Jahrgang 
1-26 (1867)
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Novellen⸗Zeitung.

ſchön, und in meinem Wintergarten ſollen die Damen ſänge begleiten. Das Lied war ſehr einfach, der An⸗ den Frühling nicht vermiſſen, ſagte Duresnelle. fang lautete:

Wir werden uns Alle freuen, das herrliche Schloß Es iſt ein großes Leiden, Roſenhaag wiederzuſehen, welches ſo lange den Wal⸗ Sich lieben und ſich ſcheiden.

Sbeſuer er ogend ver⸗. damern und den Futsbeſihenn der Almgegend ve Duresnelle, welcher den ganzen Abend kein Wort ſchloſſen war. Walter Roſenhann Vebi lange m geſprochen, ſondern andächtig der Muſik gelauſcht hatte, Auslande, doch das wiſſen Sie ji, Heli Baron, Süe ging, während Florentine ſang, leiſe in das Neben⸗ lernten Ihren Freund in Italien kennen? 4

zimmer; Doctor Wallberger ſah ihm aufmerkſam nach. In Paris, Herr Präſident, erwiderte Dures⸗ 4 1

nelle,wir gingen aber von da aus zuſammen nach Italien. Meine theure verſtorbene Schweſter war

Das Feſt.

des Baron von Roſenhaag Braut, ſie verließ die Erde zwei Tage vor dem zur Trauung anberaumten.

Er, der Arme, Tiefgebeugte, fand ſeinen letzten Troſt in dem Gedanken, daß ich, ihr Bruder, ſein Erbe erhalten würde. Meine Schweſter war bedeutend

jünger, als ich. Requiescat in pace!

Der Präſident warf Otto einen Blick zu, dieſer murmelte auf Deutſch:Dennoch, Papa! V

Duresnelle ſprach indeß ruhig mit Fräulein Hel⸗ moldt fort, aber ein aufmerkſamer Beobachter würde vielleicht auf die Vermuthung gekommen ſein, daß der Ausländer mehr Deutſch verſtände, als es den Anſchein hatte, denn ein finſterer Schatten flog über deſſen Geſicht und ſeine Heiterkeit kehrte nicht ſobald zurück.

Nach beendigtem Diner zerſtreute ſich die kleine Geſellſchaft in die beiden Nebenzimmer. Der Flügel war geöffnet, der Hauptmann und Marie ſpielten vierhändig die Lieblingsſtücke des Hausherrn, der Doctor bat ſich ſpäter von Otto, welcher eine ſchöne Baritonſtimme hatte, einige Lieder aus und ſagte, als dieſer ſchwieg:Beſten Dank, aufrichtigen, bei Gott! Wenn man heut zu Tage gute Muſik hören will, ſo muß man zu Familien gehen, welche gründlich mu ſikaliſch ſind. Denn was fiſcht man im Theater für Töne auf, welche Muſik genannt werden, und wie gehen die Virtuoſen mit ihren Inſtrumenten um! Ich hörte kürzlich einen Geiger, welcher, um ſeine große Technik zu zeigen, Laute hervorbrachte, die eher dem Geknurr eines Mopſes und dem Miauen der jungen Katzen glichen, als den Tönen einer Violinle.

Und willſt Du uns nichts ſingen, Florentine? fragte die Malerin..

Sie ſingen, mein Fräulein? fragte Duresnelle.

Ein wenig, eben nur für das Haus. Otto hatte auswärts Gelegenheit, ſingen zu lernen, hier fehlt es gegenwärtig an einem guten Geſanglehrer.

Mein Lieblingslied, bat die Malerin.

Florentine ſetzte ſich an den Flügel, ſie war keine beſondere Pianiſtin und konnte ſich nur leichte Ge⸗

vielſagenden

eerfreulich, wenn der Doctor Zeit hatte, ein halbes

zu finden iſt?

Graf Mailath und ſein Arzt ſaßen einander

gegenüber, der Erſtere befand ſich bedeutend beſſer,

er durfte heute zum erſten Male einige Stunden außer dem Bett zubringen, und hatte die Erlaubniß er⸗ halten, in den nächſten Tagen Beſuhe annehmen zu dürfen. 1

Wallberger war nicht nur ein ausgezeichneter

Arzt, ſondern auch ein vielſeitig gebildeter Mann und

großer Bibliomane, deshalb war es dem Grafen immer

Stündchen mit ihm zu verplaudern; auch hielt es der Letztere für Pflicht, dem vereinſamten Patienten ſo viel Muße zu widmen, als möglich.

Die Gegend um Waldau iſt, ſo viel ich auf der Reiſe hierher ſehen konnte, auch im Herbſte ſchön, ſprach der Graf,ehe ich abreiſe, will ich ſie kennen lernen, vielleicht komme ich niemals wieder in dieſen Theil von Deutſchland. Giebt es alte Schlöſſer, intereſſante Ruinen in der Gegend? Bietet die Stadt⸗ bibliothek viel dar, was vielleicht anderwärts nicht

Ich will Ihnen den Catalog derſelben verſchaffen, Herr Graf. Was Ruinen betrifft, ſo haben wir einige, welche ſchön genug ſind, auch Denjenigen anzuziehen, der viel geſehen hat. Ein altes, großes und durch ſeine Geſchichte, ſowie durch Alterthümer merkwürdiges Schloß iſt Roſenhaag, es iſt aber jetzt bewohnt und ich weiß nicht, ob es Fremden gezeigt wird. Roſenhaag? Ich kannte in Wien einen Baron Walter von Roſenhaag, es mögen ſo etwa zehn, elf Jahre her ſein. Er war ſchön, ſah aber ſehr ſchwind⸗ 8 ſüchtig aus, und ging nach Italien. Ich habe niemals wieder von ihm gehört. 1 Er iſt geſtorben, ſein Erbe lebt jetzt in Roſen haag, ein Baron Duresnelle.. Duresnelle? rief der Graf lebhaft,Duresnelle,. das trifft ſich ja herrlich, ich kenne nämlich einen⸗ Baxon Duresnelle. Wie alt iſt der Mann? Vielleicht vierzig Jahre, er kann auch ein Jahr mehr oder eins weniger haben. Dann wird es mein Duresnelle ſein, kein Bel⸗- gier, ein Franzoſe, Alphonſe Duresnelle.

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