Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
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ten zuerſt die Gelegenheit geboten worden iſt. Der erſte Theil der Aufgabe, die ſich unſer Reiſender geſtellt hatte, iſt vollkommen gelöſt, denn ſein Werk enthält eine reiche Ernte von geographiſchen, botaniſchen, zoologiſchen und allgemeinen Thatſachen und was er über den Sclavenhandel,dieſen Fluch Afrika's und dieſe Schande des neunzehnten Jahrhun⸗ derts, ſagt, wird Jedermann als vollkommen begründet unter⸗ ſchreiben, ſo hart auch die Ausdrücke ſind, mit denen er die portugieſiſche Nation, von welcher der Sclavenhandel am Zambeſi hauptſächlich betrieben wird, dafür züchtigt. Er beſchuldigt ferner die portugieſiſche Regierung, ſie mache ungegründete Anſprüche auf eine 1360 engliſche Meilen lange Strecke der Oſtküſte Afrika's und ſie bilde daher das einzige Hinderniß für die Herſtellung eines geſetzlichen Handels und freundlicher Beziehungen mit den Einwohnern des öſtlichen Afrika's, wodurch der Barbarismus der Einwohner verewigt werde. Sie unterſagen ferner, wenige Punkte ausgenommen, den fremden Handel und ſelbſt da, wo ſie denſelben erlauben, ſchließen ſie durch übertriebene und Differentialzölle die Ein⸗ wohner gänzlich vom Handel aus, den Selavenhandel ausge⸗ nommen. Dr. Livingſtone hofft, ſeine Erzählung werde dazu beitragen, daß der große und fruchtbare Continent Afrikas nicht länger verſchloſſen bleibe, ſondern für den Unterneh⸗ mungsgeiſt der Europäer nutzbar gemacht werde und die Be⸗ wohner jener Länder in den Stand ſetze, unter den Nationen der Erde einen Platz einzunehmen, damit ſie des Glückes und der Wohlfahrt der Bewohner der nördlicher liegenden Länder theilhaftig werden. Vor Allem wünſcht) er, daß dadurch die Einführung der Segnungen des Evangeliums brfördert wer⸗ den möge.

In Betreff des Zambeſi bemerkt der Reiſende, dieſer Fluß habe vier Mündungen: den Milambe, Kongone, Luabo und Taribwe oder Muſelo. Wenn der Fluß hohen Waſſer⸗ ſtand hat, ſo bildet ein natürlicher Canal, welcher parallel mit der Küſte läuft und ſich durch viele Moräſte hindurch windet, einem geheimen Weg, um Sclaven von Quillimane nach den Meerbuſen Maſſangano und Nameara oder nach dem Zambeſi ſelbſt zu befördern. Der Kwakwa, der Fluß von Quillimane, mehr als 60 engliſche Meilen von den Mün⸗ dungen des Zambeſi entfernt, iſt lange Zeit als die Haupt⸗ einfahrt in den Zambeſi dargeſtellt worden, um, wie die Por⸗ tugieſen jetzt behaupten, die engliſchen Kreuzer zu veranlaſſen, die falſche Mündung zu überwachen, während Sclaven ganz ungeſtört aus der wahren verſchifft wurden; und es iſt eine auffallende Erſcheinung, daß dieſer Irrthum kürzlich auf einer Karte, welche aus dem portugieſiſchen Miniſterium der Colo⸗ nien ſtammt, weiter verbreitet worden iſt. Dazu kommt noch die bezeichnende Thatſache, daß kein Portugieſe innerhalb 80 Meilen von einer Mündung des Zambeſi wohnt. Die beſte Einfahrt in den Fluß bildet der Kongone. Von dem Zambeſi iſt ein Vorgebirge von Sand herabgeſchwemmt worden, gegen welches das anhaltende Wogenſchlagen des indiſchen Oceans während der vorherrſchenden Winde Barren aufgerichtet hat, die, indem ſie dem Gewäſſer in dem Delta keinen Auslauf geſtatteten, es zwangen, ſich ſeitwärts einen Ausgang zu ſuchen. Der Kongone iſt einer dieſer Seitenarme und gleich⸗ zeitig der ſicherſte, bei niedrigem Waſſerſtande zwei Klafter und zur Zeit der Fluth 12 bis 14 Klafter tief. Das an den Kongone angrenzende Land hat die Bewunderung des Dr. Livingſtone und ſeiner Freunde erregt. Er vergleicht die Gefühle, welche es in einem Nordländer erweckt, mitdenen, welche der Eintritt in's Paradies bei dem erſten Menſchen erweckt haben müſſe, Alles iſt neu, friſch, erheiternd, auf⸗

Novellen⸗SZeilung.

