Jahrgang 
1-26 (1867)
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zwar den gaſtlichen Bitten Knut Hioreif's und den freundlichen Anerbietungen Nielſen Trampens wider⸗ ſtanden, als aber die Edda ihm die Hand gereicht und ihn zu bleiben aufgefordert hatte, da hatte er zu⸗ geſagt.

Bleibt doch, hatte Edda zu ihm geſprochen;ich habe mich verpflichtet, Euch meines Vaterlandes Herrlichkeiten zu zeigen, wenn Ihr aber von mir geht, kann ich doch meinem Gelöbniß nicht nachkommen!

Und würde es Euch lieb ſein, Edda, wenn ich bei Euch bliebe?

Wer in meines Vaters Hauſe Gaſt iſt, ſprach Edda,iſt mir allezeit lieb und willkommen! und ihre Stimme war dabei ruhig geblieben und ihr Auge hatte den Junker offen und ohne Scheun angeſchauet.

Erich hatte geſeufzt und war geblieben; und ſo kam es denn, daß der brave Stifsamtmann von Vidöe⸗ nun Nichts weiter von ſeinem lieben Gaſt hatte, als daß er Jeglichem, der einſprach im Stiftshauſe und mit ihm am Camin vom Rothen trank, von ihm er⸗ zählte und dabei bei einer öfteren Erwähnung Seiner Majeſtät des Königs zu häufigeren Malen das Haupt entblößen mußte.

Zu Iſefjord war es indeß ruhig ſeinen Gang gegangen; Knut Hioreif, der reiche Grundbeſitzer von Island, war ein ſtrenger feſter Mann, der nach dem Geſetze der Hausordnung lebte, wie der Geringſte ſeiner Knechte: früh mit der Sonne fuhr er mit ihnen hinaus auf das Feld zum Fiſchzug, Abends kehrte er mit ihnen heim und ſchnitt ihnen das Brod vor an der langen Tafel draußen auf der Diele, und war das Mahl zu Ende, nahm er die Bibel vom dunklen Sims und betete mitten innen ſeiner Knechte auf lutheriſche Art, denn, wie ganz Island dem Luther⸗ thume anhing, waren auch die Hioreifs ſeit langen Jahren zu dem gereinigten Evangelium übergetreten, und, der Luther mit ſeinem Kirchenlied, pflegte Knut Hioreif zu ſagen, kommt mir immer vor wie die Lerche mit ihrem Frühlingsſang nach kalter Winterzeit. So muß es aber auch ſein, denn, ſoll das Werk im Hauſe von Nutzen ſein, muß ein Jeder darinnen ſein Tageswerk thun mit allem Fleiß und aller Be⸗ reitwilligkeit. Man kann wohl mit Recht ein geord⸗ netes Hausweſen mit einem geregelten Uhrwerk ver⸗ gleichen; wie dort Rad in Rad, Speiche in Speiche greift und ein jedes Stück des Triebwerkes einen Theil der Gewichte zu tragen und zu heben hat, da⸗ mit die Uhr einen reinen und richtigen Schlag thut und nimmer die Stunde fälſchlich zeigt, aus welchem Fehler allerlei friedeſtörende Irrungen und Täuſchungen entſtehen, ſo muß es auch im Hauſe zugehen, um Frieden, Ordnung, Nutzen und Vortheil am häuslichen Herde

Novellen⸗eitung.

zu Wege zu bringen. Liebe und Treue müſſen ſich die Hand reichen, Arbeitſamkeit und Fleiß müſſen auf einer Bank ſitzen und wenn der heimkommt, der von gethaner Arbeit müde iſt, muß der Daheimge⸗ gebliebene ihm das Mahl und Lager bereiten. Es darf ſich auch Keiner ganz über den Andern erheben, und biſt Du auch zehnmal der Herr und lohneſt die Knechte, ſo mußt Du doch immer daran denken, daß Herrenhand am Meiſten ſchafft, und daß Herrenfleiß ein ſchattiges Plätzchen für den Eifer der Knechte iſt. Der Schlüſſel giebt der Uhr zwar auch erſt die Mög⸗ lichkeit, daß ſie die Stunden zeigt und der Zeit ein Merkmal ſein kann, wie der Herr eben dem Getriebe der Knechte die rechte Weiſe zeigt, da ſie nützlich ſchaffen können allein ohne die Uhr iſt der Schlüſſel ein eitler, werthloſer und nichtiger Tand, und das mögen die Herren im Hanſe getreulich auf ſich an⸗ wenden, wenn der Trank zuerſt auch ein Bischen bitter ſchmeckt. Allein ſeine Bitterksit iſt heilſam und wer ihn austrinkt, wird bald ſeine Heilkraft ſpüren: und das isländiſche Moos ſchmeckt auch bitter und thut der leidenden Bruſt doch ſo unſäglich wohl d'rum munter d'can und den Becher geleert!

So dachte auch Knut Hioreif, denn mochten die Knechte auch noch ſo früh von der Kette die Kähne löſen, oder die Rinder hinaustreiben auf die Haargras⸗ ebenen jenſeiks der Klippen, Knut war allezeit dabei und ſeine klingende Stimme mahnte Morgens zum Aufbruch, und ſein helles Auge überſchauete Abends die Reihe der Schlafenden. Was in ſeinem Hauſe war, mußte mit angreifen: die Drohne, pflegte er zu ſagen, fällt dem Stocke nur zur Laſt und darum thun die emſigen Bienen gut, wenn ſie den Faulenzer, der nur von ihrem Schweiße lebt, herauswerfen; wir ſind einmal Bauern, des Bauern Erbtheil von der Mutter Natur her iſt Arbeit und wie von ſelber hat ſich die ſchwielige Hand in das Wappen des Bauern gefunden! Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, ſagt das Sprüchwort, und ſo hatte Erich Gelegenheit, die Edda in Haus und Hof ſchalten und walten zu ſehen, ſo⸗ wie zu bemerken, daß neben dem edlen Sinn, der in der Jungfrau Herz für Alles Gute und Schöne lag, neben einer wunderſamen Frömmigkeit auch eine wunder⸗ bare Feſtigkeit und Willenskraft zu finden war. Alles im Hauſe ging durch ihre Hand, ihr helles Gebot lenkte die ſchaffenden Mägde, und das Schlüſſelbund, dieſes altherkömmliche Symbol der häuslich ſchaffen⸗ den Frau, wie wir es jetzt faſt nur noch auf mittel⸗ alterlichen Bildern und in Hiſtorien aus der guten alten Zeit finden, hing allerdings an Edda's Gürtel, und des Spinnrockens ſchnurrendes Rad drehte ſich

geſchäftig unter Edda's fleißigem Fuße, indeß der

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