Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
687
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mende Waſſer Condillac's wurde ihr verordnet; der Magen, welcher jedes andre Getränk verweigerte, konnte es vertragen; die beruhigende Wirkung desſelben war ſo ſchnell und es brachte die Verdauungsorgane ſo gut in Ordnung, daß die Herzogin von Bor..... nach zwei Monaten die Dankmeſſe leſen hörte, welche der Papſt für ihre Heilung ſelbſt las.

Als einige Tage ſpäter ein franzöſiſcher Geiſtlicher dem Papſte von den Wundern erzählte, welche das Waſſer in Salette bewirke, antwortete ihm derſelbe mit der ihm eignen liebenswürdigen Laune:Mein lieber Sohn, Sie haben in Ihrer Diöces nur das Waſſer von Condillac, das keine Un⸗ gläubigen läßt.

So hat dieſer kleine Winkel in den Gebirgen der Dau⸗

e phiné ſehr große Perſönlichkeiten intereſſirt. C.

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Der Carneval in Montevideo.

Nach den ſo eben erſchienenenMittheilungen über das ſociale und kirchliche Leben in der Republik Uruguay, von Dr. Otto Woyſch, wird der Carneval in der Hauptſtadt Montevideo und in andern Städten auf eine eigenthümliche Weiſe drei Tage hindurch gefeiert. Täglich geben zwei Ka⸗ nonenſchüſſe vom Fort St. Joſé aus um zwei Uhr Nachmit⸗ tags das Zeichen zum Beginn und bei Sonnenuntergang zum Beſchluß des Feſtes. Schon vor dem Anfangszeichen ſind auf allen Balkonen und Dächern der Stadt die Damen

kampfbereit verſammelt. Neben ihnen ſtehen zahlreiche Waſ⸗

ſergefäße bis an den Rand gefüllt, desgleichen ſogenannte Papierbomben, welche, aus ſtarkem Papier gefertigt und mit

ſſer gefüllt, auf der Straße zerplatzen und den Getroffe⸗

gründlich durchnäſſen. Auch Körbe mit Eiern ſtehen wa, welche mit Wohlgerüchen gefüllt ſind. Mit Regenhüten und Regenmänteln verſehen, reiten oder gehen die Herren auf den Straßen und werfen mit gefüllten Eiern nach den Damen, welche ihrerſeits hinter Vorhängen aus den bereit gehaltenen Waſſerbehältern ſchöpfen und, raſch bis an den Rand des Balkons hervortretend, unendliches Waſſer auf die Köpfe der untenſtehenden Herren ſchütten. Dieſe werfen wieder mit Eiern, und ſo geht es Straße an Straße, Haus an Haus. Allmählich ſieht es auf den Straßen wie beim argſten Regenguß aus. Ein Balkon kämpft ſchon mit dem anderen; Herren dringen auf die Dächer und bringen den Damen Hülfe, oder kämpfen von hier aus mit dem ſchönen Geſchlecht, das immer animirter und den Waſſergöttinnen ähnlicher wird, ſo durchnäßt ſind die Anzüge. Vor dem Ge⸗ räuſch des herabgeſchütteten Waſſers hört man kaum das Rollen der Wagenräder. Herren ſitzen in der verſchloſſenen Kutſche und öffnen zuwei⸗ len verſtohlen ein Fenſter, um ein Ei herauszuſchleudern. Manche Herren trotzen der Gefahr und reichen mit einem ſcheerenartigen Inſtrumente, das auch auf dem römiſchen Car⸗ neval üblich iſt, Confect oder Sträußer auf die Balkone hin⸗ auf, aber während dies links geſchieht, werden ſie von der rechten Seite her von Dächern und Miradors(aus den fla⸗ chen Dächern emporragenden Thürmen) begoſſen. Alle Fenſter, die zugleich Balkonthüren ſind, werden geſchloſſen gehalten, damit nicht Eierſchalen und Waſſerfluthen die koſt⸗ baren Teppiche beſchädigen, mit denen die Säle mit ver⸗ ſchwenderiſcher Pracht belegt ſind. Maskenſchaaren mit Muſikchören an der Spitze erſcheinen; ihnen ſowie den Geiſt⸗ lichen darf nichts zu Leide geſchehen, ſo will es die Carne⸗

valsordnung. Deſto ſchlimmer ſind die Geſchäftsleute da⸗

Dierte Folge.

