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Pflanzendecke, in die Oberwelt hineinwachſend und an deren Schickſal und Leben Antheil nehmend. Zu unterſt ferner, wo die Zerſetzung ſchon lange im Gange und die Beſtandtheile mehr krautig, iſt die gleichartige ſchwarze Maſſe des „reifen“ Torfs, ohne Gewebe und Zellen mehr, nur aus Körnern beſtehend und bloße Spuren von Pflanzenüberreſten einſchließend. Dieß iſt die Grundmaſſe. Dieſer reife Torf, auch dunkle Torf, Moortorf und auf ſeiner vorgerückteſten Stufe Pechtorf genannt, wird beim Trocknen oft wie Braunkohle ſo hart und feſt, während er friſch ſich in Formen preſſen läßt(Baggertorf). Auf dieſe compacteren Schichten folgen die faſerreicheren, ſchwammigeren und helleren Lagerungen mit vorwiegenden und weniger veränderten vegetabiliſchen Theilen, denen nach oben zu immer reich⸗ licher die Vruchſtück der holzigen Stengel und Wurzeln ſich beimiſchen, der Wurzel⸗ torf, Moos⸗Raſentorf. Nennt man ſolchen Torf nun auch„unreifen“ Torf, ſo iſt dieſe Bezeichnung mehr nur praktiſch richtig und dabei zu bemerken, daß es„un⸗ reifen“ Torf geben kann, der niemals reif wird, weil die unveränderten Ein⸗ ſchlüſſe, die er enthält, ihrer Natur nach überhaupt und für immer der Zer⸗ ſetzung widerſtehen, was z. B. von der kieſelreichen Oberhaut der Riedgräſer gilt. Dieſer Moostorf, je weniger er vermodert, erzeugt beim Verbrennen eine um ſo geringere Hitze, während der recht ſchwere, harzige(vom Haidekraut), für den praktiſchen Gebrauch der erwünſchte iſt. Was da überhaupt in den Torflagern noch für ein Vorrath von Heizkraft ruht, läßt ſich an einem einzigen Beiſpiele nachweiſen. Die Tiefe der Torfſchichten beträgt im Allgemeinen 8 bis 10, ja 20 bis 30 Fuß. Berechnen wir jenes an der holländiſch⸗hannöveriſchen Grenze liegende, gegen 60 Quadratmeilen umfaſſende Moor nur zu 10 Fuß Tiefe, ſo ergiebt ſich darin eine Anſammlung von Brennſtoff die nicht weniger als 250 Cubikmeilen einnimmt.
Außer jener Entſtehung und Ausbildung des Torflagers in der freien Natur und im Großen, ſehen wir es aber auch vor unſeren Augen ſich wieder erzeugen, da wo es theilweiſe ausgeſtochen worden, wie ja ſeine Bildung überhaupt der jetzigen Erdepoche angehört. Iſt z. B. beim Torfgraben in einer Grube der Brennſtoff bis in eine beſtimmte Tiefe weggenommen, ſo wachſen in derſelben zunächſt Sauerampfer und etwa Erdrauch. Allmälig ſammeln ſich Regen und Thau in der Vertiefung wieder an und füllen ſie bleibend mit Waſſer. Die krautigen Gewächſe gehen hierauf ſpurlos verloren und an ihre Stelle treten jene niederſten Waſſerpflanzen, die Conferven, oder einzelnes ſchwimmendes Torfmoos, kümmerlich in der braunen Lache gedeihend. Ein Paar andere Waſſer⸗ gewächſe, wie z. B. Laichkraut, vermehren die dürftige Vegetation, die oft geraume Zeit ſo kann ſtehen bleiben, bis das Waſſer einmal ſinkt, worauf ſie dann ſofort zunimmt und der Behälter mit Torfmoos ſich bedeckt. Die ſchwam⸗ mige Beſchaffenheit dieſes Mooſes aber dient nun bald anderen Sumpfgewächſen zum Stützpunkt, den Riedgräſern, Binſen, Vergißmeinnichten, dem Fieberklee, Vogelgras, Blutauge u. ſ. w. Das Wurzelgeflecht dieſer Pflanzen unterdrückt zum Theil das fernere Wachsthum des Torfmoores, preßt die weiche Grund⸗ lage überhaupt zuſammen, wodurch ſich das Moos, das ſie trägt, allmälig und zuerſt in ſeinen unteren Theilen wieder in Torfmaſſe umzuwandeln beginnt.
In wie viel Zeit dieſe Proceſſe vor ſich gehen, iſt natürlich, je nach den mehr oder weniger begünſtigenden Einfluſſen, verſchieden. Hier hat ſich eine Torfſchichte von 8 Fuß, die in einem 10 Fuß tiefen Lager ausgeſtochen wurde, inner fünfzig Jahren wieder erzeugt, dort hingegen ſoll der Torf in ſechszehn Jahren bereits um zwei Ellen gewachſen ſein. Bei einem vierzehn Fuß mäch⸗ tigen Schwarztorfmoor im Egerlande, wo des Waſſers halber die Maſſe nur 4 bis 5 Fuß tief kann abgeſtochen werden, überzog ſich im zweiten Jahre die angeſammelte braune Grubenflüſſigkeit mit verſchiedenen Conferven, im dritten kamen Waſſerlinſen hinzu, im vierten Binſen, Woll⸗ und Riedgras. Nun konnte man ſchon, wenngleich noch ſchwankend und unſicher, auf der Decke ſtehen. Zehn bis zwölf Jahre ſpäter wuchſen Haidekraut, Knieholz und Weide


