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kann. Ich habe das in meiner eigenen, erſt etwa zwanzig Jahre alten geſunden und trockenen Wohnung ſeit dieſen zwanzig Jahren, beſonders im Winter, beobachtet. Von
ewiſſen Orten, die aber auch zum unerläßlichen Bedürfniſſe gehören, und ihren, duon lange vor dem Regen ſich oft ſehr empfindlich kund gebenden Ausdünſtungen nicht zu reden, die man übrigens mit einer Hand voll Eiſenvitriol, Kalk oder Gyps augenblicklich entfernen kann, was ich hierbei zu Nutz und Frommen mancher, davon geplagter Leute, bemerkt haben will. Man werfe das Genannte nur in den Schlot, und der Geruch wird verſchwinden.—
Bekannt iſt es jedermänniglich, daß manchmal an altem Eichenholze, das irgend mit der äußeren Luft in Berührung ſteht, beſonders aber an ſolchen Balken, die der Feuchtigkeit, auch etwa dem Regen, zugänglich ſind, ſich Holzſchwämme bilden. Wo ein ſolcher wächſt, und ſtehe er auch nach Innen, in's Gebäude hinein, da vertilge ihn nicht, denn er iſt dir ſicherlich ein Wetterprophet, und zwar ein beſſerer, als irgend Einer. Wird die Witterung trocken, ſo wird er zuſammenſchrumpfen; neigt ſich die Witterung zur Feuchtigkeit, ſo quillt er wieder auf; nahet viel Regen, ſo bilden ſich auf ſeiner Oberfläche gelbe Waſſertropfen.
Ich hatte in einer früheren Wohnung ein altes Fenſter, deſſen Geſtell aus Eichen⸗ holz und, Gott weiß, wie alt war. Hinter dem Hauſe floß ein Bach, und ein hoher Nußbaum beſchattete die ganze Seite des Hauſes, wodurch hier im höchſten Sommer eine feuchte Kühle waltete. An dem Fenſter fehlte ein großes Stück der Bekleidung und das Geſtell lag frei. Hier wuchs aus dem uralten Holze ein feſter Schwamm heraus, der mir ſchon wegen ſeiner Entſtehung merkwurdig war, denn er wuchs nach Innen der Kammer heraus. Seine wechſelnde Form und Außenſeite machte mich zu⸗ erſt aufmerkſam, und eine genaue Beobachtung zeigte mir die wechſelnden Erſchei⸗ nungen ſeiner Oberfläche und erwies mir ihn als Wetterpropheten, und dieß war er mir viele Jahre hindurch, und zwar nicht bloß auf einige Tage, ſondern ſelbſt auf eine volle Woche im Voraus. Er täuſchte mich nie, wenn mich auch das Wetterglas im Stiche ließ. Ob auch die Schwämme, welche im Walde oder im Freien an den Bäu⸗ men wachſen, dieſelben Eigenſchaften haben, weiß ich nicht. Es bot ſich mir nie Ge⸗ legenheit, ſie zu beobachten. Möchten dieß Andere, beſonders Forſtleute thun, die Luſt und Liebe haben, auch auf die untergeordneteren Dinge in der Natur zu achten.
Einen recht ſonderbaren, ja komiſchen Wetterpropheten hatte ein wackerer Bauers⸗ mann meines Wohnortes an der Schiebelade des Eßtiſches, der ſchon viele Jahre in der Familie gedient hatte. Wurde die Witterung trocken, ſo ſchob ſich die Lade leicht her⸗ aus und herein, wurde aber die Luft feucht, und nahte Regen, ſo begann oft drei bis vier Tage vorher die Lade zu quellen; ſie ſchob ſich ſchwer, ja man mußte ſelbſt Ge⸗ walt anwenden, ſie herauszubringen, und dann gab ſie allemal einen ſchnarrenden, gahrenden Ton. Der Mann richtete ſich mit ſeinen Arbeiten darnach und war wohl berathen. Ich hatte manchen Scherz mit ihm. Wollte ich Etwas vornehmen, wozu ich Trockenheit bedurfte, ſo wurde mein Schwamm befragt, und wenn ich den Nachbar erblickte, fragte ich ihn: S..... was ſagt die Schiebelade? Jedesmal ſtimmte ſie mit dem Schwamme, oft aber gab ſie noch früher Kunde einer Witterungsverän⸗ derung, als dieſer. Lachet nicht, liebe Leſer! Das alte Holz der Lade muß große Em⸗ pfänglichkeit zur Aufnahme der feuchten Theile in der Luft gehabt haben, und darin liegt die ganze Sache. Wer weiß, ob wir nicht Alle Geräthe in unſern Wohnungen haben, an denen ähnliche Erſcheinungen zu beobachten wären, wenn wir darauf achte⸗ ten? Ob wir nicht oft an ſo einem weit ſicherern Wetterpropheten vorübergehen, um nach dem Wetterglaſe zu ſehen, das uns bei Weitem nicht ſo ſicher leitet, als dieſer uns leiten könnte, wenn wir ſeine Eigenthümlichkeiten beobachteten.
An wie vielem gehen wir gleichgültig oder geringſchätzend vorüber und ahnen nicht, wie groß ſeine Bedeutung für uns wäre, wenn wir ſie kennten oder nur beachten wollten.
Gerade im Pflanzenreiche, und was ihm angehört, ſind bei Weitem die genauen Beobachtungen noch nicht gemacht über das Verhältniß, in welchem die Pflanzen zu der kommenden Witterungsveränderung ſtehen, als in dem


