Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
621
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gehört wird, das WortVetter; von dieſen ſchon darum, weil es auf dem Lande die AnredeHerr vertritt und von jenen vielleicht darum, weil die Lehnsvettern gar nicht zu verachtende Leute waren, und die angenehmen Ausſichten, die für Manchen mit dem Verhältniß zu ihnen verbunden waren, die Ehre und das Anſehen deſſelben retteten.

Wie dieſe beiſpielsweiſe und, weil bei ihnen der Ge⸗ brauch der Fremdwörter am auffallendſten und für den Deutſchen und die Sprache am entbehrlichſten iſt, vorzugs⸗ weiſe angeführten, giebt es noch andere franzöſiſche Wörter genug, welche, obgleich in den Kreis der nächſtliegenden menſchlichen Verhältniſſe gehörend, faſt nur oder meiſtens ſtatt der vorhandenen Ausdrücke der Mutterſprache gebraucht werden. Wie iſt nun aber dem abzuhelfen? Bei der All⸗ gemeinheit, mit der ſie angenommen ſind, wird dies allerdings ſchwer ſein. Vom großen Publicum und den damit Auf⸗ gewachſenen dürfte wenigſtens anfangs gar nichts oder nur wenig zu erwarten ſein. Die Sache dürfte vielmehr nur auf zweifachem Wege durchzuführen ſein, einmal von unten hin⸗ auf durch die Jugend und ihre Lehrer, und ſodann durch große Autoritäten von oben herab.

Daß in dieſer Rückſicht durch die Schule das Meiſte gewirkt werden könnte, iſt unſchwer einzuſehen. Werden den Kindern von Klein auf die deutſchen Wörter gelehrt, wird darauf gehalten, daß ſie von ihnen in mündlicher Rede, wie in ihren ſchriftlichen Arbeiten ſtets allein gebraucht werden, ſo werden ſie mit ihnen aufwachſen, und wenn auch beſonders anfangs im häuslichen Kreiſe durch die lange Gewohnheit deren Gebrauche entgegengewirkt wird, ſo wird ſich dieſer Widerſtand mit den zu Männern und Frauen herangewachſenen ehemaligen Kindern abſchwächen und verlieren. Auf der anderen Seite iſt aber auch dazu der ernſtliche Wille und zwar aller Lehrer erforderlich. Soll das Verfahren durch⸗ greifend und von nachhaltiger Wirkung ſein, ſo muß es all⸗ gemein in allen Schulen durchgeführt werden, und daß dies möglich ſei, dazu iſt auch erferderlich, daß auch in den eingeführ⸗ ten Lehrbüchern darauf Rückſicht genommen werde.

Wenn wir dieſe Verfahrungsweiſe von allen Schulen verlangen, ſo ſind damit ja nicht etwa blos die Elementar⸗ ſchulen, ſondern auch die höheren Lehranſtalten von den ſo⸗ genannten Mittel⸗ und lateiniſchen Schulen an bis zu den höheren Töchterſchulen und Gymnaſien hinauf gemeint. Denn durch die niederen Stände allein könnte dieſe Sprech⸗ änderung niemals bewirkt werden, weil ſich dieſelben ſtets nach dem Beiſpiele der höheren Stände richten und von dieſen Sitten und Gewohnheiten annehmen. Auf letztere muß daher gleichzeitig eingewirkt werden, und hier, wie bei erſteren, die ſich immer erneuernde und heranwachſende Jugend die heimiſchen Wörter nach und nach einführen und wieder zu Ehren zu bringen. Geſchieht dies erſt in den höheren Schichten der Bevölkerung, ſo wird auch der große Haufe, beſonders bei der ihm innewohnenden Nachahmungs⸗ und Modeſucht, nicht zurückbleiben.

