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688 Novellen⸗
eitung.
Lucullus in dem Apolloſale ſpeiſte, ſo betrugen die Koſten die unzufriedenen Belgier mit Losreißung drohten und in
des Mahls 50,000 bis 100,000 Francs. Ein Gaſtmahl des Caligula koſtete 1,800,000 Fr.; ein Frühſtück des Helioga⸗ balus 500,000 Francs. Apicius, das berühmteſte Lecker⸗ maul der ewigen Stadt, verzehrte buchſtäblich 15 Millionen, und als ſein Vermögen bis auf 1,200,000 Francs zuſam⸗ mengeſchmolzen war, machte die Beſorgniß, daß er ſein bis⸗ heriges Leben nicht fortführen könne, ihn ſo elend, daß er ſich ſelbſt tödtete. C.
Misrellen.
Eine hübſche Anekdote giebt Max Schleſinger in ſeinem geiſtvollen Buche über London zum Beſten.
Lord Palmerſton hörte einmal eine leidenſchaftliche und malitiös⸗polemiſche Interpellation wegen des Inhalts„ge⸗ wiſſer Actenſtücke“, die vom Feſtlande herübergekommen ſein ſollten, mit einer Haltung und Gebehrde an, wie wenn er in die äußerſte Verlegenheit geſetzt und außer Stande wäre, über den fraglichen Gegenſtand Rede zu ſtehen. Er ließ ſich dann, als ob er Zeit gewinnen wollte, die Frageſtellung noch deutlicher wiederholen, und als dies mit triumphirendem Uebermuth und carrikender Deutlichkeit geſchehen war, ant⸗ wortete der interpellirte Miniſter, wie von einer Zerſtreuung zurückkommend, mit gleichgültiger Miene und höchſt komiſch wirkendem Tonfall:„Es ſind gar keine ſolchen Actenſtücke angekommen.“ Das ganze Haus explodirte in ein Geläch⸗ ter, und Palmerſton wurde an dieſem Tage nicht weiter in⸗ terpellirt.— e.
Im Haag ſtarb im Monat Juli d. J. der holländiſche Staatsminiſter a. D. Dirk Donker Curtius, im Jahre 1848 Mitglied des Reform⸗Miniſteriums. Als im Jahre 1830
Brüſſel die erſten Unruhen ausbrachen,, ließ er ſich von den
liberalen belgiſchen Mitgliedern der Kammer, denen er freund⸗
lich nahe ſtand, die Forderungen der Belgier formuliren, ſtieg
vor Brüſſel in einen Poſtwagen und erſt im Haag vor dem
königlichen Palaſt am Noordrind wieder aus. Als Träger
wichtiger Nachrichten ward er in ſeinen beſtaubten Reiſekleide
vor Wilhelm I. geführt.„Sire,“ ſprach er,„ich komme
von Brüſſel; Ew. Majeſtät kennen mich nicht, haben viel⸗
leicht nie meinen Namen gehört, aber ich liebe mein Land,
und deshalb beſchwöre ich Ew. Majeſtät, unterzeichnen Sie
dieſes Blatt, oder erklären Sie auf irgend eine andere Weiſe
durch Ihre Unterſchrift, daß Sie die Forderungen der Bel⸗
gier bewilligen. Ich reiſe damit ſtehenden Fußes nach Brüſ⸗
ſel zurück, und Belgien iſt Ihnen gerettet.“ Der König war hierzu nicht zu bewegen.„Dann, Sire, iſt Belgien für Sie verloren. Ich habe die Ehre, mich Ew. Majeſtät zu empfeh⸗ len.“ Donker Curtius blieb im Haag. Dies war das ein⸗ zige Mal, daß er mit dem Monarchen eine Unterredung hatte. Allein wenn der Fürſt ihm ſpäter auf der Straße oder im Park begegnete, ſo wandte er ſich wohl halb um und blickte ihm nach.„Der hat es mir vorhergeſagt,“
mochte er denken. Wilhelm IJ. liebte jedoch die Rathgeber nicht, zumal wenn ihr Rath gut geweſen war und er ihn nicht befolgt hatte.—e.
Inhalt. Das Taſchentuch. Novelle von R. E. Hahn.(Schluß.)—
* Die ſchreckliche Kataſtrophe bei Belvedere in England.— Gedicht von Karl Koch. Sommerfäden.
Feuilleton. Aus dem ſchottiſchen Leben des vorigen Jahrhunderts.
— Jean Jacques Rouſſeau, Napoleon I., Pio Nono.— Der Carneval in Montevideo.— Ein Geſchenk.— Reichthum zu Zeiten der alten Römer.— Miscellen.
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