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Denn während Frau von Holzau noch voll Unruhe das Gemach durchmaß, ſtürzte ihr getreuer Richard unter allen Zeichen des Entſetzens herein und rief ihr haſtig zu:„Er kommt! der Graf iſt da!“ Ehe ſich Frau von Holzau von ihrer Ueberraſchung zu erholen vermochte, trat Graf Oskar von Palm bereits in das Zimmer— an ſeinem Arme die glück— ſtrahlende Maria.
In demſelben Momente, wo ſie die Schwelle des Gemachs überſchritten, in deſſen Mitte Frau von Holzau bleich und unbeweglich, aber mit vollſtändig entſchloſſenem Ausdruck in dem ſtolzen Geſichte ſtand, wurde eine Seitenthür deſſelben Gemachs geöffnet, und Frau von Bieber trat durch dieſelbe. Diesmal wurde ſie doch ihrer Bewegung nicht ſo ſchnell Mei⸗ ſter und vermochte einen leichten Ausruf des Schre⸗
ckens nicht zu beherrſchen, als ſie ſich dem unerwünſch⸗ ten Paare gegenüberfand.
Graf Oskar führte das erröthende Mädchen ſei⸗ ner Tante zu und ſagte:„Gnädige Frau, auf ſo wunderbare Weiſe aus allen Gefahren gerettet, welche über mich verhängt waren, kam ich, um Ihnen meine Braut vorzuſtellen, die in wenigen Tagen mein Weib werden ſoll.“
Aber Frau von Holzau, welche fühlte, daß es hier einen Kampf geben mußte, begann denſelben lie⸗ ber ſogleich ſelbſt und erwiderte:
„Wir danken für die überflüſſige Ehre, Herr Graf! Sie hätten beſſer gethan uns mit einer Braut fern zu bleiben, welche eine geborne Gräſin von Palm als Mitglied ihres Hauſes niemals willkommen hei⸗ ßen kann.“
Graf Oskar lächelte und warf dem erbleichenden Mädchen einen ermuthigenden Blick zu. Ruhig er⸗ widerte er:.
„Ich weiß es wohl, gnädige Frau, Sie haben das Mögliche gethan, um den gegenwärtigen Augen⸗ blick zu verhindern, und von dem Verſchwinden meiner Abſchiedszeilen an Maria, welche ich jenem Schurken dort gab,— hinaus mit ihm!— und Ihrem freundlichen Billet an den Oberſten Dumont, wel⸗ ches mir das Vergnügen einer Reiſe nach Rußland verſchaffte, bis zu meiner Todesnachricht und der Wegſchaffung Maria's aus dieſer Gegend iſt mir kei—
ner Ihrer Schritte, keine Ihrer Abſichten dunkel ge⸗ blieben, ſo dunkler Art auch die von Ihnen aufge⸗
wendeten Mittel waren. Aber das Schickſal hatte es freundlicher mit mir im Sinn, als Ihre Verwandten⸗ liebe es wünſchte. Ich gehörte zu den Wenigen, welche die Schrecken der ruſſiſchen Eisſteppen überwanden, und mein guter Stern führte mich zu des braven York's Armeecorps, welches eben mit den Ruſſen ei⸗
Novellen⸗Zeitung.
nen Freundſchaftsvertrag abſchloß. So trat ich aus dem erzwungenen Zwingherrndienſte in den meines Vaterlands und kämpfte für die Befreiung deſſelben
bei Lützen und Bautzen, wo ich verwundet wurde und
in Gefangenſchaft gerieth. Man verwahrte mich in Magdeburg, aber wir Gefangenen erhielten von Allem, was draußen geſchah, Nachricht, ſo auch von der wahr⸗ ſcheinlich nahe bevorſtehenden Entſcheidungsſchlacht, der ich beizuwohnen wünſchte. Mit fremder Hülfe entkam ich zu Pferde aus der Haft, wurde verfolgt und verwundet, aber durch Maria gerettet,— doppelt gerettet, vor den Verfolgern wie vor dem Tode, der wochenlang ſeine grimmige Hand nach mir ausſtreckte. Sie ſehen, Frau von Holzau, auch Ihre verderblichen Abſichten wurden durch die Hand des Geſchickes ge⸗ lenkt, und gerade Maria's Entfernung von hier, durch welche Sie uns am ſicherſten zu trennen hofften, wurde der Weg zu unſerm Wiederfinden— ohne ſie gerieth ich in die Gewalt der Franzoſen zurück, oder wahrſcheinlich in die Fluthen der Elbe... Und jetzt ſind wir gekommen, um von Maria's Eltern uns den Segen zu unſerer Verbindung zu erbitten.“
Ueber Frau von Holzau's Lippen zuckte bei die⸗
ſen Worten derte ſie:
verächtlicher Hohn; eiſig kalt erwi⸗
„Meine Anſicht kennen Sie, Herr Graf. Ich! verleugne nichts, was ich gethan, und geſtehe zu, daß fh
ich Alles gethan habe, um Sie, einen Grafen Palm, deſſen Hauſe auch ich entſproß und deſſen Ehre auch die meinige iſt, vor einer ſolchen Mesalliance zu be⸗ wahren, die ich für einen Schimpf halte.“
Graf Oskar neigte wie beiſtimmend das Haupt, und ſagte:
„Ich wußte das, gnädige Frau, und kannte Ihre Anſchauungen von Ehre und ehrenhaft genügend— aber auch Sie, Frau von Bieber, duldeten was ge⸗ ſchah und hatten kein Mitleiden mit dem vor Jam⸗ mer vergehenden Kinde.“
„Ich wußte nichts von alledem, was geſchah,“ erwiderte Frau von Bieber ſtolz,„aber wenn ich da⸗ von gewußt hätte, ſo würde ich die Handlungsweiſe meiner Mutter nur gebilligt haben. Denjenigen zur Erfüllung ſeiner Pflicht zu zwingen, welcher Pflicht und Ehre vergißt— und wäre es mit Gewalt— iſt ein verdienſtliches Werk. Was lag an den paar Thränen einer Bauerndirne, wenn dadurch der Name Palm vor dem Schimpf bewahrt wurde, einen Guer⸗ balken in ſeinem alten Wappen tragen zu müſſen. Leben Sie jetzt wohl; ich denke, für dieſes Leben ſind wir mit einander fertig.“
„Ich hoffe daſſelbe, Frau von Bieber, Frau von Holzau müßte denn Luſt zu einer neuen Intrigue ge⸗
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felha d beine Sü ſer meiner dankt, daß I dieſen Gngel und im Anſ Früchte Ihre Einige⸗ Palm Und T und ein gluͤck bindung, in von Urenkelü lebt. Die L Frühling vert Monaten klt der am Altare lichen Glorie
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