Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
701
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der Jungfrau, ein Stück von dem Leintuch Johannes des Täufers, und in der Mitte, in der Art eines Pendels auf⸗ gehängt, der Talismann Carl's des Großen, den der Magiſtrat in Aachen Napoleon I. gegeben hat; endlich ein Stückchen von dem Knochen des rechten Armes des großen Carolingers enthalten iſt. Der Talisman welcher die Größe eines Fünffrankenſtückes hat, iſt aus einem Aquamarin gefertigt, welcher zwei Stücke des wahren Kreuzes Jeſu enthält, die kreuzförmig zuſammengefügt ſind und die man durch den Aquamarin ſehen kann.

Der Kaiſer ließ ſich jeden Morgen per Telegraph Bericht über das Befinden des Kranken erſtatten und während des Tages ſich mehrmals danach erkundigen. Bei ſeinem letzten Beſuche vor ſeiner Abreiſe nach Biarritz fand der Kaiſer den Kranken ſchlafend und wollte nicht, daß man ihn aufweckte. Der Kaiſer war ausdrücklich von Saint Cloud in die Tuilerien gekommen, um den Kranken noch einmal zu ſehen.

Graf Baciocchi war ſeit zehn Jahren von einem nervöſen Leiden befallen, das ihm ſchreckliche Schmerzen verurſachte, während es ihm die Nachtruhe faſt vollſtändig raubte. Er konnte weder ſitzen, noch ſtehen, ohne zu gehen, und eben ſo wenig liegen, wofern er nicht ſchlief, und er ſchlief wenig. Er mußte ununterbrochen gehen und er verglich ſich ſelbſt mit dem ewig wandernden Juden. Der Kaiſer hatte für ihn in den Tuilerien einen großen Corridor mit Fußteppichen belegen laſſen und ihm denſelben ganz zur Verfügung geſtellt, worin der arme Kranke faſt ununterbrochen auf und ab ging. In einer Kriſis ging er 34 Stunden lang hintereinander. Seine Fußſohlen waren blutroth. Nichts deſto weniger ſetzte er ſeinen Dienſt fort und man ſah ihn in dem Hofkreiſe und im Theater. In der Oper hatte er eine vergitterte Loge, worin er umher⸗ gehen konnte.

Im Jahr 1860 hatte der Doctor Marchal(aus Calvi), um allen, oft gefährlichen Heilverſuchen ein Ende zu machen, ihm in einem Briefe, welcher dem Menſchen und dem Gelehrten CEhre macht, die Unheilbarkeit ſeines Uebels auseinandergeſetzt. Unter Anderm ſchrieb ihm der Doctor:Ihr großer Irrthum iſt, daß Sie von dem Leiden geheilt ſein wollen. Sie können nicht geheilt werden. Ich füge ſofort hinzu, daß Sie Ihren Zuſtand verbeſſern und noch während einer langen Zeit ſich einer genügenden Geſundheit erfreuen können. Der Marſchall Sebaſtiani litt an dieſem Uebel noch härter, als Sie, und er lebte noch beinahe zwanzig Jahre, während welcher Zeit er ſich die Kraft und die Klarheit ſeiner ſchönen Intellignz bewahrte. Aber er hatte ſich einem Regime und einer Behandlung unterworfen, wovon er keinen einzigen Tag abwich, und er folgte nicht allen Rathſchlägen und Meinungen.

Da die Vorſchriften des Arztes von Seiten des Kranken nicht vollkommen befolgt wurden, ſo zog ſich der Erſtere als Arzt zurück, blieb aber fortwährend der Freund des Grafen. Vor zwei Monaten ſagte der Kranke zu ihm:Fetzt kann ich nicht mehr geheilt werden; ich habe nur noch zu ſterben und das iſt mein heißeſter Wunſch; aber ich leide ſchrecklich und bitte Sie, verſchaffen Sie mir Linderung.

Dieſer Wunſch wurde erfüllt und unausſprechliche Leiden wurden ihm durch Mittel erſpart, die das Leben nur verlängern konnten, indem ſie den ſchrecklichen Zuſtand der Aufregung aufhören ließen, der mit der Verlängerung des Lebens über einige Tage gänzlich unverträglich iſt.

