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1 Am 7. Mai. Ihre Krankheit wird immer bedenk⸗ licher. Es ſcheint ein Gallenfieber daraus zu werden.
Am 8. Mai. Sie iſt bedeutend kranker, ſie ißt und trinkt nichts, ſchläft wenig und träumt viel von Recen⸗ ſenten-Tücken und Directoren-Kabalen. Am 9. Mai. Das Uebel wird mit jedem Tage ärger. Der Schlaf flieht ſie, ſie träumt mit offenen Augen und phantaſirt von Gagezulagen.
Am 10. Mai. Sie verſpürt, trotz der fünf Aerzte, die ſie behandeln, und der vielen Pillen, die ſie verſchlnk⸗ ken muß, nicht die geringſte Linderung.
Am 11. Mai. Ihre Schwäche nimmt immer mehr überhand. Sie kann nicht drei zählen, berechnet jedoch ſchon im Voraus, wie ſie mit ihrer nächſten Einnahme einen kleinen Theil ihrer großen Schulden abzahlen will. Am 12. Mai. Noch beim Alten. Sie giebt ihren allöopathiſchen Aerzten den Laufpaß und wirft ſich in die Arme der Homöopathie.
Am 13. Mai. Der Arzt unternimmt mit ihr eine Radicalkur und ordonirt die ſtrengſte Diät.
Am 14. Mai. Sie wird immer matter. Ein guter Freund räth, ſie mit Weihrauch zu räuchern, es ge⸗ ſchieht ohne Wiſſen des Arztes.
Am 15. Mai. Das NRittel ſcheint anzuſchlagen. Der⸗ ſelbe Freund ordonirt ihr Lobſalmbäder.
Am 16. Mai. Das Fieber läßt nach. Ihr Arzt ſtol⸗ zirt und thut ſich innerlich was zu gut darauf.
Am 17. Mai. Man beräuchert ſie fortwährend


