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Erzeugniſſe angenommen worden iſt. Der neue Hut wird als geſchmackvoll, gefällig, kleidſam, gediegen ge⸗ arbeitet und— patriotiſch geſchildert; in ihm verkörpert ſich das nationale Streben der Gegenwart. Die Hut⸗ macherinnung hat faſt ſämmtlichen Hut⸗Fabrikanten Deutſchlands Mittbeilung von ihrem Unternehmen ge⸗ macht und ſchon zahlreiche Verſicherungen erhalten, daß man ſich ihr anſchließen oder ihr nachfolgen werde.
Der Krinoline ſteht von Seiten der Seiden⸗ Fabrikation ein gefährlicher Feind auf. Man verfertigt in Lyon ſo ſchwere Kleiderſtoffe, daß ſie die pferdehaa⸗ renen„Wegebreite“ überflüſſig machen. Leider ſtehen ſie zu hoch im Preiſe, um von der unglücklichen Ehe⸗ mannſchaft unſeres Jahrhunderts erſchwungen werden zu können. Das Zeug allein koſtet 900 Fr., das Kleid mit Zuthaten und Macherlohn aber 1200 Fr.
Man verfertigt in Wien Regenſchirme aus Kautſchuk, die ſehr zweckmäßig und bequem ſind. Sie ſind mit zuſammenlegbaren eiſernen Drahtfedern befeſtigt, können bequem in einer Rocktaſche getragen werden, ohne durch Gewicht und Umfang dem Träger läſtig zu fallen.
Der übertriebene Luxus unſeres Jahrhun⸗ derts bringt die wunderlichſten Erfindungen zu Stande. Die Amerikaner haben Schaukelſtühle erfunden, die bei jeder Bewegung ein koſtbares Arom ausſtrömen. Im Kriſtallpalaſte zu Newyork war ein ſolches„wohlriechen⸗ des Möbel“ ausgeſtellt und wird folgendermaßen be⸗ ſchrieben: Am linken Arm iſt das biegſame Rohr, wel⸗ ches, durch koſtbare Parfüms gehend, einen Strom von kühler Luft dem im Stuhl Sitzenden in das Geſicht bläſt, ſobald man durch die Schaukelbewegung den unter dem Stuhl angebrachten Blaſebalg in Thätigkeit ſetzt. Denken wir uns in einen Cirkel von Damen, jede in einem ſolchen luftblaſenden und parfümhauchenden Stuhle lehnend, alle ſchaukelnd, alle blaſend, die eine Patſchuli, die andere Mille Fleurs, die dritte Roſe Canelle, jede anders hauchend. Da hört denn Alles auf!
Profeſſor Dr. Emsmann in Preußen hat, wie wir bereits mittheilten, eine ſichere Methode zur Lenkung des Luftballons gefunden. Sein Vorſchlag be⸗ ſteht darin, die feſte Kohlenſäure in größeren Quanti⸗ täten darzuſtellen, mit derſelben einen hinreichend feſten Körper zu füllen— ähnlich einem Kanonenrohre, aber von Schmiedeeiſen— und die Mündung ſo zu verſchlie⸗ ßen, daß man dieſelbe durch ein Ventil oder dergleichen nach Belieben mehr oder weniger öffnen kann. Bringt man ein ſolches Rohr auf einen Wagen in horizontaler Lage feſt an, ſo wird die aus der Mündung ausſtrö⸗ mende, luftförmig werdende Kohlenſäure durch ihre Rückwirkung auf das der Mündung entgegengeſetzte Ende den Wagen vorwärts treiben, indem hierbei ge⸗ nau dasſelbe geſchieht, wie bei einer angezündeten Ra⸗ kete. Es kommt alſo darauf an, die feſte Kohlenſäure in größerer Maſſe darzuſtellen und an Eiſenbahnen die betreffenden Verſuche zu veranſtalten. Glücken dieſe Ver⸗ ſuche, ſo iſt die Steuerung des Luftballons gelöſt. Man bringe an der Gondel zwei ſolcher Raketen diametral in paralleler Richtung an, die ſich horizontal und ver⸗ tikal beliebig ſtellen laſſen. Werden die beiden Raketen geöffnet, ſo treiben ſie die Gondel vorwärts und dieſe zieht den Ballon nach.
