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Das war eine Wendung ſeiner Schickſale, die ihm plötzlich und ganz unverhofft kam, denn in ſeiner beſcheidenen Denkart war davon kein Gedanke in ſeine Seele gekommen, daß es ſo werden könne. Er war nun ſo geſtellt, wie er es eigentlich in der Heimat, auch bei dem treueſten Fleiß im Handwerke, nie erreichen konnte. Die Trauer, die ihn beſchlichen, als er aus ſeiner Handwerkslaufbahn herausge⸗ riſſen wurde und ein Einlenken in dieſelbe in einer dunkeln Ferne vor ſich ſah, wenn es je möglich werden ſollte,— ſie wich nun von ihm; und heiterer, wie ferne er auch von ſeinen Lieben war, blickte er in das Leben, das nun für ihn eine andere Geſtalt annahm.—
Er glaubte in den Fügungen, die über ihn ergingen, die Abſicht des Herrn zu erkennen, daß er ſeiner Zukunft eine andere Richtung geben wolle. Er demüthigte ſich unter die unerforſchlichen Rathſchlüſſe Gottes und ſtellte Alles ihm allein gläubig anheim. Seine Pflicht wollte er thun nach beſter Kraft, und dann Gott ſorgen laſſen.
Gar oft dachte er in jenen Tagen an die ſchönen Worte eines Gottesliedes aus dem alten, churpfälziſchen Geſangbuche, das er in der Schule auswendig gelernt, und in ihnen fand er einen Troſt und eine Stütze, die ihn aufrecht hielt. Es waren die Worte:—
Wird's aber ſich befinden,
Daß du ihm treu verbleibſt,
So wird er dich entbinden, Wenn du's am Mind'ſten gläubſt. Er wird dein Herz erlöſen
Von der ſo ſchweren Laſt
Die du zu keinem Böſen
Bisher getragen haſt.
Wohl dir, du Kind der Treue, Du haſt, und trägſt davon Mit Ruhm und Dankgeſchreie Den Sieg, die Ehrenkron'. Gott gibt dir ſelbſt die Palmen In deine rechte Hand,
Und du ſingſt Freudenpſalmen Dem, der dein Leid gewandt!
Dieß glaubensvolle und glaubensfreudige Wort klang ihm wie ein prophetiſch Wort, voll Troſt und Hoffnung auf der langen Seereiſe und ſein Wiederhall blieb in ſeiner Seele fort und fort, aber ſeine Gedanken, wenn er über die Fläche des Meeres hinſchaute und nichts ſah, als Waſſer und Himmel, eilten an den fernen Rhein und die, bei denen ſie hafteten, kennen wir ja. Aber eben dieß feſte Glauben an den, der Alles wohl macht, war für ihn ein Heil und ebenſo die ſtetige, an⸗ geſtrengte Arbeit und Thätigkeit, die der Dienſt ihm brachte, denn das Heimweh blieb ihm fern, das Heimweh, dieſe Krankheit am Herzen, die ſo manche friſche, junge Kraft bricht und ſo manches junge, kräftige Leben in die frühe Gruft ſenkt in der weiten Ferne, wo die Rückkehr zur Heimat eine unmögliche Sache geworden iſt; die das arme Herz wirklich bricht.
Endlich langten ſie in Batavia an; allein ihre Reihen waren gelichtet, und ihre Zahl zuſammengeſchrumpft. Fritz war in Gottes Huth geſund geblieben. Dafür dankte er inniglich dem, der ihn behüthet.
Die Erfahrung aber, daß der Aufenthalt in Batavia, deſſen ſumpfige Umgebung, verbunden mit der unerträglich heißen Luft, wahrhaft peſtartige Krankheiten bei denen erzeugt, welche aus Europa herüber kommen und lange an der heiß⸗feuchten Küſte verweilen müſſen, hat den Holländern die Augen geöffnet und da es ihnen drum zu thun ſeyn mußte, ſchnell neue Streitkräfte in's Feld zu ſtellen, ſo war auch dafür ſchon hinlängliche Sorge getragen, daß die Soldaten ſo ſchnell als es thunlich war, fort und in's Innere der Irßel gebracht werden konnten. Es ſtand eben grade


