch auch mehr oder minder zum großen, leider ſo allgewaltigen Departement der Schreiberei.“
„Aber wo iſt denn— ²“ fragte jetzt der Andere zum drittenmal mit ſehr lauter Stimme.—„Meine Frau?“ fiel der Oberförſter ins Wort. „Die läßt Ihnen den bewußten Thee kochen.“—„Nein, Eliſabeth.“—„Ja ſo, Eliſabeth! Die iſt auch nicht weit, ſie ging vor einer halben Stunde in den Pavillon, um dort ruhig zu leſen, und wird da vom Regen überraſcht und feſtgehalten worden ſein.“—„So werde ich mir erlauben nach ihr zu ſehen,“ entgegnete haſtig der junge Mann.—„Was, in dem Regen?“— „Sehen Sie, es fallen nur noch wenige Tropfen.“—„Aber da hinten zieht ein zweites Wetter heran.“—„Aber zwiſchen dieſen beiden Regen,— es hört jetzt wahrhaftig ganz auf,— will ich Eliſabeth mit Ihrer Erlaubniß ins Haus abholen.“ Wie dankte er dem Zufall, der es ihm möglich zu machen ſchien, ſie jetzt einen Augenblick ohne Zeugen zu ſprechen!—„Trinken Sie doch vorher Ihren Thee!“—„Lieber nachher! Heben Sie ihn mir auf, ich bin gleich wieder da.“ Damit war er auch ſchon zur Thüre hinaus, und ſprang, gefolgt von ſämmtlichen Hunden, in großen Sätzen die Trep⸗ pen hinab.
Der alte Herr blickte ihm kopfſchüttelnd und mit einem eigenthümlichen Lächeln nach, und dieſes Lächeln ſtand noch auf ſeinem Geſichte, da war der Andere ſchon drunten im Hofe, nahm ſeinen Hut ab und ließ die Nachzügler des Gewitters, einen feinen, weichen, warmen Sprühregen auf ſein Haupt niederfallen, während er begierig den wunderbaren Duft einathmete, der aus
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