Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
652
Einzelbild herunterladen

Novellen⸗Zeitung.

Feuilleton.

Das Schiff des Narriſo Monturiol in Spanien.

Während wir uns in Deutſchland angelegentlich mit der unterſeeiſchen Schifffahrt beſchäftigen, und der bedeutungs⸗ vollen Erfindung unſeres talentvollen Landsmannes Bauer ſegensreichen Fortgang wünſchen, hat auch ein Spanier in dieſer Bezieh hung Hervorragendes geleiſtet. Fernando Gar⸗ rido erzählt in ſeinem von Arnold Ruge überſetzten und in Leipzig bei Eduard Kummer erſchienenen Werkedas heu⸗ tige Spanien, daß Monturiol ſeit 1854 bereits an jener Erfindung arbeitet, und ſchon im Juni 1859 wurde der erſte Ichthyneos im Hafen von Barcelona vom Stapel Die Regierung und die Reichen des Landes gaben dem Er⸗ finder keine Unterſtützung, er fand ſie bei armen Arbeitern, die Geld zuſammenſchoſſen. Als das Schiff fertig war und ſich der Er lſinder 56 Mal im Verein mit 5 Cameraden 20 Meter in das Meer hinabgelaſſen hatte und nach allen Richtungen während dreier Stunden unter dem Waſſer hin⸗ gefahren war, ordnete der neugierige Hof eine Probe in Gegenwart von Gelehrten an, die trotz des unruhigen Meeres günſtig ausfiel. Die Bedingungen, unter welchen der Hof Monturiol Unterſtützung gewähren wollte, erſchienen dem Manne der Wiſſenſchaft indeß nicht ehrenvoll, und ſo viel wir wiſſen, arbeitet er noch ume nach vorh hergegangener Nationalſubſcription an einer Vervollkomm ꝛmung ſeines Schif⸗ fes. Er ſagt über die unterſeeiſche Fahrt ſelbſt Fo lgendes:

Bei der unterſeeiſchen Schifffahrt ſöß man auf be⸗ kannte und auch auf unbekannte Befol hren. Ichthyneos dem verſchiedenen Druck und den Strömungen widerſtehen. Sodann finden ſich Maſſen von ſchwimmenden Pflanzen in der Tiefe, und eine ganz eigne Vertheilung der unterſeeiſchen Felſen, wo man ſic feſtfahren könnte. iſt die Dunkelheit, von der man ſich umgeben findet, wenn man in eine gewiſſe Tiefe hinabgelangt, ein Uebelſtand, denn trotz des ele ätriſchen Lichts, das man im Ichthyneos erzeugt, erlaubt die Dichtigkeit des Waſſers uns nicht, die Gefahr von weitem zu erblicken.

Dazu kommen die Gefahren von den chemiſchen Opera⸗ tionen im Innern des Fahrzeugs, die man unternehmen muß, um leicht athmen zu können und das Gas zu verzehren, wel⸗ ches von der Manuſchaft ausgeathmet und ausgedünſtet wird.

Vor dieſen Gefahren ſchrecken ſelbſt die Tapferſten eini⸗ germaßen zurück; und dies iſt ſehr natürlich. Düſtre Trauer iſt der Charakter der Bilder, die uns in der Tiefe umgeben und unſere Fahrt begleiten das iſt nicht eben ermuthigend. Schweigen eröffnet dieſe Niederfahrten. All⸗ mählich ſchwindet das Licht der Sonne, das Waſſer wird eine mächtige dichte Maſſe allumher, und mit Mühe dringt un ſer Blick hinein. Das künſt iche Licht giebt den Geſichtern eine Leichenfarbe; das Fahrzeug hört faſt auf zu ſchwanken und Alles iſt unbeweglich; Fiſche gl eiten an den Kryſtall⸗ augen des Bootes vorüber; Alles dies wirkt zuſammen und ſetzt die Mannſchaft in eine fieberhafte Aufregung.

Die Bewegungen, vorwärts, rückwärts und ſeitwärts, werden mittelſt der Schraube gemacht. Der ganze Ichthy⸗

unterſeeiſche

neos kann ſich nach Verhältniß der Widerſtandsmittel, die er

beſitzt, in die Tiefe hinablaſſen. Der Ichthyneos, der jetzt im Bau iſt, kann 50 Meter in die Meerestiefe hinab⸗ ſteigen und wird eine Beſatzung von 20 Mann haben.

Zuerſt muß der

ment,

ge laſſen.

74, 2 darin zum Athmen zu verſchaffen.

Um aufheben zu können, was er auf dem Meeresgrunde findet, wird ſich der Ichthyneos mit großen Stäben verſehen, die an ihrem Ende mit Fanghaken verſehen ſind. Dieſe Stäbe, obwohl an der Außenſeite angebracht, laſſen ſich doch von innen handhaben, an das Schiff feſthaken und zurück ziehen. Oben auf dem Schiff und an ſeiner Außenſeite wird Pl atz ſein zur Beiſeitelegung der Gegenſtände, die mit dieſen Inſtrume nten aufgehoben worden ſind.

