Auf ſeinen Lorbeeren— freilich, freilich, wie man
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will— wenn man davon abſieht, was ſich erſt geſtern 4 ſchon im Vorzimmer zu hören— hilf Himmel, was bleibt
Abend zugetragen hat!“ Die Clubbmitglieder ſchienen mit wachſender Span⸗ nung zuzuhören, rückten abermals ungeduldig mit den
Stühlen und der Major v. Donner ſagte:„Es wär' mir
lieb, wenn Sie einfach ſagten, was Sie wiſſen!“ Piffpaff und Hmphm—„Nun, der Kaufmann N., der Herr Gemahl der NN., meldet geſtern ſeiner Frau im gewöhnlichen Geſchäftsſtile: Liebes Mäuschen, ich muß einer Angelegenheit halber ſofort auf zwei Tage ver⸗ reiſen, ſei ſo gut, laß mir in Eile das Nöthige packen, verſeh' mich auch mit etwas kalter Küche auf den Weg und vergeſſ' nicht, alle möglichen Schlüſſel von Wichtig⸗ keit an Dich zu nehmen; die Frau, nichts weniger als un⸗ angenehm von der Abreiſe ihres Herrn überraſcht, ſagt ja, lieber Mann, läßt eiligſt packen, legt kalte Küche dazu, nimmt zärtlichen Abſchied von der ſtärkern Hälfte ihres
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gerade jetzt von einer wahrhaft fanatiſchen Eile beſeſſen, er iſt bald auf der oberſten Stufe der Treppe— jetzt gar
übrig als der große Wandſchrank, wie gewöhnlich, Herr
Pappelheim trabt alſo in den Wandſchrank hinein, die
Thürflügel ſchlagen hinter ihm zu— und ſchon ſteht auch der Herr und Gemahl der Dame auf der Schwelle.— Guten Abend, ſüß Weibchen, da bin ich wieder— uner— wartete Abkürzung meiner Reiſe, eine Depeſche erreichte mich in B., die Sache iſt in Ordnung, ich bin wieder da— ach, wie erhitzt und hungrig! Gieb mir nur zu eſſen und zu trinken!— Ach, zu eſſen und zu trinken genug, Lieb⸗ männchen, mach' Dir's bequem— und wie froh ich bin, daß Du wieder da biſt;— Lischen, Lischen! meinem Manne einen Teller Suppe, den Braten ſchnell an's Feuer, eine oder zwei Flaſchen Wein!(Piffpaff) In⸗ deſſen legt der Herr Gemahl ſeinen Hut beiſeite, reißt ſich glühend vor Hitze das Halstuch herunter, zieht den
L.
Ein Mennonitengehöft in Südrußland.
Lebens— und beeilt ſich dann, das ſchreckliche Unglück, ihren Mann zwei Tage nicht in ihrer Nähe zu haben, dem Herrn Rittmeiſter zu melden, der denn auch nichts Eiligeres zu thun hat, als das Amt eines Tröſters zu übernehmen und ſich für den Abend bei der NN. melden zu laſſen. Er hält auch Wort, er iſt noch ſchneller als der Abend da, kommt ſchon vor Einbruch des Dunkels an, findet eine überaus warme Aufnahme, wird zum Dank aufs Beſte regalirt und glaubt ohne Gefahr eines Ueber falles ſeinen Aufenthalt bis tief in die Nacht verlängern zu dürfen;— da kommt gegen elf Uhr des Nachts das Mädchen der NN. in's Zimmer geſtürzt mit der Schrek⸗ kenskunde: Ihrer Gnaden gnädiger Herr kommt zurück, er iſt ſchon zur Hausthüre herein und auf der Treppe! (Piffpaff) Was iſt zu thun? Es giebt nur Eine Treppe, auch münden alle Zimmer nach eben dieſer Einen Treppe,
die Fenſter des zweiten Stockes haben zum Hinausſprin⸗
gen eine zu geſunde luftige Lage— zudem iſt Herr N.
Rock aus und will nach dem Wandſchrank, um die Klei⸗ dungsſtücke zu verwahren;— die Gattin aber tritt ihm in den Weg, umarmt und küßt ihn herzlich, ſagt: O laß nur, Männchen, ruh' Du lieber aus, ich ſelber will's ſchon machen;— was der Herr Gemahl abermals nicht zugeben will, indem er ſie ſauft bei Seite drückt: nein, laß nur, hol' Du lieber meinen Schlafrock, Kind;— aber ſie nicht faul, erwiedert zärtlich: wo denkſt Du hin, mein Schatz, ſitz hin, die Kleider und den Schlafrock will ich Dir beſorgen;— was der Herr Gemahl auf's Neue nicht gewähren will, worauf die Frau noch wärmer ruft: Mein Oscar!— Er hinwieder: Adelaide!— Sie von vorne: Mann, Mann des Herzens!— Er aber friſch dagegen: Freudenkügelchen des Lebens!— Sie: Und das für all die Lieb' und Opfer? Nochmals, lieber Oscar!— Er: Zum letzten Male: Adelaide!— Und kurz und gut: der Herr Osear ſchiebt ſeine beſſere Hälfte ſchließlich feſt und ohne Unglücksahnung bei Seite, reißt den Flügel des


