Jahrgang 
3 (1855)
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Von Hermann Emnerich.

Wilden unaufhörlich bedrängt wurde, wenn Pauke nicht einſchritt und 5 Rettung brachte. 66

Die kriegeriſchen Expeditionen unterbrachen die Pflege ſeiner Mokobis nicht. Er baute eine neue ſchöne Kirche aus geſtampfter Erde; ſie erhielt

perne eine Glocke und Statuen. Leider führte er auch die allerdings nur freiwillige ler, Geißelung ein. Die Kinder trugen bei der Confirmation Blumenkränze im* lan Haar; die kirchlichen Umgänge machte er höchſt feierlich, und auch an welt⸗ lichen Beluſtigungen ließ er es nicht fehlen, namentlich nicht an Tänzen,

er Wettrennen und Schützenfeſten. Und alles war in blühendem Gedeihen,

nicſ als durch Anſteckung von Seiten der Spanier die Blattern ausbrachen. 3 ftlch Sie richteten entſetzliche Verheerungen an. Manchen Tag beſtattete Florian gauke Pauke vierzehn Leichen. Er half, wo er konnte, wurde in Folge ſeiner über⸗ ihm menſchlichen Anſtrengungen todkrank, und als er ſein Lager wider verlaſſen anen, konnte, fand ſich, daß 221 Menſchen der böſen Seuche erlegen waren, unter 5 ezah⸗ ihnen ſeine beſten Muſiker und Handwerker. 4 den Der ungemein günſtige Erfolg, welchen der Deutſche in der Anſied⸗ wie lung St. Paver erzielte, ließ es den Pater Provinzial wünſchenswerth er⸗

weit ſcheinen, daß noch einige andere Reductionen von ihm gegründet würden. 3 wilde Aber ſeine Indianer wollten ihn nicht ziehen laſſen oder aber bis auf den ver⸗ letzten Mann mit ihm gehen; auch baten die Spanier flehentlich, er möge und doch bleiben, denn ſeine Kolonie war die Vormauer ihrer Stadt Santa.

Es Und ſo blieb er denn volle achtzehn Jahre bei ſeinen Mokobis, aber es ge⸗ wegs lang ihm doch 1763, eine zweite Niederlaſſung in's Leben zu rufen. Von nreiſe St. Paver einige hundert Stunden entfernt, ſchwärmten in der Landſchaft Hand Gran Chaco Mokobiſtämme umher, die er zu bekehren wünſchte, aber wie? di⸗ Drei ſeiner Kaziken erboten ſich, dieſe Stammverwandten zu einem Beſuch ffecht in St. Xaver zu vermögen. Zehn Indianer übernahmen es, die Botſchaft loke⸗ auszurichten. Er gab ihnen Pferde, Mundvorrath und ein Beglaubi⸗ nigen gungsſchreiben, damit ſte im Nothfalle bei den Spaniern ſich legitimiren 1und könnten. Und um ſie als Friedensboten zu bezeichnen, verfertigte er ein chen. weißes Fähnlein mit den Bildniſſen der Madonna und des heiligen Paver. nit 7 Auch Geſchenke nahmen ſie mit. Am Tage ihrer Abreiſe ritten ſie vor die

tin Kirche, ſtiegen ab, lehnten ihre Lanzen an die Mauer, nahmen das Abend⸗ ri mahl und wurden geſegnet. Nach vier Monaten kamen ſie mit drei fremden diic Kaziken zurück, in denen dann Pauke die Sehnſucht nach einem anſäſſigen

. Leben rege machte. Aber der ſpaniſche Kommandant miſchte ſich ein, und