regend; Töne, Bäume, Pflanzen, Früchte, Vögel, Thiere, Inſecten, Alles iſt merkwürdig und ſonderbar. Der Himmel iſt reich und glänzend, wie er in kälteren Klimaten nie erſcheint; des Nachts iſt er mit merkwürdigen Sternen und Sternbildern bedeckt. Auf dem Kongone wurden wenig Ein⸗ geborne erblickt. Sie fürchteten ſich augenſcheinlich vor den weißen Männern und waren wahrſcheinlich der portugieſiſchen Sclaverei entflohen, denn ſobald ſie Livingſtone's Schiff und die Leute darauf zu Geſichte bekamen, ſprangen ſie aus ihren Kähnen in die Mangelbaumgebüſche, wo ſie ſich verbargen. Büffel, eine beſondere Schweineart und Antilopen fanden ſich in Menge auf den Grasplätzen und in ein paar Stun⸗ den ergab die Jagd ſoviel Wildpret, daß gegen zwanzig Per⸗ ſonen auf einige Tage Fleiſch genug hatten. Wie paradieſiſch die Gegend unſerm Reiſenden erſchien, ergiebt ſich aus der folgenden Stelle ſeiner Beſchreibung:

Die erſten zwanzig Meilen des Kongone ſind von Mangelbaumdſchongles eingeſchloſſen; einige der Bäume ſind mit Orſeillekraut verziert, das niemals eingeſammelt worden zu ſein ſcheint. Ungeheuer große Farnkräuter, Palmenge⸗ gebüſche und gelegentlich wilde Dattelpalmen kommen in dem Walde, der aus verſchiedenen Arten des Mangelbaums beſteht, hier und dort zum Vorſchein, Bündel von glänzend gelben, obwohl kaum eßbaren Früchten bilden zu den ſchönen grünen Blättern einen ſehr hübſchen Contraſt. An einigen Stellen wächſt die Milola, ein ſchattiger Hybiscus mit großen gelblichen Blumen, in Maſſen längs des Ufers. Die Rinde davon wird zu Tauwerk benutzt und wird ganz beſonders für die Fabrikation von Seilen geſchätzt, an denen die Harpunen befeſtigt werden, mit welchen man das Nilpferd tödtet. Die Schraubenpalme oder der Pandanus, von dem auf der Inſel Mauritius Zuckermatten gemacht werden, erſcheint gleichfalls, und wenn man aus dem Canal in den Zambeſi kommt, ſind manche derſelben ſo hoch, daß ſie uns in der Entfernung an die Kirchthürme in unſerm Geburtslande erinnern, ſodaß wir vollkommen der Bemerkung eines alten Matroſen beiſtimmen, welche lautete:«Um das Gemälde vollſtändig zu machen, fehlt nur das Eine eine Branntweinsſchenke in der Nähe der Kirche. Wir finden auch einige wildwachſende Kujava und Lindenbäume, aber die Eingebornen verlangen die Ernte davon. Die dunkeln Wälder ertönen von dem lebhaften und muntern Geſang des Königjägers(halcyom striolata), der ſich in der Höhe eines Baumes einen Sitz ausgeſucht hat. Wie das Dampfſchiff ſich durch die Krümmungen des Canals durchwindet, erhebt ſich ein dadurch erſchreckter hübſcher, kleiner Reiher oder Königsfiſcher von dem Rande des Ufers, fliegt eine kleine Strecke vor uns voraus und läßt ſich wieder nieder, um einige Minuten ſpäter durch unſre Annäherung von neuem aufgeſchreckt zu werden. Der prachtvolle Fiſch⸗ falke(halietus vocifer) ſitzt auf dem Gipfel eines Mangel⸗ baums und verdaut ſein Frühſtück von friſchen Fiſchen und i*ſt augenſcheinlich gar nicht geneigt, ſich in ſeiner Ruhe ſtören zu laſſen, bis die drohende Gefahr ihn zuletzt zwingt, ſeine großen Schwingen zur Flucht auszubreiten. Der mit einem ſehr ſcharfen Ohr begabte glänzende Ibis hört ſchon von weitem den ungewohnten Ton der Bewegung der Räder des

Dampfſchiffs und aus dem Schlamme aufſpringend, worin ſeine Familie ganz ruhig geſchmauſt hat, ſchreit er ſein bar⸗

ſches, lautes und herausforderndes Ha! Ha! Hal lange, bevor die Gefahr nahe iſt, aus. Die Mangelbäume ſind nun hinter uns und es folgen große Ebenen von einem reichen dunkeln Boden, der mit rieſenartigem Gras bedeckt iſt, ſo hoch, daß es ſich über unſre Köpfe erhebt und das Jagen unmöglich

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Erbſen, en gezogen. 9 in ſolchen ſie in Zeit Bataten( engliſchen 8 die ſich vor 80 Meiler dehnt, iſt! und wäre guten Hof ſorgen. gut genält bei ihnen portugieſiſ Furcht vo Ufer und beſonders begleitet he er habe niM ſei wie ein worden? in leichten Nahrungs brachten wäldern ir fortfuhren wünſchten, gel und K Malonda Andere u ter Ruder Hier Garten auch ſeine Bucht an mit dem Krieg verz gewachſen. mit einer dürieb das ſdickte bew Rüchen A gegen das nach Duͤl ger, Gr nach der riano ſei ben, ſo n nur ihr e