braucht.“
Novellen
wie mein Florchen iſt, ſo leicht entſagt, wenn auch
aus edlen Motiven. Er beſitzt, ſo viel ich weiß, noch einige tauſend Thaler, erhält er ein gutes Amt, ſo kann er damit den Vater aus den allerdrückendſten Sorgen herausziehen. Endlichſt habe ich noch eine ſchwache Hoffnung, allerdings eine ſehr ſchwache, ſo wie bei einem Menſchen, welcher am bösartigen Typhus dar⸗ niederliegt, aber doch immer ein kleines Hoffnungs⸗ flämmchen, das zur Flamme werden kann. Alſo Muth gefaßt, Florchen. Nehmen Sie regelmäßig die Pulver, gehen Sie bei dem trockenen Winterwetter fleißig ſpazieren und verloben Sie ſich nicht etwa aus Kindesliebe zu ſchnell mit dem Baron von Duresnelle. Trocknen Sie die Thränen, Fräulein Florentine, es wird dem Vater ſchon zu helfen ſein, ohne daß Sie Ihres guten Herzens ſchönſtes Glück opfern müſſen.“
Der Doctor drückte dem Mädchen herzlich die Hand und verabſchiedete ſich.
„Sie ſehen ja heute ungewöhnlich ernſt aus, beſter
Doctor, doch kein Todesfall oder Schwerkranke?“ fragte Majläth, als der Arzt ihm gegenüber ſaß.
„Einem Arzte, der ein Herz für ſeine Freunde hat, können auch Geſunde Sorgen bereiten. Mit Ihnen ſteht es wieder gut, und wenn unſre Stadt⸗ bibliothek Sie nicht hält, verehrter Graf, ſo können Sie in wenig Tagen abreiſen.“
„Das wird auch geſchehen; ohnehin bin ich ſchon
zu lange hier; Sie zu verlaſſen, wird mir ſchwer, beſter Doctor, und beſäße ich das Vermögen und den
Einfluß eines großen Magnaten, Sie müßten mit mir nach Peſth. Es würde Ihnen dort gefallen.“
„Ich kenne Peſth, mein Graf, und ſchätze ſeine Vorzüge, denoch wird Nichts mich vermögen Waldau zu verlaſſen, wo ich wirken will, ſo lange ich es ver⸗ mag, und dereinſt ruhen.“
„Nun, dann brauche ich es nicht zu beklagen, daß ich kein Carolyi oder Eſterhazy bin. Ich habe
niemals viel nach dem leidigen Gelde gefragt; das Widerwärtigſte auf Erden iſt, daß man es immer
„Wie gefällt Ihnen Duresnelle, nachdem Sie ihn perſönlich kennen gelernt haben, beſter Graf?“
„Ganz gut, er zeigt ſich nicht ſo gelehrt im Geſpräch als in ſeinen Briefen, aber es giebt mehr Menſchen, bei welchen man dieſe Beobachtung machen kann. Er geſteht ſelbſt, daß er auf ſeinen langen Reiſen ſein Hauptſtudium, Geſchichte, vernachläſſigt habe. Wenn ich plötzlich eine ſo große Erbſchaft machte, thäte ich das wohl auch; wie ich höre, iſt er im Begriff ſich mit dem ſchönen Fräulein von Hohenburg zu verloben, da darf ein Mann ſchon zerſtreut ſein.“
„Zeilung.
„O, als ich kürzlich gegen den Präſidenten eine Anſpielung machte, nahm er faſt meinen Glückwunſch an.“ 1 „Er ſcheint Duresnelle ſich zum Eidam zu wün⸗ ſchen.“ „Welcher Vater würde das nicht, mein Verehrter, wer ſind denn die Verwandten der Frau von Hohen⸗ burg? Deutſche?“ „Allerdings, aus Franken.“
„Ich will nicht behaupten, daß Fräulein Hohen⸗ bnrg, ich meine die braunäugige, auffallend ausländiſch ausſieht, bei Allem aber, was ihr Geſicht und ihr Weſen Deutſches hat, erinnert ſie mich doch an eine Dame, welche ich vor einer Reihe von Jahren kannte und die weder von väterlicher noch mütterlicher Seite ber einen Tropfen deutſchen Blutes in ihren Aderu* hatte. Es war eine Gräfin Bichovski.“ „Melanie Bichovski, ſie lebte vor ſechzehn, ſiebzehn Jahren in Wien?“ fragte Wallberger raſch.
V„Melanie, ja, ſo war der Taufname der armen Frau, kannten dieſe Dame?“ rief erſtaunt dieſer Graf. „Ich ſah ſie nur flüchtig, ſprach niemals mit ihr, auch war ſie, als ich die Gräfin ſah, älter, als jetzt Fräulein von Hohenburg iſt; aber nun, indem Sie durch Ihre Worte die Erinnerung an die Verſtorbene
in meiner Seele wach gerufen haben, wundre ich mich
urdeutſche Edelleute, ſie ſtammen
keit nicht eher aufgefallen iſt. Ich habe eben kein gutes Geſichtsgedächtniß.“.
„Ein Neffe der Gräfin, das heißt ein Neffe ihres Gemahls, ſollte ſich erſchoſſen haben, aber ich habe das Mährchen nie geglaubt, er war nicht der Menſch ſich ſelbſt zu tödten.“—
„Ich hörte damals in Wien davon,“ ſagte Wall⸗ berger und fuhr ſich mit der Hand über die Stirn. „Einige erzählten mir, der Graf Bichovski habe ſich mit einem Studenten geſchoſſen, einem—“ der Arzt hielt inne, der Name Bachmüller wollte nicht über ſeine Lippen. 8
„Bach, er ſollte ein deutſcher Baron ſein, er hatte Mediein ſtudirt, ich habe noch ein Recept von ſeiner 1 Hand.“ 4
„Sie kannten ihn, Herr Graf?“ fragte eifrig der Doctor.
„Nein, ich hörte aber viel von ihm. Er hatte einem Bekannten von mir ein vortreffliches Recey⸗ gegen nervöſes Kopfweh gegeben, und dieſer erbat ſich von dem Herrn von Bach noch einmal für mich
„Sind Sie noch im Beſitz deſſelben, Herr Graft
„Dieſe Verlobung iſt noch ſehr fraglich!“
„Leider nein, ſonſt würde ich es Ihnen mitthe
4 die ſchon lange unter dem Raſen liegt. Sie 1
über mich, daß mir dieſe unbeſtreitbar große Aehnlich⸗„
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