Zeitschriftenband 
24 (1856)
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VI vorwort.

gebenheit zum Grunde, die, im Intereſſe Aller, wenigſtens des Ermordeten ſelbſt, den Schleier des Geheimniſſes darüber zu decken, rathſam halte, weshalb Viele, die Minutoli perſönlich gekannt, auch meinten, es ſei beſſer darüber ganz zu ſchwei⸗ gen. Die ſtrengſte Unterſuchung, welche Alles, auch das Kleinſte, ermittelte, hat jedoch über den Un⸗ glücklichen Nichts aufgehüllt, was man nicht frü⸗ her von ihm wußte, und daß er nur als das traurige Opfer der Rache und gemeiner Raubſucht gefallen iſt. Die politiſche Erregung hat aller⸗ dings mitgeſpielt, und der Fall iſt um deswillen von großem Intereſſe, weil nur der allgemeine Volkshaß die knabenhaften Mörder zum Meuchel⸗ morde in einem deutſchen Lande anſtacheln und die That ermöglichen konnte; aber das ungleich wichtigere Intereſſe iſt das pſychologiſche. Ein ſolches Complott von halben Kindern iſt faſt un⸗ erhört. Ein Complott zweier Knaben und eines jungen Mädchens, um Jemand umzubringen, der nur den einen von ihnen, ſeinen Diener, verdien⸗ terweiſe etwas ſtreng behandelt hatte, mit den an⸗ dern Beiden aber kaum in Berührung getreten war. Ein Complott, darum monatelang vorbe⸗ reitet, mit ſo raffinirter und zugleich alberner Art, um es auszuführen; mit ſolcher Zähigkeit auf der Ausführung des Verbrechens zu verharren, daß bei keinem aller drei Verſchwörer das Gewiſſen

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