In Paris iſt wieder eine deutſche Erfindung ge⸗ macht worden, die in der Taufe einen griechiſchen Na⸗ men erhielt. Das Hedregma, auf deutſch Sattelhalter, iſt eine Vorrichtung, die unter unſeren kriegeriſchen Ausſichten ſich als ganz zeitgemäß bewährt. Mit Hilfe desſelben kann viel raſcher aufgeſattelt werden, ja, was noch bedeutender iſt, jeder Reiter kann im Sattel ſitzend
ſter ſ ohne abſteigen zu müſſen.
nach Belieben feſter ſatteln, Reiter werden dieſen Vortheil zu ſchätzen wiſſen; die
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Pferde auch, da ſie vom Sattel nicht mehr wund gerie⸗ ben werden können. Die neue Erfindung empfiehlt ſich überdieß durch einen geringen Umfang und ein gerin⸗ ges Gewicht. Der Erfinder, Herr Sievers, ſteht, wie wir hören, mit dem franzöſiſchen Kriegsmi niſterium in Verbindung.
Bauten.
Die Börſe in Antwerpen wird ganz auf der⸗ ſelben Stelle, wo die abgebrannte ſtand, und mit allem Aufwande von Kunſt wieder aufgebaut. Guffens und Swerts, die Antwerpener Hiſtorienmaler, denen wir die trefflichen Studien über deutſche Kunſt verdanken und die auch die alte Börſe mit ihren Fresken geſchmückt, haben den gleichen Auftrag für die neue erhalten. Den Vorwurf bildet die Handelsgeſchichte der Stadt.
Berichten aus der Schweiz zufolge iſt das Projekt einer Luftbahn auf den Rigi vom Architekt Al⸗ brecht nicht neu, ſondern vom Architekt Reichlie in Schwyz ſchon vor vier Jahren entworfen. Die Idee, den Luftballon als Lokomotive zu benutzen, iſt indeſſen noch älter.
Projektirter Kanal zur Abkürzung der China⸗Fahrt. Man denkt in London ernſtlich an die Ausführung eines vor längerer Zeit entworfenen Planes, den Weg nach China bedeutend abzukürzen. Ein 12 engliſche Meilen langer Kanal, mitten durch einen beſonderen Theil der malayiſchen Halbinſel gegra⸗ ben, würde nach den Vorlagen Sir John Bowrings und mehrerer Sachkundiger die Fahrt zwiſchen Kalkutta und China um 1175 Meilen kürzen. Jetzt muß man bei der Straße von Malacca einen langen Umweg machen, der vermieden werden könnte, wenn es möglich wäre, bei dem an der Südſpitze des Königreiches Siam gelegenen ſogenannten Iſthmus von Kraw eine Durch⸗ fahrt zu eröffnen. Offiziellen Angaben aus Siam zu⸗ folge exiſtirt auf dieſer Seite des Iſthmus ein ſchiff⸗ barer Fluß, der von einem andern an der entgegenge⸗ ſetzten Seite gelegenen durch einen blos 12 engliſche Meilen breiten Landſtrich getrennt iſt. Sir John Bo⸗ wring bemerkt, daß die direkte Paſſage über den ganzen Iſthmus ungefähr 50 Meilen beträgt, und daß ein Kanal zwiſchen jenen beiden Flüſſen ohne allzugroße Schwierigkeiten hergeſtellt werden könne. Die Handels⸗ kammer von Bombay hat ſich ſehr warm für dieſen Plan ausgeſprochen, und man ſieht weiteren Berichten mit Spannung entgegen.
Das Rieſeenſchiff„Leviathaun“, welches mo⸗ natelang in halbvollendetem Zuſtande auf der Themſe bei London lag, ſoll endlich doch flott werden. Nachdem die neue Aktiengeſellſchaft, welche den„Leviathan“ über⸗ nommen bat, jetzt regelrecht konſtituirt iſt, ſoll nach Verlauf von vierzehn Tagen an deſſen endliche Vollen⸗ dung Hand angelegt werden. Die Arbeiten ſind aus ökonomiſchen Rückſichten drei verſchiedenen Firmen über⸗ trger worden. Von der einen werden die Eiſen⸗Arbei⸗ tenan Kiel und Maſten, von der zweiten die Aufta⸗ kelung, von der dritten die innere Einrichtung beſorgt. Sie alle haben ſich kontraktlich verbindlich gemacht, bin⸗ nen fünf Monaten mit der ihnen anvertrauten Aufgabe fertig zu ſein, und ſo hofft man, das Schiff Mitte Juli ſeine erſte Probefahrt in die hohe See hinaus antreten zu ſehen.
Todtenſchau.
Am 2. d. M. verſtarb in Prag der k. k. penſionirte Bibliotheksſkriptor Herr Joſef Adolf Ha nslik im Alter von 74 Jahren an Lungenlähmung. Nebſt meh⸗ reren meiſt äſthetiſch⸗philoſopiſchen und belletriſtiſchen Schriften, hat er auch eine Geſchichte der Prager Uni⸗


