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Mlochenchronik für Niteratur, Kunst, ſchöne Miſſenſchaften und Geſellſehaft.
gelmäßig jeden Freitag.
IV. Jahrgang.
Abonnementspreis jährl. 5 ½ Thlr.
Ein iriſcher Baron.
Hiſtoriſche Novelle aus der Zeit des Conſulats und des ⸗ erſten franzöſiſchen Kaiſerreiches von E. Heufinger.
In einer der ſchönſten Gegenden von Irland, auf der Grenze zwiſchen den Grafſchaften Galway und Mayo, erheben ſich in der Nähe der kleinen Stadt Cong die Ueberreſte einer alten Abtei. Weithin ſichtbar, als bedeutſame Erinnerungszeichen an des romantiſchen Inſelreiches vergangene Herrlichkeit, ragen die gezackken Giebel und die halbgebrochenen Thürme über den Kronen der alten Waldbäume empor. Schöner aber noch erſcheint das Bild aus urgrauer Vorzeit in der Nähe, wenn man die Trümmer, wie träumend von ſchönern Zeiten, ſich wiederſpiegeln ſieht in den durchſichtigen Fluthen des ſchönen Fluſſes, welcher wie ein glänzender Silberſtreif zu ihren Füßen dahin ieht.
Der große Cullagh, ein Druidendenkmal, welches in vorchriſtlichen Zeiten in jenen Gegenden eifrig verehrt wurde, eine alterthümliche Brücke mit hohen Bogen, die ſammetweichen grünen Ufer, welche, mit hohen weißen Felsſtücken überſäet, aus der Ferne das Anſehen türkiſcher Grabſtätten gewähren, rauſchende Bäche, die aus unterirdiſchen Klüften haſtig hervor⸗ ſprudeln, um eben ſo ſchnell in anderen Felſenhöhlen wieder zu verſchwinden, bilden den Vordergrund des reizenden Landſchaftsbildes. Die tiefblauen Gewäſſer der beiden Landſeen Corrib und Mask, mit ihren waldgrünen Inſelgruppen, welche hin und wieder durch ihre zerklüfteten Gipfel einen Blick auf den at⸗ lantiſchen Ocean geſtatten, füllen den Hintergrund aus und vollenden das Ganze des großartigen Natur⸗ bildes, welches in Irland nicht ſeines Gleichen hat.
Schon in grauer Vorzeit hatte die Umgegend von Cong wegen ihrer natürlichen Reize und wegen der Fruchtbarkeit des Bodens die Aufmerkſamkeit der Kirche und des Staates auf ſich gezogen. Bereits im ſechſten Jahrhundert ſchlugen die Könige ihr Hof⸗