Wer ſoll nun aber das Loſungswort zu dieſem Aus⸗ merzungsverfahren geben und daſſelbe hohen und niederen Lehrern, von deren Gebahren das Gelingen hauptſächlich ab⸗ hängt, annehmlich machen? Niemand anders, als die hohen Autoritäten, auf welche wir oben hindeuteten, zuvörderſt die Verſammlung deutſcher Philologen, Schulmänner und Orien⸗ taliſten, ſowie die der Pädagogen. Wir verkennen, neben ihren Arbeiten auf dem praktiſchen Felde, ſo wenig den Werth ihrer rein wiſſenſchaftlichen Leiſtungen, daß wir, gehörten wir zu jenen bevorzugten Sterblichen, denen Millio⸗

Vierle

nen zu Gebote ſtehen und deren es nicht in England allein, ſondern ſelbſt in unſerem Deutſchland immerhin genug giebt, um ſie nicht mit der Laterne ſuchen zu dürfen, ein Bedeuten⸗ des unſerer Mittel z. B. auf Erforſchung des Alterthums und großartige Unternehmungen zu einer genauen und gründlichen, wiſſenſchaftlichen Unterſuchung ſeiner Cultur⸗ ſtätten verwenden würden. Aber in dieſem Falle dürfte doch wichtiger als eine Abhandlung über das Sanskrit, die An⸗ gelegenheit der Reinheit unſerer ebenfalls ſchönen und uns näher angehenden Mutterſprache ſein. Wollte daher jene ſo hoch anſehnliche und Mitglieder aus allen Ländern Deutſchlands zählende Verſammlung dieſelbe in die Hand nehmen, ſich dafür ausſprechen und den Entſchluß faſſen, daß in der angegebenen Weiſe zu verfahren und von jedem unter ihnen zu wirken ſei, ſo würde ſehr bald das Intereſſe aller Schulmänner dafür geweckt werden und die Sache nach und nach in Gang kommen und gewiß nicht ohne Erfolg ſein.

Wenn, wie wir ſchon erwähnt haben, nun auch auf die freiwillige Unterſtützung der großen Maſſe des Volkes nicht zu rechnen iſt, ſie vielmehr unbewußt nach und nach die Sprachreinigung annehmen würde, ſo iſt doch auch noch von der Menge der Literaten zu erwarten, daß ſie, wenn ſich erſt jene Autoritäten günſtig für die Sache ausgeſprochen hätten, das Ihrige zur Beförderung derſelben beitragen würden, und da ihr Einfluß ſich gerade auf das Publicum erſtreckt, ſo würde derſelbe ſehr weſentlich zu einem raſcheren Er⸗ folge führen.

Dieſer würde endlich auch noch dadurch gefördert werden, wenn dieſe Bemühungen durch die Unterrichtsbehörden ihre geſetzliche Beſtätigung und ſtärkere Anregung erhielten. Für die Säumigen und Läſſigen und die der Sache keine Theilnahme Schenkenden, oder ſie wohl gar Verſpottenden wenigſtens würde dies ein wirkſamerer Sporn als die Liebe zur Mutterſprache ſein, und wozu ſie weder dieſe, noch das gute Beiſpiel anderer, noch höhere wiſſenſchaftliche Autori⸗ täten bewegen könnten, das würde bei ihnen der Wunſch be⸗ wirken, ſich bei ihren Vorgeſetzten einen guten Namen zu machen.

Würden nun alle dieſe angeführten Kräfte, wie dies nicht nur möglich, ſondern auch wirklich leicht ausführbar iſt, zuſammenwirken, ſo kann es keinem Zweifel unterliegen, daß die zu Unrecht nur zu lange unterbrochene Reinigung der deutſchen Sprache, ſoweit ſie innerhaälb der oben angegebenen Grenzen überhaupt möglich iſt, zu Ende geführt werden könnte. Aber wenn ſogar im Bereich der durch ihre fühl⸗ baren Vortheile mächtig bewegenden materiellen Intereſſen vieles Ausführbare unausgeführt bleibt, ſo bricht ſich die Empfänglichkeit für ein geiſtiges Unternehmen, das weder greiflichen Nutzen, noch unmittelbares Vergnügen bringt, noch viel ſchwerer Bahn, und darum fürchten wir, daß wir unſere Onkel, Tante, Couſine und alle die anderen franzöſiſchen, doch entbehrlichen Fremdlinge, wenn wir ſie überhaupt noch einmal los werden, wenigſtens noch lange werden behalten

müſſen. 6.

Ein ſpielender Prieſter.

DieSketches of Russian Life before and during the Emancipation of the Cerfs. Edited by Henry Mor- ley enthalten unter vielem Intereſſanten auch die folgende Scene:.

Wo iſt der Pope, Waſſilia? fragte ich.Dort, auf