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30 Louis Hapoleon Bonaparte.
ſo ſchnöde nach dem boulogner Vorfall verhöhnt, war der thätigſte unter den Präſidentenmachern. Sie hatten ſich getäuſcht. Die Puppe gewann Leben, zum Verdruß aller Parteien, zumeiſt derer, welche ſie aus dem Staub erhoben. Ob ſie Leben behalten, ob ſiegen wird, darüber ſchwebt noch der Proceß. Aber ein moraliſch weit wichtigerer iſt ſchon entſchieden, ein für die ſittliche Welt troſtreicherer, daß es der Kraft eines Mannes möglich ward, den Fluch des Lächerlichen zu überwinden. Man wählte Louis Napoleon freilich, weil er den Namen ſeines Oheims trägt, aber ebenſo Motiv war, weil er ein ſo lächerlicher Träger des Namens war, daß von ihm keine Gefahr ernſten Widerſtandes drohte, daß ein Fußtritt ſeiner Meiſter ihn vom Piedeſtal wieder herabſtoßen konnte, auf das ſie ihn erhoben. Man hat es mehr als einmal vergebens verſucht. Freilich ſcheiterten die Verſuche, weil die Parteien ſich über eine neue Spitze nicht einigen konnten, aber ein Strohmann wäre trotzdem unter ſolchen heftigen Angriffen umgefallen. Er blieb keine Puppe, er ſetzte ihnen eine Kraft, die man aner⸗ kennen muß, entgegen.
Worin dieſe Kraft beſteht? Es iſt weder eine reli⸗ giöſe, noch eine herviſche, noch ſcheint es die ſittlicher Begeiſterung oder eines fataliſtiſchen Glaubens an ſeine Miſſion; denn die Strafrede, welche der Präſident beim neulichen Beſuch in Ham ſich ſelbſt gehalten, ſeine frü⸗ hern Thaten als ſträfliche Empörung ſchildernd, erſcheint doch mehr als eine kluge Komödie zum Beſten einer höhern Polizeiordnung, als aus innerer ſittlicher Erſchüt⸗ terung hervorgegangen. Es iſt die Kraft der Selbſtent⸗ haltung, einer Klugheit, die Fanatismus und Flluſion von ſich abgeſchüttelt. Er verſucht überall, aber nicht ſtür⸗ miſchen Schrittes, er prüft vorher den Boden. Er greift
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