Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
335
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und'ſprach alz 8, daß er all mando aus⸗ Ede dieſes Urtheil 1. mem derſelbe 2 As Coumandeur

dete nun zuerſt den achten Armeecorps in der königlichen as Kriegsdepot ein, on betraut geweſen . 3 Direckors Erneunung zun wurde ihm zugleich ſtlichen Pyrenäen ſdaniſchen Grenze u Jahr 1840 in eberaaut, zeigte ſo vertraut, wie ſeinem Eintritt ins a 1844 machte er a ſeiner Manbder

Generallieutenant d er zuerſt an der ann der g. Dioiſion ades nurden ſeine ſime Höflichkeit, d du bewunderns⸗ Weiſe von den ant, welche Letztte ab, was er ununter⸗ dlin und die Wohl⸗

Vierte

ohne eine Zunahme der Ausgaben eventuell eine Reſerve von

mehr als 30,000 ausgebildeten Combattanten, welche der

Mehrzahl nach zum activen Heere gehört hatten, zur Ver⸗ fügung. Dieſer Dienſt gereichte dem einſichtsvollen und thätigen Schüler des Anführers der Armee in Aragonien zur hohen Ehre und er beglückwünſchte ſich ſelbſt zu demſelben.

Im Jahr 1848 zur Disponibilität geſtellt, dann zum Mitglied des Infanterieausſchuſſes ernannt und faſt zu der⸗ ſelben Zeit in den Ausſchuß des Generalſtabes berufen, in dem ihm die Ehre der Präſidentſchaft zu Theil wurde, wurde er auch bis 1851 mitden jährlichen Generalinſpicirungen hetraut und zu dieſer Zeit von dem Prinz⸗Präſidenten der Republik zum Grade des Großofficiers der Ehrenlegion be⸗ fördert und zum Mitglied des Ordnungsrathes ſowie der Commiſſion der lebenslänglichen Unterſtützung für die alten Soldaten der Republik und des Kaiſerreichs ernannt.

So widmete der General de Saint⸗Joſeph ſich bis zum Ende ſeiner Laufbahn dem Dienſte ſeines Vaterlandes und den Intereſſen der Armee, die für ihn eine Familie war.

Er beſaß aber auch eine eigne Familie, in deren Mitte er das Glück fand, das er in einem ſo hohen Grade verdiente. Vermählt war er ſeit einer langen Reihe von Jahren mit Fräu⸗ lein Redon de Belleville, einer Tochter des Barons de Belle⸗ ville, des frühern Präfecten und Staatsrathes, Generalin⸗ tendanten von Hannover und der illyriſchen Provinzen unter dem erſten Kaiſerreiche. Dieſes Band iſt erſt durch den Tod des Generals de Saint⸗Joſeph zerriſſen worden. Aus dieſer Ehe entſprangen mehrere Kinder, welche ebenfalls zu ehren⸗ vollen Verbindungen führten, die den Eltern nichts zu wünſchen übrig ließen. Eine der Töchter wurde mit dem Herrn Edouard Girod vermählt, der ſich im Staatsrathe und in der Armee eines ſehr geachteten Namens erfreut und im Ain⸗ departement, dem er ſeiner Geburt nach angehört, kürzlich caſt einſtimmig zum Deputirten im geſetzgebenden Körper rwählt worden iſt. Eine andere Tochter iſt die Gemahlin es Baron de Beauverger, der ebenfalls im geſetzgebenden Körper ſitzt und ſich überdies durch ſeine literariſchen Ar⸗ beiten, die ſehr geſchätzt werden, ehrenvoll bekannt gemacht hat. So vereinigte ſich bei dem nunmehr Verſtorbenen Alles, um ſein Leben zu beglücken. Sein Charakter als Sol⸗ dat und Menſch ſichert ihm ein ehrenvolles Andenken.

C.

Misrellen.

Die Herzogin von Dalmatien, Gemahlin des Marſchall Soult, wohnte in Paris dem Hauſe einer berühmten Opern⸗ ſängerin gerade gegenüber. Die Herzogin hatte einen Pa⸗ pagei, den ſie unbeſchreiblich liebte, und die Sängerin eine Cyperkatze, welche von ihr eben ſo werth gehalten wurde. Eines Tages erkühnte ſich die Cyperkatze, den Papagei auf⸗ zufreſſen. Die Herzogin, darüber ſehr entrüſtet, ſchrieb wegen dieſes Vorfalls einen ſehr unartigen Brief an die Nachbarin, den ſie unterzeichnete: Eliſabeth von Dalmatien. Die Thea⸗ terprinzeſſin ließ es an einer eben ſo unartigen Antwort nicht fehlen und unterſchrieb ſich: Für heute Iphigenia auf Aulis.

