Jahrgang 
27-52 (1867)
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Vierte Folge.

Damen⸗Almanach. Berlin, Spener'ſche Verlags⸗ handlung.

Eigentlich ein Notiz⸗ und Schreibkalender mit wirk⸗ lichem Kalender verbunden und mit ſinnreicher Einkleidung und mit zierlicher Ausſtattung ſo eingerichtet, daß für alle Tage und Bedürfniſſe des Lebens der Feder Raum gegeben iſt. Möchten dieſe weißen Blätter eine Lockung ſein, ſie recht ſinnreich und erbaulich zu beſchreiben.

Nahrungs⸗ und Genußmittel von Carl Ruß. Breslau, bei Trewendt.

Auch hierüber nur eine Annonce für den Feſttiſch. Das elegante, praktiſch behandelte Buch gilt beſonders dem weiblichen Publicum und bildet den erſten Theil einer: Waarenkunde für die Frauenwelt. Der Verfaſſer hat hier nicht Aufſätze geſammelt, ſondern mit wiſſenſchaft⸗ lichem Zuſammenhange ſelbſtſtändig gearbeitet und die beſten Quellen benutzt. Die Frauen finden hier Alles charakteriſirt, was ſüß eingehet in den Mund und dazu beſtimmt iſt, ſowohl dem Starken wie dem Schwachen zu nützen.

Kleine Schattenbilder. Kaſtner.

Dieſe Manier, durch ſchwarz und weiß gedruckte Blätter, von welchen die weißen Stellen ausgeſchnitten werden und nun durch das Lampenlicht alle mögliche ernſt⸗ hafte und heitere Bilder auf die Wand werfen, iſt lange Jahre hindurch als Jugendbeluſtigung verſchwunden ge⸗ weſen und es iſt ſehr recht, dieſes einfache Kinderver⸗ gnügen wieder an's Licht zu ziehen.

Berlin, bei Hugo

Stiefmütterchen. Eine Erzählung von Hedwig Prohl. Breslau, bei Trewendt.

Die Verfaſſerin hat bereitsErfreue und nütze, Samenkörner für junge Herzen und andere Jugend⸗ ſchriften verfaßt und ſucht hier unter dem Symbol Stief⸗ mütterchen in einer anſpruchsloſen Erzählung auf Herz und Gemüth der Jugend, namentlich der jungen Mädchen, veredelnd einzuwirken. Auf viele Situationen des häus⸗ lichen Lebens, aus denen Beiſpiel und Lehre hervor⸗ zublicken vermag, iſt mit ſinniger Ausführlichkeit einge gangen.

4 Daheim und Drauß. Lieder und Fabeln von Würdig. Berlin, bei Hugo Kaſtner.

Der einfache und leichtverſtändliche Text dieſes Bänd⸗ chens wird durch Tondruckbilder gehoben. Die Gegen⸗

ſtände ſind meiſt Feld und Wald und der engern Häuslich⸗ keit entnommen.

Marxy, Mädchenſpiegelin Briefen von Clara Cron. Stuttgart, bei Schmidt und Spring.

Auch dieſes Büchelchen in ſehr elegantem Einbande geht gleich dem vorigen ganz beſonders auf das Leben der jungen Mädchen in reiferen Jahren ein und ſucht zu Nach⸗ denken anzuregen und neben den gedankenlos genoſſenen Vergnügungen des Daſeins noch für eine ernſtere Auf⸗ gabe des menſchlichen Lebens Sinn und Nacheiferung zu erwecken.

Gedichte von Wolfgang Müller von Königs⸗ winter. Hannover, bei Carl Rümpler.

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Auch dieſes Buch in reichem Goldſchmuck, welches zwei Bände in einem enthält, iſt für den Weihnachtstiſch beſtimmt, wenn auch nicht in ſeinem Inhalt, ſo doch in ſeiner Edition. Wolfgang Müller, der tüchtige Arzt und liebenswürdige Rheinländer, hat mit vielen ſeiner Pro⸗ duktionen verdienten Anklang gefunden. Seine Muſe, von reichen Erinnerungen und vielen perſönlichen Erleb⸗ niſſen angeregt, hat ſtets einen freundlichen Ton ange⸗ ſchlagen und auch die lebendigen Geſtalten nicht verſäumt, die im Gebiete deutſcher Sage und Geſchichte für Ballade und Romanze liegen. Es hat dieſes Buch hiermit be⸗ reits die dritte Auflage erlebt.

Littrows Himmelsatlas. Stuttgart, bei Guſtav Weiſe.. Für die reifere männliche Jugend, welche bereits durch mathematiſchen und geographiſchen Unterricht höhere Vorkenntniſſe beſitzt, iſt dieſer vorzügliche genau und an⸗ ſchaulich erklärte Himmelsatlas eine belehrende Gabe. Die überaus zahlreichen Karten ſind mit ſauberer Klar⸗ heit ausgeführt und der Freund der Aſtronomie findet an der Hand dieſes bedeutenden Gelehrten Ueberſicht und Aufſchluß über den geſammten Fond des Wiſſens, der in dieſem erhabenen Gebiete bis zum Jahre 1868 errungen wurde.

Geſchichte der Griechen von Stoll. Hannover, bei Carl Rümpler.

Auch dieſes Werk halten wir für die weiter ent⸗ wickelte Jugend für ein ausgezeichnet paſſendes und för⸗ derndes Feſtgeſchenk, wenn es auch ohne Illuſtrationen auftritt. Die Geſchichte der Griechen iſt die des höheren europäiſchen Culturgenius, dem wir nach hundert Rich⸗ tungen hin mehr zu danken haben, als die Meiſten ahnen und eingeſtehen. Die zwei Bände umfaſſen die Zeit bis zur Uſurpatie Roms und bilden ein würdiges Pendant zu dem Buche von Oscar Jäger. Wir kommen noch einmal ausführlicher auf dieſe beachtenswerthe Erſcheinung zu⸗ rück.

Studien und Leſefrüchte aus dem Buche der Natur von Dr. M. Bach. Cöln, Druck und Verlag von Bachem.

Auch hier kann nur eine vorläufige Anzeige gegeben werden, da wir auch dieſes Werk, deſſen erſter Band ſchon im vorigen Jahre erſchien, gern zu einem fruchtbringenden Geſchenk empfehlen möchten. Der Verfaſſer, welcher einzelne Thier⸗ und Pflanzencharaktere entrollt und ihre Stellung im Haushalte der Natur beleuchtet, ſteht auf dem Boden wirklichen Wiſſens und hält ſich von jeder Phraſe und Koketterie höchſt löblich fern.

Was wollen wir ſpielen? Von C. F. A. Golb. Stuttgart, bei Schmidt und Spring.

Die deutſchen Jugendſpiele und Spielreime ſind großentheils ehrwürdige Ueberlieferungen früherer Jahr⸗ hunderte, ja der alten Heidenzeit. Spielbücher, welche ſie ſammeln, tragen dazu bei, daß dieſe liebe Gewohnheit dem Volke nicht verloren geht und ſind ſchon in ſofern will⸗ kommen. Der Verfaſſer hat hier ſeine Beſchreibungen noch durch viele Abbildungen anſchaulich gemacht und die

Einkleidung ſo faßlich als möglich hingeſtellt.