Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
546
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Damals iſt nicht heute, fiel Warkotſch ihr

ärgerlich in's Wort;handelte ich damals Unrecht, ſo iſt es heute meine Pflicht, dieſes Unrecht wieder gut

zu machen. Sei dem nun, wie ihm wolle, ich fühle mich

nicht verpflichtet, Ihnen darüber Rechenſchaft abzu⸗ legen. Eine Beſtätigung jenes Gerüchts würde meinen

Entſchluß befeſtigen, fuhr die Baronin mit würde⸗

voller Ruhe fort;da die Folgen dieſes Entſchluſſes

auf Sie zurückfallen, ſo liegt es in Ihrem Intereſſe,

das Gerücht nicht durch leere Worte, ſondern durch die That zu widerlegen..

Warkotſch ſah erſtaunt auf, eine ſo entſchiedene Sprache hatte er von ſeiner bisher ſo geduldigen und demüthigen Gattin noch nicht vernommen.

Was berechtigt Sie, Madame, in ſolchem Tone mit mir zu reden? fuhr er auf.Und wenn ich nun wirklich zur katholiſchen Kirche überträte?

So würde ich unverzüglich die Scheidungsklage gegen Sie einreichen, unterbrach die Baronin ihn mit einer Ruhe, welche die Feſtigkeit ihres Entſchluſ⸗ ſes nicht bezweifeln ließ.Die Scheidungsklage! fuhr ſie fort, ohne ſich durch den glühenden, durch⸗ bohrenden Blick ihres Gatten einſchüchtern zu laſſen. Schon oft ſtand ich im Begriff, dieſen Schritt zu thun, aber ſtets verbot mir meine Religion, den Mann zu verlaſſen, dem ich am Altare

Halten Sie ein, Madame! rief der Baron, der den Ernſt des Augenblicks nicht verkannte und wohl wußte, daß er durch die Scheidung den größeren Theil ſeines Vermögens verlieren würde.Ihr Vorſatz, die Klage gegen mich anhängig zu machen, iſt ebenſo wenig begründet, wie das Märchen, daß ich meinen Glau⸗ ben verleugnen wolle.

Und weshalb ſchlichen Sie zur Nachtzeit ver⸗ ſtohlen in die Wohnung des Curatus?

Ich bin nicht gewohnt, mich von Jedem über meine Privatangelegenheiten ausforſchen zu laſſen! fuhr Warkotſch zornig auf.

So ſchenken Sie auch mir kein Vertrauen? fragte die Baronin, indem ſie ihre Hand auf die Schulter des Gatten legte und ihm treuherzig in's Auge blickte.Hätte ich gewußt, daß Sie ſchon vor unſerer Ehe verheirathet waren, daß Maria Ihnen mehr als ein Mündel iſt, ſo würde mir der Schmerz, es erſt jetzt hinter Ihrem Rücken erfahren zu müſſen, erſpart worden ſein und Sie wären nicht genöthigt geweſen, mir dies Alles ängſtlich geheim zu halten.

Ein Blitz Kus heiterem Himmel hätte den Baron nicht mehr erſchrecken können, wie dieſe Worte es thaten.

Wer hat Ihnen dieſe Märchen erzählt? rief

Novellen⸗Jeitung.

er, mühſam ſeine Faſſung behauptend.Antworten Sie mir, Madame, wer war ſo kühn, dieſe Verleum⸗ dungen zu erſinnen und auszuſtreuen?

Eine Frau, welche Ihrer erſten Gattin ſehr nahe ſtand, entgegnete die Baronin rubig.Zum Dank dafür, daß ſie die Ehre der durch Sie Verführten rettete, ſtürzten Sie das arme Weib in's Elend und weigerten ſich, ihr das Legat auszuzahlen, welches Ihr Bruder jener Dienerin ausgeſetzt hatte.

Die Elende! ſagte Warkotſch, bebend vor Wuth. Zertreten will ich die Schlange, daß ihre giftige Zunge fortan kein Unheil anrichten kann! Und Sie waren ſo thöricht, jenem Weibe zu glauben? Nennen Sie es nicht Thorheit; wenn Sie auch, wie jene Bettlerin behauptet, das Teſtament Ihres Bruders vernichtet haben, um durch dieſen Act roher Wiltkür der Verpflichtung zu entgehen, ein kleines Legat auszahlen zu müſſen, ſo ließ darum das arme, betrogene Weib doch weder Haß noch Rachſucht in ihren Mittheilungen durchblicken; und bezweifelte ich vorhin noch die Wahrheit ihrer Behauptung, ſo iſt jetzt der letzte Zweifel geſchwunden, und ich warne Sie ernſtlich, deshalb an der Armen Rache zu nehmen, ſie ſteht unter meinem Schutz. Hinſichtlich Ihrer Tochter fordere ich, daß Sie dieſelbe ihrem Bräutigam zurückgeben.

Nimmermehr! ſiel der Baron ihr barſche 8 Wort.Marie iſt meine rechtmäßige Tochter, ich leugne es nicht, Wahnſinn wäre es, von mir zu ver⸗ langen, daß ich die Hand einer Baroneſſe von War⸗ kotſch dem erſten beſten Bauerntölpel geben ſoll. Ueber die Zukunft meiner Tochter zu beſtimmen kommt mir allein zu, und nun bitte ich Sie, mich zu verlaſſen, ich bin ermüdet und bedarf der Ruhe. Mein Ehren⸗ wort zum Pfande, daß ich nicht im Entfernteſten daran denke, zur katholiſchen Kirche überzutreten!

Die Entdeckung ſeines verſtohlenen Verkehrs mit dem Curatus beunruhigte den Baron mehr, als er ſich geſtehen mochte, er fürchtete mit Recht, daß ſie zu Vermuthungen und Nachforſchungen Veranlaſſung geben mußte. Er mußte dem Gerücht energiſch ent⸗ gegentreten und ſofort den Umgang mit dem Curatus abbrechen. Aber das Letztere konnte er nicht, ehe ſein Plan ausgeführt war, Schmidt hatte eine zu be⸗ deutende Rolle in demſelben übernommen, als daß ohne deſſen Beiſtand an das Gelingen des Ganzen gedacht werden durfte. Aber Kappel konnte mit dem katholiſchen Prieſter in Verbindung bleiben, während der Baron durch raſches Handeln den Gang der An⸗ gelegenheit beſchleunigte.

Das Ausbleiben der Antwort des Grafen Wallis beunruhigte den Baron, er dachte ſchon darüber nach,

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