Da das Licht der Sonne nur bis zu einer gewiſſen Tiefe hinabdringt, ſo wird der Ichthyneos einen elektriſchen Erleuchtungsapparat haben oder lehenn ein anderes intenſi⸗ ves Licht, wie man es jetzt durch chemiſche Mittel herſtellen kann.

Während die Mannſchaft im Innern des Ichthyneos von der Atmoſph zäre abgeſperrt iſt, hat ſie ſich bünſilich Luft Dazu wendet Monturiol zwei Methoden an. Die erſte iſt, eine gewiſſe Menge Sauerſtof ff, ſtark zuſammengedrückt, mitzunehmen, die man langſam aus⸗ ſtrömen läßt, wie die Mannſchaft den Sauerſtoff einathmet und verbraucht. Die andere Methode könnte man die Lun⸗ gen des Ichthyneos nennen. Dies iſt eine Vorrichtung, wo⸗ mit man die Luft, welche im umgebenden Waſſer enthalten iſt, hereinziehen und zugleich den Stickſtoff, welcher der Mann ſchaft ſchädlich werden würde, abziehen laſſen nunn.

Zur Anwendung jeder dieſer beiden Methoden hat man

im Innern des Fiſchbootes einen Luftzug herzuſtellen und ihn

durch ſaure und alkaliſche Aufl öſungen zu leiten, wo er von dem Waſſerdunſt und der? Ausdünſtung der Mannſch haft ge⸗

reinigt wird, ſowie von der Kohlenſäure.

Ferner

ruhig ſei todt

Der Manometer(Dichtmeſſer) giebt die Tiefe an, in der wir uns befinden. Anfangs ſteigen wir ganz gemächlich hinab; dann wird's ein reißend ſchnelles Hinabſchießen; in einer gewiſſen Tiefe aber hört das Sinken ſchließlich auf. Man hört nicht den geringſten Laut, das Schiff verharrt ohne alles Schwanken. Man ſollte ſagen, die Natur zder Ichthyneos gleicht einem Grabe.

Jetzt begreift man die ganze Bedeutung der Werkzeuge,

womit das Fiſchboot ausgerüſtet iſt.

Man beobachtet den Sauerſtoffmeſſer und den Reiniger der Luft. Man verſucht ſofort, wieder aufzuſteigen; man aber nicht gleich die erſten Bewegungen empfindet, was leicht geſchehen wird, wenn man ſich nur unachtſam gehen. läßt, dann wird man von einer eignen Unruhe befallen, ar⸗ beitet mit ängſtlichem Eifer und der Manometer be⸗ ginnt die Erhebung anzuzeigen. Kaum bemerkbar erſcheint das Licht der Sonne wieder und mit ihm die ſtrahlende Freude auf allen Geſichtern, Alle ſind begeiſtert und entzückt, und der Ichthyneos, fortgetrieben durch die Anſtrengungen der unterſeeiſchen Matroſen, ſteigt hinauf und hinab, hält mitten im Waſſer inne und bewegt ſich frei nach allen Rich⸗ tungen.

Jetzt fühlt die Mannſchaft ihre Herrſchaft über das Ele⸗ in das ſie eingetaucht iſt, und findet ein Vergnügen

darin, es nach Gefallen auf alle Weiſe zu durchmeſſen.

Das vog zeigt uns den Weg an, den wir zurückgelegt, der Compaß giebt die Richtung an, der wir folgen, und mit

Stolz blickt man in dem beſchränkten Raum umher, von dem

aus man all dieſe Wunder wirkt; man ſingt, man arbeitet und fühlt volles Vertrauen in die Werkzeuge und Mittel,

wenn

3 gcjif-

das Luſ un din

cität, d r 1

ng er Chen d ii Galt lrn ih 1 a-

gen bi 4 enl ſo ga Meere ahweiche ndei der Wa ſerſäul le muß Wäre aber nueribenuns ir lionen toſten witd iore Verwendung ſprechen. Viele alle enthalten ei inen

rallen, die Perlen dio ueinen

ßt I, ni man heben können vüchixe retten uſ Das veue Fi bis auf 50 Meter oben ſchen geſagt i die Unterſtüt Erfindung verdien gebniſſe, die uner hervorgebracht ha Mittel zu dieſem günzndere Erfo erlangen muß, w viliſirten Welt in thigen Mittel zufl Schiffe zu bauen, Reſul hi zu erlan Aber Mont Probleman nit ſi waren, daß ſiea der wiſſenſähtie Entdeckungend der ten verhelfen mi Menturial mit der Atmoſg Shſſtem tbenfal ten der irdiſche der Tiſed des D Die Dün Aaquators werd den Unternel m ein. Zur däl onturiol ſcho löüſſten etiic