Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
498
Einzelbild herunterladen

G 1 6 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 5 1 1 1 1

,

will in Frieden und Freundſchaft mit Ihnen verkeh⸗ ren aber das mußten Sie von vornherein wiſſen: ich bin weder ein Haſe noch eine Schnepfe. Ich ſtehe Ihnen bewaffnet gegenüber!

Weshalb haſt Du mich hierher beſchieden?

Nennen Sie keinen Namen; oder bedürfen Sie eines ſolchen, ſo heiße ich Hülſen!

Du haſt mir nicht geantwortet! ſagte Ol dersloo.

Weil Sie mein Anliegen kennen! antwortete der Landſtreicher feſt.Haben Sie das Geld zur Stelle?

Nicht einen Deut trage ich bei mir. Ich bin nicht der Mann, der ſich beeilt, Dir zu gehorchen!

Sie werden damit endigen, mir zu gehorchen weshalb wollen Sie nicht damit beginnen? Mir einer⸗ lei; aber beklagen Sie ſich ſpäter nicht über mich; werfen Sie mir nicht vor, daß ich Sie verrathen habe.

Haſt Du ſonſt nichts zu ſagen, ſo geh' Deinen Weg ruhig weiter ich habe nichts mit Dir zu ver⸗ handeln, ſagte Oldersloo ruhig und wandte ſich nach der Seite ſeines Roſſes hin.

Sie überlaſſen mich alſo in der That meinem Schickſale, Herr Graf...

Oldersloo ſchwieg.

Ich habe den gerechteſten Anſpruch auf Ihre Hülfe...

Nein, Du biſt für jeden Dienſt, welchen Du mir leiſteteſt, nicht allein gut, ſondern wahrhaft über⸗ mäßig bezahlt worden. Ich ſchulde Dir nichts.. Aber wozu das noch beſonders auseinanderſetzen?

Der Graf ging fort.

Hören Sie, gnädiger Herr! Iſt denn das für gar nichts zu achten, daß ich Ihr Geheimniß bis heute unverbrüchlich bewahrt habe? fragte Hülſen.

Das war Deine Schuldigkeit!

Gut, Herr Graf es iſt einerlei das war meine Schuldigkeit gegen Sie! Lage, um zu fühlen, daß ich auch gegen meine eigene Perſon Pflichten zu erfüllen habe. Ich bin aus dem Strafhauſe glücklich entwiſcht komme ich durch

nach Holland und Indien, ſo habe ich acht Jahre Strafarbeit erſpart. Hätte ich Geld, nur zweihundert Thaler, ſo will ich meinen Kopf zum Pfande ſetzen, daß ich unangefochten über die Grenze gelange. Aber ohne alle Mittel in dieſer infamen grauen Jacke

Novellen⸗

Ich bin in einer

Zeitung.

für Deinen Verrath nur fünf Thaler baar zahlen wird? Ich zweifle.

Graf, Sie behandeln mich mit einer Grauſam⸗ keit, von der ich bis heute, zu dieſer Minute, keine Ahnung gehabt habe. Sie wollen mir alſo kein Reiſe⸗ geld geben?...

Nein!

Hundert Thaler nur!

Nichts! Jedes Wort iſt überflüſſig.

Dann iſt Alles einerlei! knirſchte der Geäch⸗ tete.Ich kehre zu meinem Kerker zurück; aber Graf Oldersloo, ich ſchwöre Ihnen, daß es in drei Tagen mit Ihnen aus ſein wird. Sie haben nur die Wahl, ſich ſelbſt aus der Welt zu ſchaffen, oder dem Scharf⸗ richter dieſe Mühe zu überlaſſen. Ich habe dann we⸗ nigſtens den Troſt, daß ein hartherziger Sünder, ſchuldiger, als ich je geweſen bin, ſeinen verdienten Lohn empfangen hat.

Ich will Dich durchaus in Deinen Abſichten nicht ſtören, ſprach der Graf, welcher jetzt bei ſei⸗ nem Pferde angekommen war und dasſelbe losband.

Hülſen war langſam hinter ihm her gegangen. Oldersloo hatte ſich kaum die Mühe gegeben, ſich nach ihm umzuſehen. 1

Ich habe hier Ihren Tod in meiner Hand, murmelte Hülſen mit vor Zorn bebender Stimme. Zurück von dem Pferde! ich werde es beſteigen und verkaufen!

Eh bien, ſagte Oldersloo;Du ſcheinſt Dich allgemach wieder zu finden ein Pferderaub iſt im⸗ mer etwas und ſteht doch um einige Grade auf der Scala des Muthes höher, als um ein Almoſen zu heulen, wie Du es vorhin thateſt.

Fort von dem Pferde oder ich ſchieße!

Meinen Melas werde ich behalten, entgegnete,

der Graf Oldersloo.Du biſt, wie ich ſehe, zur That entſchloſſen, wenn es nicht anders ſein kann. Ich will Dir Gelegenheit geben, den Preis dieſes Pferdes zu verdienen achtzig Louisd'or... Was ſagſt Du?

Daß das ein Vorwand, eine Lüge iſt. Sie

wollen ſich in dieſer verhängnißvollen Minute von mir losmachen. Nachher kann ich fragen, wo achtzig Piſtolen zu haben ſind!

O Ferdinand, ich werde ſogar darauf beſtehen,

mit den gelben Verzierungen, nur auf's Betteln und daß Du mich, bis Deine Arbeit gethan iſt, nicht ver⸗

Stehlen angewieſen ich muß den Gend'armen in die läſſe

Hände gerathen.

Und was ſoll's Dir nützen, wenn Du dasjenige

ſt! rief der Graf. VSie täuſchen mich nicht! Auf Cavalierparole! Ich ſpreche meine wahrſte

3

teignete pe mangenehme Wa?. Blind Um e Betre auch ohne ein Verbte mir gleich intexeſſire Thaler be

ſagen, al Dispofttion wird? Dr befehlen w gaolt witſt Vorl Erſt Deinen L. die Hälft BC binter 2 uns in Hül unförmli Dann ſch nes auf völlig ve⸗ vige Fau auf die das Thj Un ſeegrab tigem düſter

yelten dannen

S 1714

dersloc

S

1) 2

verräthſt, was Du mein Geheimniß nennſt? fragte Meinung aus. Ich würde nicht hier ſein, wenn mir Oldersloo kalt.Giebt es einen Menſchen, der Dir nicht der Gedanke gekommen wäre, daß eben Du die

Rnd, Rrbun. i ei it, mich,

worte