Zeitschriftenband 
24 (1856)
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XIV Vorwort.

Perſonen und Dinge gewinnen, ſo betrachten wir die Novelle und die Criminalgeſchichte als ge⸗ lungene Producte. Auch in den gedachten Fällen werden wir aus dem einen Schwerpunkt derſelben vielen Radien und Reflexen begegnen, die uns in Sitten, Verhältniſſe und Anſichten aus Schichten und Zeiten lehrreich, wenn auch nicht immer er⸗ freulich einführen. Von einem ſächſiſchen Ju⸗ riſten erhielten wir die Novelle unter dem Titel: Die Förſterstochter im Floßteich, die uns mancherlei Blicke in das Leben der heutigen Zuchthäuſer wirft. Der Gutspächter Haſſe iſt nach der actenmäßigen Darſtellung eines nahen Zeugen, der den viel be⸗ rufenen Fall in einer Broſchüre publicirt hat. Der Fall: Der Kammergerichtsaſſeſſor von Zahn, aus Biſchoff's Werke, darum leider nach der Bedin⸗ gung jener Zeit, mit den Namen der Perſonen und Ortſchaften vertauſcht und verdeckt, iſt von einem baierſchen Juriſten für unſer Werk verar⸗ beitet, welcher aus hinterzeichneten Notizen aus ſeiner eigenen Familie einige Züge dazu fügen konnte. Die didactiſche Behandlung, die jener Zeit(auch von Feuerbach) beliebt wurde und im⸗ mer an den künftigen Juriſten denkt, der ſelbſt inſtruiren werde, ließ ſich freilich ohne die ganze Farbe nicht wegtilgen, der ſittliche Stoff der Geſchichte iſt aber ſo erſchütternd, daß wir über dieſe Mängel hinwegſehen und eigentlich mehr als ein Genreſtück,