2 Novellen⸗ZJeitung.
voller Landſchaftsmaler, den Liebe für die ſchöne Gegend und für ein reizendes Mädchen in Waldau feſthielten.
Wohl wahr, allein ich weiß auch,
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in den Morgenſtunden köſtlich ſchlafe, wenn ich des
Häßlicheres, als einen von den neuen ſchwarzen deut⸗ ſchen Oefen, wo man nicht einmal die Flamme durch⸗ ſchimmern ſieht, wie ſonſt bei den älteren Erwär⸗
daß ich dann mungsmaſchinen? Ein gemüthliches Volk wollen wir
ſein, wir guten Deutſchen, und haben keine Camine,
Nachts ein Menſchenleben erhielt oder das ſelige um deren luſtige Flamme ſich gemüthvolle Menſchen
Lächeln einer Mutter ſah, welche zum erſten Male
ſo gern verſammeln. Sobald ich Geld genug haben
ihr Kind betrachtete. Wenn Ihr aber noch lange ſo werde, um mir hier in unſerm Waldau ein Haus nach fortredet, daß ich faſt glauben muß, Ihr wollt mich meinem Geſchmacke banen zu koͤnnen, bekommt mein
nicht mehr hier haben, ſo muß ich wünſchen, das Buch»Ueber die Wirkung der Wärme und des Lichtes auf die Nerven« niemals geſchrieben zu haben, denn nur ihm verdanke ich den Ruf an die berühmte Uni⸗ verſität, was immerhin eine Ehre iſt.*
„Dummes Zeug, Dich fort haben wollen,“ brummte der Polizeidirector Räthen;„ich ſage Dir, Georg, wenn Du fortgegangen wäͤreſt, ſo— aber freuen wir uns lieber, daß dem nicht ſo iſt. Kellner, Cham⸗ pagner! Wir müſſen auf Dein Wohl trinken. Banner iſt ein Dichter und weiß auch aus dem Stegreif hübſch zu ſprechen, er ſoll uns eine Rede halten, in welcher er unſern Dank für Deinen Entſchluß, bei uns zu bleiben, ausdrückt; hörſt Du, Banner, unſern tief und lebhaft empfundenen Dank!“
Die Glaͤſer wurden mit ächtem Cliquot gefüllt.
„Unſer lieber Doctor Georg Wallberger!“ riefen herzlich die vier Freunde dem Arzte zu und ließen die Gläſer klingen, ſogar der ſchmucke Kellner machte dem be⸗ rühmten Heilkünſtler eine ehrfurchtsvolle Verbeugung.
Währenddem der Name des Doctors hell und heiter von den Herren genannt wurde, trat noch ein
„Gaſt in das Gemach, der flüchtig grüßte und ſich in
feine entfernte Ecke des Zimmers ſetzte.
In franzöſiſcher Sprache beſtellte er ſich bei dem
Kellner eine Flaſche Johannisberger und die neueſten V rath,„daß Zeitungen, zündete ſich eine Cigarre an und vertiefte
ſich in das Journal des Débats.
nehmen Weſen etwas ſehr Abweiſendes lag.
Der Fremde, eine hobe, ſtattliche, etwas hagere Geſtalt, mochte dem vierzigſten Jahre nicht fern ſtehen; Wer trug einen feinen, mit dem koſtbarſten Pelz be⸗ ſeine Schattenſeite, übrigens war Alles an ſeinem Anzuge Thüren und Thore.
ſetzten Rock,
geſchmackvoll und von beſter Sorte. Auch ſeine Ci⸗
großer Speiſeſaal auch ein tüchtiges Camin und des⸗ gleichen mein kleines Cabinet; dann müßt Ihr jeden Sonntag bei mir zubringen, bewirthet ſollt Ihr werden daß Ihr mich loben müßt,— o Himmel, wäre das Geld nur erſt da!“
„Dazu brauchteſt Du doch ein ganz anſtändiges Sümmchen und, allen Reſpect vor Deinem Gemälde aber bei Deinem gänzlichen Mangel an Talent, Dich geltend machen zu können, wirſt Du wohl nicht ſe bald das gewünſchte Capital erhalten.“
„Vielleicht, vielleicht auch nicht. Meine Groß tante iſt neunundſiebzig Jahre alt und ſehr hinfällig macht ſie kein Teſtament— und ſig ſelbſt ſagte mi vor Kurzem ganz ex abrupto, daß ſie keins nieden gelegt habe,— ſo erhalte ich ihren Nachlaß, der au ſehnlich ſein wird; beſchwatzt ſie aber der Herr Ober pfarrer, ihr guter Freund, ſo iſt es möglich, daß di St. Johanniskirche und deren Cleriſei Alles bekommt Meinethalben, ich bin auch mit dem zufrieden, wa ich habe, und lebt ſie hundert Jahre, die alte Tan! Kunigunde, mir iſt es auch recht. Auf ihr Wohl!
Der luſtige Maler leerte das Kelchglas bis al
Nagelprobe. V„Ich muß geſtehen, Blume,“ äußerte der duß
ich mit unſeren Geſetzen in Bezug Es
wel
Erbſchaftsſachen durchaus nicht zufrieden bin. allerdings recht ſchön in gewiſſer Beziehung,
Der Doctor blickte mehrmals ſcharf, aber ver⸗ Jeder über ſein Geld nach Belieben verfügen dar V ſtohlen auf dieſen ernſten Gaſt, in deſſen kaltem vor⸗ und ich habe mich früher mit dem Hamburger
nicht befreunden können, nach welchem das nicht erworbene, ſondern ererbte Vermögen in der F bleiben muß, aber das erſtere Geſetz hat doch denn es öffnet der Erbſchle Dein Urgroßvater, lieber T2 hat als kluger und thätiger Kaufmann das groß
garre, welche er aus einem auffallend eleganten Fut⸗ mögen erworben, von welchem die Häͤlfte Deiner
teral nahm, ſchien den Herren am andern Tiſche dem tante zufiel.
Duft nach, den ſie verbreitete, als ächt.
„Felix,? ſagte der Maler,„es fängt an kühl zu werden, laſſen Sie doch noch einiges Holz in den Ofen gen, und wenn es luſtig brennt, machen Sie die Ure auf,uſt thuerich es ſelbſt. Giebt es etwas
Ihr Bruder, Dein Großvater, ha nach ſeinem Ableben unter zehn Kinder vert laſſen, Dein Vater, ein tüchtiger Beamter, kong ſeinem Zehntheil wenig hinzuthun, Du mußteſt Nachlaß mit drei Geſchwiſtern theilen, Deine loſe, einfach erzogene Großtante legte Zinſen zu 1
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