Novellen
legte ihm einen kleinen rundgeformten Zeigefinger auf den Mund.„Wagner,“ antwortete er.
„Wagner,“ ſagte ſie;„das bringt mich— die Gedankenverbindung iſt allerdings weitläufig— auf eine andere Frage:„Sind Sie muſtkaliſch?“
„Ein wenig; ich ſpielte zu Hauſe mit einer Couſine hie und da vierhändig.“
„Ach, das iſt ja wunderhübſch! Kennen Sie vielleicht die Ddur-Sonate von Mozart?“
„Ich glaube, ich habe ſie geſpielt.“
„Das iſt ja allerliebſt, dann laſſen Sie ſie uns einmal probiren!“ rief Philippine und ſtand auf.
Golo hatte dieſen Ausgang keineswegs erwartet und fand ihn ebenſo wenig wunderhübſch wie aller⸗ liebſt, aber er hatte es ſich ſelbſt eingebrockt— alſo ſtand er mit einem Stoßgebet zu den Mächten der Unterwelt auf und folgte Philippinen zum Clavier. Als ſie an Carl Wilhelm Bauer vorübergingen, blinzelte dieſer ſehr vergnügt und rieb ſich verſtohlen die Hände, jedoch nicht ſo verſtohlen, daß es nicht ſein Volontär erſpäht hätte.
Die erſte Seite der Sonate ging ganz flott zu⸗ ſammen, auf der zweiten wurden ſie einmal ſehr ge⸗ ſtört durch ein unarticulirtes Geräuſch, verurſacht von Braun Sohn, der ſich mit dem Gummiſchlauch nicht vertragen konnte, wodurch Golo einen Augenblick in ſeinen Noten verkam; auf der dritten faßte der Letztere einige Noten, die ſeiner Nachbarin eigentlich gehörten, und ließ ſie erſt nach lebhaftem Proteſt von ihrer Seite wieder los, und auf der vierten wäre bald ein großes, zu ſchmachvoller Beendigung führendes Tonchaos entſtanden, hätte ſich nicht gerade in der gefährlichſten Secunde ein wüſter Lärm erhoben, der Philippinen veranlaßte, aufzuſpringen und zum Tiſche zu eilen.
Herr Braun Sohn, der Zerſchmetterte, hatte unterdeß, um die Muſik beſſer genießen zu können, ſeinen Stuhl unbeirrt durch die Guillotinenblicke von Braun Vater, welcher vielleicht den vorausgeworfenen Schatten des großen Unheils erblickte, verlaſſen und war an einen Glasſchrank gelangt, deſſen Kante von ihm auserſehen war, ſeinem Rücken als Lehne zu dienen. Er mußte ſich wohl etwas zu nachdrücklich und nicht ganz an der richtigen Stelle an dieſen gelehnt haben, denn eine der großen Scheiben war plötzlich mit einem lauten Knall geſprungen. Braun Vater dies ſehen, aufſpringen, ſich vor Braun Sohn ſtellen, ihm ein heiſeres:„Du entehrſt nur unſere Familie in dieſem Local!“ zuraunen, war Eins, ein Zweites war, ihn mit dem Weinflaſchengriff packen, den Un⸗ glücklichen zum Principal ſchleifen und dort Verſuche Zuſtellen, ihm eine Entſchuldigung zu entlocken.
Zeitung.
Die Flaſche aber war zu feſt verkorkt, das Ereigniß hatte den Stöpſel der Verſchloſſenheit tief in den Hals hineingetrieben und ſelbſt der Pfropfenzieher der väterlichen Autorität war völlig machtlos.
Darob wieherte nun wieder das Contingent der
Wilhelm Bauer ſich eines Lächelns nicht erwehren konnte, und ſomit war denn eine ſehr heitere Stimmung über die Geſellſchaft gekommen, welche jedoch ſo wenig mit den Gefühlen von Braun Vater harmonirte, daß eer ordentlich erleichtert ausſah, als man nicht lange
nachher zum Aufbruch blies.
Der Abſchiedshändedruck des Principals, den er Golo gab, war ein ſehr kräftiger und meine Tochter Philippine verbeugte ſich ebenfalls äußerſt freundlich, freundlich genug, um dem Volontär einen neuen An⸗ balt zu einer ſtillen Vermuthung zu geben, zu der Vermuthung, die beiden alten reichen Handlungs⸗ häuſer C. W. Bauer und G. Haferſchleim sen. hätten einen Vertrag miteinander geſchloſſen, deſſen Inhalt ein dauerndes Bündniß von unheimlicher Innigkeit zwiſchen der beiderſeitigen Descendenz ſei.
Haferſchleim jun. grübelte noch auf der Straße über dieſes dauernde Bündniß nach, da ſauſte plötzlich ventre à terre ein Menſch an ihm vorbei— Braun Sohn, der, ſich der directen Machtſphäre von Braun Vater entrückend, bei einem Freunde logiren ging. —— 4 Der nächſte Morgen fand den Volontär wieder in dem Wohnzimmer des Actuars Meinhold. Geöffnet hatte ihm diesmal nicht Laura, ſondern ein kraus⸗ köpfiges kleines Bübchen von ſehr naſeweiſem Aus⸗ ſehen, das ſich jetzt, nachdem es den Fremden mit einem gewiſſen Stolze in die Stube geleitet, auf Laura's Schooß in die Epheulaube flüchtete und von der aus tiefſinnige Beobachtungen über deſſen Beneh⸗ men anzuſtellen ſchien.
„Guten Morgen, Herr Teutobod!“ ſagte der Actuar laut und herzlich.
„Guten Morgen,“ erwiderte Golo, ſeinen Gruß zugleich an die Laube richtend, aus der ihm ein ſchwaches„Guten Morgen“ entgegenklang,„wie geht es Ihnen, Herr Actuar?“
„Danke, ziemlich gut, aber was haben Sie aus⸗ gerichtet?“
„Es thut mir leid, antwortete Haferſchleim zögernd,„aber mein Principal will keinen Ausſtand gewähren, ſo ſehr ich ihn auch darum gebeten habe!“
„Giganteskes Pech.. wirklich gigantesk. Armuth, Armuth— was iſt da zu machen, Hülfsquellen habe ich nicht— Laura, was ſoll ich jetzt thun?“ ſagte
das Baßbombardon im Tremolo.
Paraſiten heftig, um ſo heftiger, als ſelbſt Carl.
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