nicht ſelten ſelbſt den Gaumen der renommirteſten Feinſchmecker der Grafſchaft Connaught überraſchten. Matelottes d'Anguille, welche die etwas ſumpfig ſchmeckenden Aale aus dem Lough Corrib in das un⸗ nennbar Pikante der Küche von St. Cloud verwan⸗ delten; Barben à la maitre d'höôtel, welche ſelbſt die rothen Forellen aus dem Shannon und die weltbe⸗ rühmten Karpfen des Maskſees zu Schanden machten, und jene ausgezeichneten soupes maigres, in deren Genuß man ſich ſo leicht über die Faſten in den ka⸗ tholiſchen Ländern hinwegſetzt,— waren Gerichte, welche die Brüderſchaft in hohen Ruf brachten. Wie verlautete, war ihr Koch einer der ausgezeichnetſten franzöſiſchen Künſtler, und die früher bei ihren Tiſch⸗ gebräuchen wahrgenommene Mäßigkeit machte ſich bei den von ihnen gegebenen Diners durchaus nicht be⸗ merklich. So wenig die eifrigen Proteſtanten in Galway, als der ſtrenge Oberhirt in Mayo, dachten ferner daran, Gentlemen zu verfolgen, deren Portwein und Sherry von Kennern für den beſten im König⸗ reiche gehalten wurde. Das Credo der ehrwürdigen Amphiktionen blieb ja nicht in der Kehle der Herren ſtecken, welche die edelen Weinſorten, die zuweilen noch durch echten Johannisberger vermehrt wurden, ſo behaglich hinunterſchlürften. Selbſt der proteſtan⸗ tiſche Biſchof der Diöceſe äußerte den Wunſch, die Tafelgrundſätze jener Brüderſchaft etwas näher zu prüfen, da ſchon ihr feines Backwerk ihnen vollkom⸗ men zur Entſchuldigung für ihre Anhänglichkeit an den Papſt hätte dienen können. Die Brüderſchaft von Cong hatte nämlich dem hochwürdigen Herrn bei einer Rundreiſe des Erzbiſchofes eine Perigordpaſtete vorgeſetzt, die Seine Eminenz, hätte das berühmte Buch damals ſchon exiſtirt, ſicherlich zu einer Parodie der Stelle im Almanac des gourmands veranlaßt haben würde, wo es heißt:„ainsi cuit on aurait mangé le Pape!“.
Bald wurde es bei jedem Diner von einiger Bedeutung zum ſtehenden Brauch, die Geſundheit des Herrn Abtes von Cong zu trinken. Letzterer lehnte jedoch in ſeinem Hauſe jede Aufforderung dazu ab, mit der Bemerkung, daß es ungleich beſſer mit der chriſtlichen Welt ſtehen würde, wenn es nie reichere und mächtigere Aebte gegeben als er und die kleine Brüderſchaft, der er vorzuſtehen die Ehre habe, deren Mitglieder, gleich den erſten Patriarchen der Kirche, weder durch Gelübde von der Welt getrennt, noch durch falſchen Ehrgeiz zum Einmiſchen in weltliche Angelegenheiten veranlaßt, ſich nur des⸗ halb zurückgezogen, um ein ungeſtörtes reines Leben zu führen, Gott über Alles und die Menſchen ohne Unterſchied als Brüder zu lieben.—
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Novellen⸗Zeitung.
Als der Abt zuerſt des Namens der Brüderſchaft erwähnte, antwortete er auf die wegen deſſen Bedeu⸗ tungan ihn gerichtete Frage, daß es ein eigenthümlicher Cultus der katholiſchen Kirche ſei, den man neuerlich in Italien zu Ehren des geheiligten Herzens, welches je im reinſten Menſchengefühl mit menſchlichen Leiden geſchlagen, eingeführt hätte.
Bei aller Zurückgezogenheit der religiöſen Herren von Cong, und trotz ihres unſcheinbaren Cultus, ſchienen ſie doch fortwährend auch noch Ausſichten dieſſeits des Himmels zu haben, ſo wie ſie durch Bande und Intereſſen gefeſſelt waren, die ſich nicht aus⸗ ſchließlich auf ihre ſo reizend gelegene Solitude be⸗ ſchränkten.*
Einer der Brüderſchaft hatte die Oberaufſicht über einen weiten Strich Haid- und Berglandes in der Graf⸗ ſchaft Jar Connaught erhalten, welcher zugleich das frucht⸗ bare Thal und die Kloſterruine von Moycullen um— faßte. Da dieſe Ländereien auf dem See⸗ und Land⸗ wege nur eine kleine Tagereiſe vom Abthauſe entfernt waren, ſo wurden ſie gleich einem Lieblingsgute mit beſonderer Sorgfalt gepflegt. Auch reiſten manche der Herren nicht unbemerkt in den letzten Jahren ab und zu, und in der Poſthalterei des Städtchens war faſt täglich Nachfrage nach Briefen mit ausländiſchem Poſtſtempel, die bedeutendes Porto koſteten und ſtets nur an den ehrwürdigen Vorſteher der Geſellſchaft gerichtet waren.
Nicht geringes Aufſehen erregte die Ankunft eines ſehr bejahrten Geiſtlichen, mit auffallend markirten Zügen. Das Aeußere und die ganze Haltung des Greiſes ließen auf hohen Rang ſchließen. Begleitet war der alte Herr von zwei Damen, die man in den alten Erbzinsgaſthof am Fuße der Brücke einlogirte. Das Wirthshaus wurde ſeit undenklichen Zeiten von den Betaghs(Erbpächter) gehalten, war jedoch nur ſelten beſucht, und man wunderte ſich daher um ſo mehr über die vornehmen Gäſte, deren eine eine blendende Schönheit war.
Der hohe geiſtliche Herr erhielt ſeine Wohnung in den Staatszimmern des Abthauſes, wo er von der Brüderſchaft mit einer Ehrerbietung empfangen wurde, wie ſie der Provinzialbiſchof noch niemals für ſich beanſprucht hatte. Man hörte, daß die Damen ausländiſche Nonnen wären. Ihre Kleidung beſtand in der Tracht, wie ſie von ſolchen irländiſchen Damen getragen wurde, die nach Aufhebung der Klöſter in Frankreich Aufnahme und Schutz in den Klöſtern von Galway und Tuam zu finden hofften.
Der Aufenthalt in Pat's, des Betaghs, Hauſe dauerte jedoch nur drei Tage. Während der ‚Zeit beſchäftigten ſich die Damen mit Zeichnen der Ruinen
volle wicnungen einen der geifliche ab funerer Reiſeb ötwa ein Jah nafloſſen, welches manngeliſchen Rect kaltung an ihtem Vorfall ereignete einer aufgeregt zu in der Nähe des ſtattfand. Es wo Begebenheit, ale vie auch allen B ſcaaft Veranlaſſun vollem Flüſtern u zuſammenzuſtecken Es verbreite die dierſpännige auch Thiere des verſetzt, einen We geſetzt, die man nißvoller Weiſe untergebracht ha⸗ Es wurde, weite Perſon n man ſie endlich ſernen müſſen, de Lage, in d wekaute Kranke Ganz ander Fal, da man zu Pflegeenuſnan Wintle glauke richte, als da ihren Kreiſen! beeinträͤctigt junger Her, b Grafſchaft Co