Graf Baciocchi empfing bis zu ſeinem letzten Augenblick die zärtlichſte Sorgfalt von ſeinem Neffen Jean Stephanopoli, aus dem erlauchten Hauſe der Komnenen.

Doctor Marchal hat ihn während der letzten zwei

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Monate faſt nicht verlaſſen und Doctor Decori, den er ſich zugeſellt hatte, hat die letzten 23 Nächte bei dem Kranken gewacht.

Der Todeskampf begann bei dem Grafen am 25. Sept. des Morgens 10 Uhr. Im letzten Augenblick ſprach eine Perſon ſeiner Umgebung nach der corſiſchen Sitte die ſacra⸗ mentalen Worte: Partez, äme chretienne! aus.

Einige Augenblicke vorher wurden demſelben Gebrauche gemäß in der Mitte der knieenden Anweſenden von dem Doctor de Pietra Santa die Gebete der Sterbenden mit lauter Stimme vorgeleſen.

Der Kaiſer hat nicht gewollt, daß die Papiere des Ver⸗ ſtorbenen unter Siegel gelegt würden.

Nach dem ausdrücklichen Willen des Grafen Baciocchi wird für ihn in Paris kein Trauergottesdienſt gehalten; ſeine Leichenfeier findet in Ajaccio ſtatt, wo er gewünſcht hat, in der Familiengruft ſeine letzte Ruheſtätte zu erhalten. C.

Der Marquis de Turgot.

Der franzöſiſche Senat hat bereits wieder eins ſeiner Mitglieder in Zeit von acht Tagen das dritte durch den Tod verloren. Am 1. October c. des Morgens ſtarb in Verſailles, wo er ſich ſeit einiger Zeit aufhielt, nach einer längern Krankheit der Marquis de Turgot, der frühere franzöſiſche Geſandte am ſpaniſchen Hofe und der jetzige franzöſiſche bevollmächtigte Miniſter bei dem Schweizer⸗ bunde.

Louis⸗Felix⸗Etienne, Marquis de Turgot, wurde am 26. September 1796 geboren und ſtammt aus einer adeligen Familie der Normandie, deren Name durch den Miniſter Ludwig's XVI. ſehr berühmt geworden iſt. Die Familie Turgot, beſaß bereits im funfzehnten Jahrhundert große Lehnsgüter die im Jahre 1735 von Ludwig XV. zum Marquiſat erhoben wurden. Sie lieferte Frankreich die einſichtsvollſten und ergebenſten Männer, Finanzmänner, Adminiſtratoren, die ſich ebenſo ſehr durch ihre Einſichten wie durch ihre Rechtſchaffenheit auszeichneten. In jeder Generation gab ſie Intendanten der Provinzen und General⸗ Controleure.

Der eben Verſtorbene hat die alte Deviſe ſeiner Familie Malo mori quam maculari während ſeines ganzen Lebens aufrecht erhalten..

Er erhielt ſeine Erziehung in der Militärſchule zu Saint⸗ Cyr und war 1815 Chevaux⸗leger in der königlichen Garde, und in dieſer Eigenſchaft gehörte er zu der kleinen Escorte, welche den König Ludwig XVIII. nach Gent begleitete.

Bei dem Ausbruch der Revolution im Juli 1830 war er Officier in dem Küraſſier-Regimente der königlichen Garde, als welcher er ſeine Demiſſion einreichte.

Durch den Einfluß ſeines Schwiegervaters, des Mar⸗ ſchalls Lobau, wurde er 1832 von dem König Ludwig Philipp zum Mitgliede der Pairskammer ernannt, wo er ſich der conſervativen Paxtei anſchloß, der er bis zum letzten Augenblick treu geblieben iſt.

Die Februar⸗Revolution warf ihn ins Privatleben zurück, doch ſchloß er ſich den napoleoniſchen Ideen an, und obgleich er zur Zeit der Republik ſich an den Geſchäften wenig betheiligt hatte, ſo bekleidete er zur Zeit des Staats⸗ ſtreiches doch den Poſten als Miniſter des Auswärtigen und wirkte zu dem Gelingen deſſelben mit. Im Juli 1852 trat er das Portefeuille des Auswärtigen an Herrn Drouyn de Lhuys ab und wurde dagegen vom Kaiſer zum Senator