Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
801
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Vierte Folge.

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Cine Mochenchronin für Niteratur, Notterie

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Erſcheint regelmäßig jeden Freitag.

Leipzig,

Kunst,

am 21. December 1866.

IV. Jahrgang.

ſchöne Miſſenſchaſten und Geſellſchaſt.

Abonnementspreis jährl. 5 ½ Thlr.

in Leipzig, 1 Vom Hof- und Schlachtgewimmel dt 84 Ng, zum Liebesport.

gr. und Eine Doppelgeſchichte nach dem Leben

beziehen von

E. Heuſinger. (Fortſetzung.)

Nach ihres Bruders und Freiwalds Abreiſe lebte

Anna mit ihren Eltern in großer Abgeſchiedenheit,

50 6, Zar. und die trübe Stimmung des kleinen Familienkreiſes r wurde durch die zunehmende Verſtimmung des Vaters . noch vermehrt. Sein Pachter gab immer betrübendere 5 en. er Nachrichten von den Verluſten, die ſein ſchönes Gut 2 bei dem Rückzuge der Verbündeten und dem Vor⸗ 4 dringen der Franzoſen erlitten hatte, und er ſah ein, Hartmann daß ihm die Schäden, die ihn bereits getroffen, ſelbſt

deutend fühlbar werden mußten.

bei deſſen ſehr günſtigen Vermögensumſtänden be⸗ Seine bisherige Gleichgültigkeit gegen die kriegeriſchen und politiſchen Unmuth gegen die Franzoſenherrſchaft ſtieg, ſelbſt

EGreigniſſe ging in Erbitterung über und ſein Un⸗ muth richtete ſich hauptſächlich gegen die Franzoſen; waren ſie doch die nächſten Gegenſtände, die ihn täglich an ſeine ſchweren Verluſte erinnerten.

Anna ſowohl als ihre zäͤrtliche Mutter waren ſorglich bemüht, ihn zu beruhigen und zu zerſtreuen. Bald bewogen ſie ihn, das franzöſiſche Schauſpiel zu

beſuchen, in welchem einige der erſten Pariſer Bühnen⸗ künſtler glänzten, bald ſie auf einer Wanderung durch die Umgegend zu begleiten. Leider waren die land⸗ ſchaftlichen Reize, zumal in Dresdens nächſter Um⸗ gegend, durch die zerſtörende Hand des Krieges immer mehr entſtellt. Um beide Stadttheile, auf dem nörd⸗ lichen und ſüdlichen Elbufer, zogen ſich mächtige Ver⸗ ſchanzungen, an denen täglich viele Hunderte von Land⸗ leuten arbeiteten, welche man zum Theil aus weiter Ferne zu dem widerwärtigen Dienſte gepreßt hatte. Dieſer Anblick, der auf künftige Gefahren und Be⸗ drängniſſe deutete, ſetzte Herrn v. Winterfeld in neue Verſtimmung, wenn er einmal erheitert war, und ſein