Von Friedrich Lampert. 469 aßen, balluſtraden und eine Doppelreihe von Standbildern umgeben, in welch ft zu, letzteren alle berühmten auditores Patavini uns entgegentreten. Sobieski, en der Stephan Bathori, Savonarola, Taſſo, Petrarca, Gallilei reden da von kaus alter Zeiten Ruhm und Herrlichkeit. Daſſelbe, und jedenfalls noch eigen⸗ iſhen thümlicher, thun in den Hallen des Univerſitätsgebäudes die vielen Wap⸗ rigen, pen und Ehrenzeichen der verſchiedenen Landsmannſchaften, die hier einſtens wech⸗ ihr Weſen getrieben. Am ſchwarzen Brett ſtanden tout comme chez nous jnnen die Vorleſungen u. ſ. w. angeſchlagen. Wie viel Studenten ſich jetzt unter onne dieſen Hallen bewegen, weiß ich nicht, aber jedenfalls liegen die Jahre, da richt es 16,000 geweſen, ſehr weit dahinten.— Von dem Denkmal der geiſtigen llexce Größe Paduas wandten wir uns zu dem ſeiner weltlichen, zu dem Palazzo ddem della Ragione— Juſtizpalaſt, in dem das zwölfte Jahrhundert den größten einen Saal vielleicht auf der Erde ohne Stützen und Säulen erbaute, welchen nin⸗ Giotto's Meiſterhand mit Fresken ausgeſchmückt hat.— Nur die Augu⸗ deund ſtinerkirche agli Eremitani mit den prächtigen Fresken von Mantegna und tden. dem Denkmal des Prinzen Wilhelm von Oranien von Canova blieb uns beral noch zu beſichtigen übrig, und wir waren mit Padua's Merkwürdigkeiten glie fertig. Die Stadt, zu der ſonſt Tauſende ſtrömten, um Jahre des Sam⸗ ſrh melns und Forſchens in ihr zu verlt ben verläßt jetzt der flüchtige Wanderer
1 in wenigen Stunden. tes——„ er iie⸗ Vom Bahnhof hat man noch einen recht ſchönen Rückblick auf Padua;
nel die Landſchaft, durch die nun die Bahn führt, wird faſt noch reicher als ſie
bisher geweſen, jedenfalls belebter; die Ebene bekommt wohlthuende Be⸗ 14 grenzungen, namentlich treten die euganeiſchen Hügel freundlich heran; aus⸗ Olivengärten und unabſehbare Rebenfelder ſtreiten ſich um den Beſitz des muüt herrlichen Bodens; auf den Höhen erſcheinen in großer Anzahl für uns ſeher größtentheils namenloſe, theils verfallene, theils das glänzende Gepräge der men, Neuzeit tragende Burgen und Schlöſſer; zur Rechten läßt uns das imponi⸗ echten rende Vicenza, Palladios kunſtgeſchmückte Stadt, ſchmerzlich bedauern, daß na d wir nicht anhalten und all ſeine gerühmten Bauten mit Muße beſchauen
können. Ja, wenn uns überall zu bleiben vergönnt geweſen wäre, wo uns Ver⸗ Luſt und Neigung ein Halt zuriefen, wir wären wohl noch nicht daheim, fall denn dann hätte uns auch Verona länger gefeſſelt, als nur zwei halbe deren Tage,— und dies ſchöne, ſtolze Verona lag jetzt, wo die Bahn plötzlich t det eine Kurve machte, überraſchend und aus ſeinem Thale heraufgrüßend vor mici, uns. Man ſagte uns öfter, wir hätten unſern Reiſeplan falſch angelegt, mol
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