Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
341
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und der impoſanten Grotten von Cong oder mit dem Stimmen einer alten Harfe, welche ſchon zehn Jahre unbenutzt in einem Winkel des Gaſtzimmers geſtanden hatte. Sie war als Pfand zurückgeblieben für eine größere Portion Whiskypunſch, als ihr Eigenthümer hatte bezahlen können; und da Nory Cormack, der alte blinde Harfner, noch in derſelben Nacht durch einen unglücklichen Zufall ſein Leben in den Fluthen des Lough Corrib verlor, hatte er das ihm ſo theuere Inſtrument nicht wieder einlöſen können. Es wurde den muſikaliſch religiöſen Damen nicht ſchwer, die alte Harfe käuflich zu erwerben. Als ſie mit ihrem ehrwürdigen Begleiter abreiſten, ſchifften ſie ſich mit dem alterthümlichen Inſtrumente, mit einer Mappe voller Zeichnungen und Landſchaftsſkizzen, und mit einem der geiſtlichen Herren von Cong ein, der ihnen als fernerer Reiſebegleiter dienen ſollte.

Etwa ein Jahr war ſeit dieſem wichtigen Ereigniß verfloſſen, welches Mſtrs. Winkle, der Gemahlin des evangeliſchen Rectors, nachhaltigen Stoff zur Unter⸗ haltung an ihrem Theetiſch gegeben, als ſich ein neuer Vorfall ereignete, der, angezeigt durch das Klaffen einer aufgeregt zuſammenlaufenden Meute von Hunden, in der Nähe des zum Abthauſe führenden Thorweges ſtattfand. Es war für das Städtchen eine zu wichtige Begebenheit, als daß ſie nicht der Bevölkerung, wie auch allen Vettern und Baſen in der Nachbar⸗ ſchaft Veranlaſſung hätte geben ſollen, zu geheimniß⸗ vollem Flüſtern und ſcharfen Bemerkungen die Köpfe zuſammenzuſtecken.

Es verbreitete ſich nämlich das Gerücht, es habe die vierſpännige Kutſche, deren Ankunft Menſchen wie auch Thiere des Städtchens in ſo großen Alarm verſetzt, einen Wahnſinnigen nebſt deſſen Wärter aus⸗ geſetzt, die man augenblicklich in ſcheinbar ſehr geheim⸗

nißvoller Weiſe im Hospitalzimmer des Abthauſes

untergebracht habe.

Es wurde am andern Tage hinzugeſetzt, daß die zweite Perſon nie das Zimmer verlaſſen hatte, bis man ſie endlich in einem Zuſtande habe daraus ent⸗ fernen müſſen, der faſt noch gefährlicher geweſen als die Lage, in der ſich der ſeiner Ueberwachung an⸗ vertraute Kranke befunden habe.

Ganz anders erzählte der Arzt von Tuam den Fall, den man zum Beiſtande des mit der mediciniſchen Pflege beauftragten Bruders herbeigerufen hatte. Mſtrs. Winkle glaußte indeſſen nur ſo viel von dieſem Be⸗ richte, als dadurch die einmal von ihr gehegte, in ihren Kreiſen bereits mitgetheilte Meinung nicht weiter beeinträchtigt wurde. Der Arzt ſagte aus, daß ein junger Herr, welcher in Geſellſchaft ſeines Vaters die Grafſchaft Connaught bereiſt hätte, in einem kleinen

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Dorfe von einem hitzigen Fieber überfallen worden und daß der beſorgte Vater wegen mangelnder ärztlicher Hülfe weiter geeilt ſei, um bei der bekannten Gaſt⸗ freundſchaft der geiſtlichen Herren in Cong Unterkommen zu ſuchen, in der Hoffnung, zugleich auch ärztlichen Beiſtand von denen zu erhalten, die ſchon des öftern wunderähnliche Curen in der Umgegend verrichtet hätten.

Der ältere Herr war Lord Arris Arranmore und der bedauerungswürdige Fieberkranke der ehrenwerthe Baronet Sir Murrough O'Brien, des Erſteren einziger Sohn und Nachfolger ſeines Titels. Die Krankheit hatte zwar einen hohen Grad erreicht, indeſſen war ſie immer noch nicht todesgefährlich zu nennen. Das Fieber hielt jedoch drei volle Wochen mit unnach⸗ laſſender Heftigkeit an, und der Kranke befand ſich während dieſer Zeit in einem Zuſtande völliger Geiſtes⸗ abweſenheit. Als ſich endlich mit Anfang der vierten Woche Beſſerung zeigte, erkrankte der unglückliche Vater, der ſich faſt in einem ähnlich aufgeregten Fieber⸗ zuſtande befand, wie derjenige, welcher die ganze Zeit hindurch der Gegenſtand ſeiner ängſtlichen Beſorgniß geworden war. Die letztere wurde ſichtlich noch durch Gewiſſensqualen ſo ſehr vermehrt, daß er unfähig wurde ſeine Hülfsleiſtung fortzuſetzen. Erſt als er in den letzten Zügen lag, entdeckte der Arzt, daß der hohe Kranke einem der ſtrengſten Büßerorden angehörte. Er trug alle Zeichen der rigoureuſeſten Disciplin, ein härenes Hemd auf dem bloßen Körper, eine ſcharfe Geißel an einem Strickgürtel, und ein ſchweres eiſernes Kreuz hatte die Spuren des Drucks tief in ſeine Bruſt eingeprägt.

Es war am purpurglühenden Abend eines der ſchönen, in Irland oft nur nach langen Zwiſchen⸗ räumen wiederkehrenden warmen Sommertage, als die Sonne, während ſie zwiſchen goldenen Wölkchen nieder⸗ ſank, mit ihren letzten Strahlen die lange Fenſterreihe der Abtei von Cong beleuchtete. Ein einziger Gluthſtrahl ſchoß durch die Vorhänge des Krankenzimmers, die man zurückgeſchlagen hatte, um der friſchen Luft den Eingang zu verſtatten. Dieſer einzige Strahl aber brachte eine beſondere Wirkung auf den Kopf eines Mannes hervor, der auf dem etwas erhöhten Bettpolſter zu ſchlummern ſchien. Der Kopf, bleich wie pariſcher Marmor, mit dem Ausdruck eines tiefen, in jedem Geſichtszuge zurückgebliebenen Schmerzes, glichdem Kopfe des Prome⸗ theus von Salvator Roſa. Mit ungeſtilltem Entzücken würde das Auge eines Malers oder Bildhauers auf einem Gegenſtande verweilt haben, der für beide Künſte ein ſo vollkommenes Modell abgab. In dieſem Augen⸗

blick aber verweilte nur das Auge einer barmherzigen