158 Münchner Feſtbericht.
Jubiläumsvereinsvorſtandes begrüßte die Majeſtäten, auf ſeinen Wink theilte ſich dann der Vorhang, welcher bis jetzt den Hintergrund des Saales ver⸗ deckt hatte, und ein wunderſchönes Bild ſtand vor uns da: eine ſinnig und kunſtvoll componirte Gruppe aller der Bauwerke, die unter den Wittelsbacher Königen entſtanden und die München zur Weltſtadt machen, voran der Reſi⸗ denzplatz mit dem Mar⸗Joſephmonument und dem Königsſchloß, dahinter und daneben die Kirchen alle, Pinakothek, Glyptothek und alles überragend das Maximilianeum und die Bavaria. Mit ſichtlicher Freude nahm der Kö⸗ nig auch dieſe neue Huldigung auf; mit Jedem der ihnen zunächſt Stehenden freundliche Worte wechſelnd, machten die Herrſchaften die Runde durch den Saal, überall in ihrer Leutſeligkeit einen wohlthuenden Eindruck zurück⸗ laſſend. Nachdem ſie ſich in die Thronloge zuruͤckgezogen, begann der Ball, ſoweit bei dieſer Menſchenfülle an ein Tanzen gedacht werden konnte. Unter dem Vortritt der Trabanten und Pagen bewegte ſich die Polonaiſe, faſt lauter Coſtümfiguren, durch den Saal, und bald folgten ihr die raſchern und lebendigern Tänze. Es war ein eigenthümlicher, phantaſtiſcher Anblick, ſo die verſchiedenen Jahrhunderte in Einem Reigen dahinwalzen oder in der Francgiſe ſich gegenüberſtehen zu ſehen.
Wie wogte und wallte, ſchimmerte und blinkte es da durcheinander, lichte und dunkle Farben, alte und neue Zeit, denn auch der Frack und die Crinoline hatten ſich unter die alten Jahrhunderte gemiſcht. Handel und Gewerbe, Kunſt und Wiſſenſchaft tanzten mit den Schuppenpanzern des zwölften Jahrhunderts; die Munichia führte ein junger Künſtler; die Helden des Turnierzuges, die Mannen Ludwigs des Baiern, die Hofherren Ferdi⸗ nand Maria's hatten aus dem lebenden München ihre Schönen gewählt; die Bäcker von Ampfing hatten das Recht, ſich auch die erſte Patriziertochter zum Tanze zu holen, und die Fürſten ſelbſt in dem reichen Schmucke, die im Lauf des Tages ſo ſtolz und zurückhaltend hoch zu Roß an der Spitze ihrer Getreuen gezogen waren, ſie miſchten ſich jetzt huldvoll und herab⸗ laſſend in das bunte, heitere Spiel. Oder drinnen in den Nebenſälen an den langen Tafeln ſaßen ſte, die Herren vom Hofe, aus der Rathsſtube und aus dem Feldlager, die Helden und Recken aus ſieben Jahrhunderten, die Landsknechte und Arquebuſtere, die Vertheidiger der Chriſtenheit und die gefangenen Türken in einträchtiger Kameradſchaft bei einander und zechten bei vollen Humpen oder vielmehr Flaſchen, ſich erquickend nach des Tages Müh und Laſt. Und gar manches ritterliche Haupt ſank dabei tiefer und
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