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ran, welche um dieſe Zeit einen Ausgang nicht vermeiden können. Trotz der Wärme in Regenröcken und Gummi⸗ ſchuhen, mit einem möglichſt alten Regenſchirm bewaffnet, ſieht man ſie, ſich vorſichtig umſchauend, die gut beſetzten Balkons umgehen, bis von der Gegenſeite eine Bombe den Regenſchirm überſtrömt oder, während er nun nach oben ſchaut, eine Spritzenladung Kölniſchen Waſſers ihn am Hals trifft. Manche brechen in Scheltworte aus, welche die Da men zu hoher Luſt anreizen, während andere Männer durch die ſcheinbare Gleichgültigkeit, welche ſie dem Bombardement entgegenſetzen, nicht weniger eine hartnäckige Verfolgung herausfordern. Auch nach dem abendlichen Kanonenſchuß herrſcht noch kein ſicherer Friede, und mancher unbeſorgt zum Eſſen ſchlendernde Hungrige wird mit Waſſer oder Eiern ungebeten bewirthet. e.

Ein Geſchenk.

Der junge König von Cambodſcha hat von Seiten des Gouverneurs der franzöſiſchen Colonie in Untercochinchina ein Geſchenk erhalten, das Sr. olivengelben Majeſtät eine große Freude gemacht hat und nicht verfehlen wird, das An⸗ ſehen des Monarchen in den Augen ſeiner Unterthanen ſehr zu erhöhen.

Der Chef des Generalſtabs des Admirals La Gran⸗

Die Kutſcher werden begoſſen, die

diere überreichte dem König in einer feierlichen Verſammlung eine Krone und die prachtvolle ganz mit Gold geſtickte Uni⸗ form eines Cavallerieofficiers, die beinah der eleganten Uni⸗ form der Guiden gleicht.

Wenn es wahr iſt, daß kleine Geſchenke die guten Be⸗ ziehungen unterhalten, ſo iſt es auch gewiß, daß Aufmerkſam⸗ keiten dieſer Art den beſten Einfluß auf den Geiſt jener Be⸗ völkerungen ausüben, die ſich noch im Zuſtande der Kindheit befinden. Das iſt um ſo richtiger, weil es in jenen Ländern genügt, auf die höher geſtellten Perſönlichkeiten einzuwirken, um die Zuneigung und den Gehorſam aller Andern zu er⸗ langen. C.

Reichthum zu Zeiten der alten Rümer.

Ein fleißiger Leſer des Suetonius, der von ſeiner Lec⸗ türe Nutzen zu ziehen verſteht, hat eine intereſſaute Aufſtel⸗ lung über die Luxus⸗Ausgaben des alten Roms und des mo⸗ dernen Frankreichs gemacht. Aus dieſer Arbeit ergiebt es ſich, daß das Vermögen unſrer modernen Millionäre im Ver⸗ gleich zu dem der Alten ſehr gering iſt. Seneca, der Philo⸗ ſoph, welcher eine Abhandlung über die Verachtung der Reichthümer geſchrieben hat, hatte ſich doch ein ganz hübſches Vermögen von 85 Millionen Franes nach dem jetzigen Gelde aufgehäuft. Ein Aſtrolog, Namens Lentulus, hatte es bis zu 63 Millionen gebracht. Als der Kaiſer Tiberius ſtarb, fand man in ſeinem Schatze 640 Millionen, und in weniger als Jahresfriſt hatte ſein Nachfolger und Erbe die ganze Summe verſchwendet. Die Schulden des Milo, des Cli⸗ enten Cicero's, beliefen ſich auf 120 Millionen. Cäſar hatte 49 Millionen Schulden gemacht, ehe ihm ein öffentliches Amt übertragen wurde. Daun verſchwendete er 30 Milli⸗ onen, um die Patricier der ihm entgegenſtehenden Partei ab⸗ trünnig zu machen, und der Servilia, der Mutter des Brutus, ſchenkte er eine Perle im Werthe von 150,000 Francs. Ein gewiſſer Scaurus beſaß ein Haus, das durch eine Feu⸗ ersbrunſt in Aſche gelegt wurde; der ihm dadurch verurſachte Verluſt wurde auf 22 Millionen Francs geſchätzt. Wenn

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