Jahrgang 
4 (1860)
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Von Arnold Schloenbach. 474

Jagemann an Bechk.

Daß der erſte theatraliſche Verſuch meiner Caroline ſo glücklich, ſo

ſnn ehrenvoll abgelaufen, gereichet mir zur größten Freude; aber noch erfreu⸗

licher für mich iſt die glückliche Folge deſſelben. Ich lief dieſen Morgen,

An da ich Ihre zwei lieben Briefe auf einmal erhielt, mit dem eingeſchloſſenen

Lalent zum Kammerherrn von Einſiedel, und, Sie können kaum glauben, welch

Nanche frohen Antheil dieſer große Menſchenfreund an der ſo vortheilhaften Wen⸗

Kunſt dung der Sache genommen hat. Sie iſt ſo vortheilhaft, als ſie immer für

rvol⸗ meine Tochter ſein kann. Eine Schülerin der Singkunſt, die noch nicht

ahren, ganz 16 Jahre alt iſt und ſowohl wegen ihres noch zarten Alters, als

velcher wegen der noch nöthigen Anweiſung in der Kunſt der Aufſicht und Leitung

emann vortrefflicher Menſchen bedarf, erhält beides auf einmal, da ihr noch zwei

Jahre nicht nur der nöthige Unterhalt, ſondern auch die Fortſetzung des

Unterrichts unter ihrer ſchätzbarſten Lehrerin zugeſichert worden iſt. Wenn

ich ſelbſt hätte wählen ſollen, ſo würde ich nichts haben erdenken können,

was zur Befeſtigung ihres zukünftigen Glücks ſchicklicher wäre. Dank,

ewigen Dank ſei dem Herrn von Dalberg für das ſo vernünftige engagement

meiner Tochter. Ich erkenne hieran den Bruder des großen Mannes, deſſen

zukünftige Regierung Millionen Menſchen glücklich machen wird; Dank der

d ali⸗ edelmüthigen Frau von Seckendorf, Dank Ihnen, lieber, beſter Freund,

rdern. welche das Geſchäft mit ſo vieler Klugheit und Wärme des Herzens ein⸗

, mit geleitet und ausgeführt haben. Ich bin nicht im Stande, Worte zu finden,

chens. welche den hohen Grad meiner Erkenntlichkeit ausdrückten. Nie in meinem

Vater Leben habe ich die Würde und den Werth edler, wohlthätiger Seelen ſo

gering lebhaft empfunden, als jetzt. Was bin ich mit aller meiner väterlichen

richts guten Geſinnung, Ihrer edlen Wohlthätigkeit gegenüber geſtellt? Nichts,

ahren als ein ohnmächteges, dankbares Geſchöpf. Wie ſehr empfinde ich die Wahrheit, daß es weit ſchätzbarer ſei, Gutes thun, als Gutes empfangen.

zogin Der Kammerherr hat mir verſprochen, noch heute vor Abends mit der

Herzogin zu ſprechen, und er zweifelt ſo wenig als ich an der Genehmigung

derſelben und noch viel weniger an der Auszahlung des letzten Quartals,

welches, wie Sie meinen, zur Kleidung meiner Tochter angewendet werden kann. Was noch daran fehlt(oder wenn es ganz ſtill ſchlagen ſollte),(2) werde ich mit Vergnügen erſetzen. Auch wird es mir ſehr lieb ſein, wenn