Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
629
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voll Freude und Geliehten lebend te ſie auch wieder des Zuſtands ge⸗

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er und verkündete Kabn voll Sol⸗ ſcher den Flücht⸗

tef Matia,und Schlließen Sie alten Schrank vol

Dierte Folge.

die Thür ich denke, in der Kirche wird man ihn ohnehin nicht ſuchen.

Der Pfarrer that nach Maria's Geheiß.

Maria lauſchte durch das Fenſterchen. Da ſah ſie die fremden Soldaten, welche heftig redeten und geſticulitten und den Pfarrer zu bedrohen ſchienen. Hiſſer machte eine Bewegung nach ſeinem Hauſe, als ſtelle er ihnen frei daſſelbe zu durchſuchen, und der herriſche Befehlshaber beantwortete dieſelbe mit ei

ner Armbewegung, welche das ganze Dorf umfaſſen zu wollen ſchien.

Maria ſah, wie gleich darauf die Soldaten ſich zerſtreuten. Sie hatte ſich geirrt, wenn ſie glaubte, daß man den Flüchtling nicht in der Kirche ſuchen würde. Bald hörte ſie Donnergepolter in dem hei⸗

ligen Raume, als ob kein Kirchenſtuhl an ſeinem Platze bliebe. Maria lauſchte athemlos und voll un ſäglicher Angſt da kamen Schritte in die Nähe ihres Verſteckes, näher, näher, doch ſie gingen vorbei, die Treppe empor auf die Chöre und in die Orgel. Rufen und Fluchen ſchallte roh durch den heiligen Raum, und es wollte Maria dünken, als

Durchſpüren jedes Winkels anſpornte. Wiederum nahe ten Schritte ihrem Verſte dicht vor demſelben machten ſie Halt Maria's Herzſchlag ſtockte da

marde der Schrank geöffnet und der Polterkram flog

wild durcheinander. Es mochte jedoch nichts von Werth darunter ſein die Thür flog wieder zu und die Schritte entfernten ſich; allmählich wurde ſtiller und ſtiller, und endlich rührte ſich kein Laut mehr in dem Gotteshauſe.

Maria war auf ihre Kniee geſunken und dankte Gott für dieſe neue Rettung, ihm anheimgebend das Schickſal deſſen, welcher noch immer von den wilden Pbantaſten des Wundfiebers beherrſcht wurde⸗

Frau von Holzau ging unruhig in ihrem Ge⸗ mache auf und nieder. Die Ereigniſſe der letzten Tage waren nicht geeignet geweſen, ihre Zufrieden⸗ heit zu erhöhen. Vor einigen Wochen war Oberſt Dumont auf Schloß Holzau geweſen, und der tapfere Krieger hatte ſich durch Liebenswürdigkeit und Ga⸗ lanterie die Gunſt der beiden Damen vollſtändig er⸗ obert. Oberſt Dumont entſtammte einem alten be⸗ rühmten Adelsgeſchlechte Frankreichs, und ſeine rei⸗ chen Beſitzungen ſowie die Gunſt des Kaiſers ſtellten ihn in den Augen der Damen hoch genug, um eine Verbindung Frau von Bieber's mit ihm wünſchens⸗ werth erſcheinen zu laſſen, um ſo mehr, da die ſchöne Frau durchaus nicht mehr wie früher von Be⸗ wunderern umſchwärmt wurde.

wenn des Befehlshabers Stimme die Soldaten zum

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Vom Grafen Oskar hatten ſie auch nichts wie⸗ der vernommen, und er ſchien denn alſo wirklich un⸗ ter jenen Leichenhügeln zu ruhen, welche die Straße von Moskau bis nach Polen zu einer ungeheuern Schädelſtätte machten.

Oberſt Dumont hatte ſich von Holzau auf Leip⸗ zig zugewendet, wo Napoleon ſeine Truppen concen⸗ trirte, um einen Entſcheidungsſchlag zu führen.

Wenn wir die Rebellen beſiegt haben, ſo kehre ich zurück! hatte er beim Scheiden geſagt, und der Blick, welcher dieſe Worte an Frau von Bieber be⸗ gleitete, während er zugleich ihre Hand in heißer Gluth an ſeine Lippen zog, verrieth genug, was dieſe Rückkehr zu bedeuten hätte.

Die beiden Frauen warteten nun auf die Be⸗ ſiegung der Rebellen und beteten in ihrer Subjec⸗ tivität für die tapfern Franzoſen.

Aber ehe es zu der Entſcheidungsſchlacht kam, hatten die Damen noch mancherlei Unbequemlichkeiten auszuſtehen. Eine bedeutende Abtheilung der fran⸗ zöſiſchen Armee wälzte ſich durch dieſe Gegend auf Leipzig zu, und Frau von Holzau's Beſitzungen hat⸗ ten dabei wie durch die vernichtende Gefräßigkeit ei⸗ nes Heuſchreckenhaufens zu leiden doch ſelbſt dieſe Brandſchatzung ertrug Frau von Holzau ohne Murren und mit der angenehmen Hoffnung auf eine noch angenehmere Zukunft. Denn wenn die Rebellen gegen Napoleon's Herrlichkeit beſiegt waren, ſo hatte Dumont ihr erzählt, ſo gab es Frieden. Dann nahm er ſeinen Abſchied und verbrauchte die reichen Einkünfte ſeiner Beſitzungen in dem prächtigen Paris. Welcher lockende Gedanke für Frau von Holzau!

Aber nun war der Schlag wirklich geſchehen. Drei Tage lang, drei furchtbar lange Tage hatte die Völkerſchlacht bei Leipzig gedauert, bis endlich die unwiderſtehliche Begeiſterung derRebellen geſiegt und das Götzenbild Napoleon'ſcher Herrlichkeit zer⸗ trümmert hatte.

Die ganze franzöſiſche Armee befand ſich in voller Flucht auf dem Wege zum Rhein und vom Oberſten Dumont war nichts mehr zu ſehen, noch zu hören.

Das war es, was Frau von Holzau bekümmerte, und während ein unendlicher Jubel gleich dem him⸗ melſtürmenden Accorde einer Rieſenorgel durch alle Gauen, durch Süd und Nord, durch Oſt und Weſt zog, die Vernichtung ſiebenjähriger Tyrannei zu feiern, grollten die beiden Damen auf Holzau mit dem Ge⸗ ſchicke, welches ſo ungalant war, ihre Pläne nicht auf Koſten eines ganzen Volkes befördern zu wollen.

Aber nicht genug damit. Dieſes Geſchick ſchien die beiden Damen noch härter beſtrafen zu wollen.