Jahrgang 
2 (1855)
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Von Friedrich Lampert. 471 ne jenes Gartens Giuſti! Wohin ſollten wir uns nun zunächſt wenden? Von einem gleichen⸗ Todten findet ſich leicht der Weg zu den andern; vom Amphitheater, dieſer uß vom großen Leiche der alten, geht man am beſten zum Campo Santo, dem Lei⸗ vem ſiele chenfeld der neuen Zeit; wenn man zuvor da geſtanden hat, wo einſt die derbaren treuen Bekenner des Chriſtenthums ein Schauſpiel nicht nur den Menſchen, Straßen ſondern auch„den Engeln“ waren, findet man das beſte Verſtändniß für ich über⸗ den ſtillen Ort, wo alle den Schlaf des Friedens ſchlafen, welche ausge⸗ achenden rungen und überwunden haben. f allen Der Friedhof von Verona gehört zu den ergreifendſten Kirchhofbil⸗ n, man dern, die ich kenne. Ich wüßte ihm nichts an die Seite zu ſtellen. Ein ied Iu⸗ langer Gang von Cypreſſen und Trauerweiden führt zu den vier großen,

eiſernen Thoren des Cimitero. Man tritt in ein ungeheures Viereck ein, dermann das eine doriſche Säulenhalle umzieht. An jeder Ecke erheben ſich hohe digſtem Kuppeln, unter welchen Altäre ſich befinden; den Thoren gegenüber baut ſſal und ſich die große, in prachtvollem Stil gehaltene Grabeskirche auf, deren Por⸗ de von tal die Inſchrift: püs lacrymis trägt. In den Arkaden ſind die eigentlichen fianden, Grüfte; in goldenen Buchſtaben ſind auf den weißen Marmorplatten Namen eſclect auf Namen zu leſen, für uns ſo gleichgültig, für die, die ſie da hingeſchrie⸗ ſteſten hen haben, ein Gegenſtand ſteten ſchmerzlichen Gedenkens. Auf dem von eeliaſ der Säulenhalle umſchloſſenen Raum, einem öden Grasplatze, reihen ſich 3 dha Gräber an Gräber, ohne Kreuzes⸗ ohne jeglichen Blumenſchmuck. Nicht nheñ 3 Eine Blume in dem ganzen weiten Todtenfeld, nur die nackte, kahle Erde. euhin⸗ Von dem Verſöhnungshauch, der auf den Blumenhügeln des Frankfurter dteeen Friedhofs oder in den Leichenäckern von St. Peter in Salzburg weht, iſt ij Min hier nichts zu verſpüren; da tritt einem der Tod in ſeinem ganzen, ſtarren, Keube unerbittlichen, ſtrengen Ernſte entgegenz es liegt eine Erhabenheit einziger iin di Art auf dieſen Räumen, aber eine, die uns mit Schauer erfüllt. Und olen— dieſes Gefühls kann man ſelbſt nicht beim Eintritt in die Grabeskirche los Srenen werden; das Halbdunkel, welches die weihrauchdurchdufteten Hallen um⸗ tgepit hüllte, die wenigen Kerzen, welche auf dem Altar brannten, die Mönche in r wenig der dunklen Ordenstracht, die trauernden Frauen, die hier und dort knieten, rnniſhen— das wirkte auch faſt beängſtigend, und trieb uns wieder hinaus an den in, häß⸗ friſchen Sonnenſchein, der eben in den letzten Gluten die hohen Chypreſſen⸗ dtufe der wipfel umflimmerte. gebräte Noch ſchöner aber ſpiegelte er ſich in den klaren, raſch dahinwogenden 6 csi⸗ Fluten der Etſch, an deren Ufer wir vom Cimitero aus zurück gelangten. ſeend

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