An dem Hofe des Königs von England, Karl's II., erſchienen einſt unerwartete Deputirte aus Schottland, deren Sitten, Sprache und Kleidung dieſem gebildeten und luxuriö⸗ ſen Hofe nicht eben ſehr zuſagten. Die guten Leute wollten eigentlich den König an die Dienſte erinnern, welche ſie ihm geleiſtet hatten, und ihn fragen, wann er ſie dafür zu belohnen gedenke. Ehe man ſie zur Audienz einführte, ſagte Karl II,

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dem ihr Beſuch ſehr ungelegen kam, zum Lord Sheßbury: Stellt einmal jetzt den König vor! ich will Eure Stelle ein⸗ nehmen.Meine Herren, ſagte nun der Lord zu den Depu⸗ tirten,wundern Sie ſich nicht, daß ich noch nichts für Sie gethan habe. Dieſer Mann hier, auf den König zeigend, dem ich meine Krone verdanke, hat noch nicht das geringſte Zeichen der Dankbarkeit von mir erhalten.

Vom deutſchen Büchermarkt.

Neue Londoner Myſterien von Otfrid Mylius. Stuttgart, Verlag von Emil Ebner.

Der Verfaſſer, Redacteur der Erheiterungen und bekannt durch mannigfache populär⸗hiſtoriſche und romanhaft⸗ſocialiſti⸗ ſche Schriften im erzählenden Ton, hat ſich eine große Leich⸗ tigkeit und Keckheit der Darſtellung angeeignet und hat genau die Wirkungen auf ausgedehnte Leſerkreiſe im Auge. An ſolche wendet ſich auch dieſer Roman, deſſen Tendenz es iſt, die verſchiedenſten Factoren in der Londoner Geſellſchaft kennen zu lehren und dem Publicum die geheimnißvollen Nachtſeiten merkwürdiger Exiſtenzen zu beleuchten. Natür⸗ lich iſt bei dieſer in Lieferungen erſcheinenden Arbeit auf ſpannenden Realismus vornehmlich geſehen.

Die Abnehmer des Ganzen erhalten eine ſchöne Vene⸗ tianerin, ein Stich, der angeblich mindeſtens 5 fl. werth iſt, als Prämie! O. B.

Unſittlichkeit und Unmäßigkeit. Von Eduard Reich. Neuwied und Leipzig, Heuſerſche Buchhandlung. 1866.

Der Doctor der Mediein, Eduard Reich, früher Pri⸗ vatdocent an der Univerſität zu Bonn, hat ſich ſehr gründlich mit phyſiologiſchen, pathologiſchen und ſtatiſtiſchen Studien über dieſen Gegenſtand beſchäftigt, welcher leider unſerer Zeit nicht ferner liegt als irgend einer vergangenen Bildungs⸗ epoche, wenn er auch heute nicht ſo naiv in den Vordergrund des ſocialen Lebens tritt. Aus dem mediciniſchen, hygiei⸗ niſchen und politiſch⸗moraliſchen Geſichtspunkte und unter dem MottoModerata durant beleuchtet der ſtrenge Ver⸗ faſſer nicht nur den beklagenswerthen Gegenſtand ſelbſt, ſondern er weiſt auch, um nicht durch bloßen Tadel des kranken Baumes zu wirken, auf deſſen Wurzelſchäden, die mangelhaften geſellſchaftlichen und ſtaatlichen Inſtitutionen hin, er ſucht die Keime des Böſen nicht nur im Menſchen, ſondern auch in der Entartung der Verhältniſſe und bürger⸗ lichen Zuſtände auf. In dieſer ſittlich⸗reformatoriſchen Rich⸗ tung geht das Buch mit den beſten Socialpolitikern Hand in Hand.

Es iſt in dieſer gelehrten und doch nicht trocken abstrac⸗ ten Schrift auf die älteſte und mittlere Zeit wie auf die Gegenwart Rückſicht genommen, und die entſprechenden Stel⸗ len der Philoſophen, Staatsgeſetzgeber und Mediciner finden eine illuſtrirende Erwähnung. Der Verfaſſer ſteht auf einem ſehr freiſinnigen, beſonders gegen das Muckerthum gerichteten Standpunkte. O. B.

Lieder vom Schwarzwalde. Von L. A. Hoppen⸗ ſack. Mainz, bei Florian Kupferberg.

Weit davon entfernt ſind dieſe Lieder, harmloſe idylliſche Waldgeſänge im friſchen Volkston zu ſein. Im Gegentheil finden wir darin vorwaltend fromme Stimmungen, kirchliche Ideen, bibliſche Stoffe in mehr oder minder gute, wenn auch nicht immer glatte Verſe gebracht. Eine romantiſch andächtige