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Novellen⸗
Zeitung.
Da beſann ſich Maria nicht lange und trieb den— indem Maria ihm näher kam, ſah ſie zum erſten
Kahn an ihn heran:
Male in dieſes Angeſicht, und ein Schreckensruf tönte
„Hier herein, um Gotteswillen ſchnell in den von ihren Lippen.
Kahn!“
Der Verwundete gehorchte, die l er fie
aber das war auch etzte Kraftanſtrengung, deren er fähig war— l bewußtlos in den Nachen. In dem Augenblicke, wo Maria die Ruder wie⸗ der in das Waſſer ſenkte, erſchien am Ufer ein Trupp Reiter, welche zu dem Kahne herüberwinkten und in einer fremden Sprache für Maria unverſtänd⸗ liche Reden herüberſchleuderten.
Aber Maria hörte weder auf das Eine noch auf das Andere, ſondern ruderte ſo eilig, als ſie es ver⸗ mochte, dem andern Ufer zu. Das Pferd des Geret⸗ teten war an das Ufer zurückgeſchwommen und das ſchien die Verfolger behutſam zu machen, von denen jedenfalls Keiner ſchwimmen konnte, und ein Kahn lag an jenem Ufer des Stromes nicht in der Nähe. So ſuchten ſie denn nur durch Schießen zu ſchaden, V und Maria hörte einige Kugeln in verdächtiger Nähe vorbeiſchwirren. Aber ſie erreichte trotzdem unbehel⸗ ligt das Ufer und half ihrem unterdeß wieder zum Leben erwachten Schützling aus dem Kahne.
Sie war ſo erſchrocken, daß ſie ihn nicht anzu— ſehen wagte, ſondern ſtützte ihn nur ſo viel als mög- lich, damit er das kurze Stück Weg über den Damm bis in den Flecken zurücklegen könne.
So brachte ſie ihn bis an die Kirche. Sie hatte unterwegs ſchnell überlegt, wohin ſie ihn verbergen könnte, da ſie ein baldiges Nachkommen der Verfol⸗ ger fürchten mußte, und hatte dabei an ein kleines Kämmerchen in der Kirche gedacht, in welchem man⸗ cherlei Geräthe aufbewahrt wurden. Das Kämmer⸗ chen hatte früher einmal, ehe die Kirche reſtaurirt und vergrößert worden war, als Sacrtiſtei gedient, und hier gedachte Maria den Schützling zu verbergen. Sie hatte wenigſtens ſo viel geſehen, daß er eine preußiſche Soldatenuniform trug— das war ja ge⸗ nug, um ihn als einen von den Franzoſen, von den Feinden Deutſchlands Verfolgten zu legitimiren, und ſo hielt ſie es nicht für bedenklich, ihn in dem Heilig— thum zu verbergen.
„Erwarten Sie mich hier,“ ſagte ſie mit leiſe bebender Stimme und eilte in das Pfarrhaus. Hier ſuchte ſie den Schlüſſel zur Kirche und zu der alten Sacriſtei, und nahm auch Leinwand und Erfriſchungen mit, ſo gut ſie dieſelben während der Nacht aufzu⸗ treiben vermochte.
So beladen eilte ſie zu ihrem Schützling, der
auf den Stufen vor der Kirchthür ſaß. Sein blei⸗
„Oskar!“ rief ſie und ſtand ihm wie eine Leiche gegenüber. Beim Klange dieſes Namens blickte er auf— jetzt erkannte auch er ſie, und ein Lächeln zog über ſeine Züge. Doch ſo lächelnd verlor er das Bewußtſein wieder und ſank zuſammen.
Maria ſchrie laut auf und eilte ihm zu Hulfe, aber ſie war zu ſchwach, um ihn beherrſchen zu kön⸗ nen. Seine Uniform war ſehr blutig, und Maria ſah, daß eine Wunde, welche er dicht unter dem Schulterblatt in den Rücken empfangen, ihm bedeuten⸗ den Blutverluſt zugefügt hatte. Sie ſuchte mit den mitgebrachten Leinen die Blutung vorläufig etwas zu ſtillen, und Hülfe herbeizuholen.
Maria wußte nicht, wie ihr geſchehen war.
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plötzlich, ſo überraſchend war ihr der Todtgeglaubte
und längſt als todt Beweinte lebend erſchienen, daß ſie es kaum begriff; und doch ſchloß dieſes Wieder⸗
finden ſogleich wieder die Gefahr ihn auf's Neue zu
verlieren in ſich. Ihre Seele war voll Freude und ſeligen Entzückens, daß ſie den treu Geliebten lebend und ſich nahe wußte, und doch hätte ſie auch wieder bitterlich weinen mögen, wenn ſie des Zuſtands ge⸗
dachte, in welchem das geſchehen war.
Der Pfarrer war mit Freuden bereit dem bra⸗ ven Mädchen jede Hülfe zu leiſten, und Graf Oskar wurde ſo gut, als es möglich war, in der alten Sa— criſtei untergebracht, verbunden und verpflegt.
„Nun kann ich meine Dienſte als Barmherzige Schweſter hier erfüllen— und möge Gott ſie ſegnen!“ ſagte Maria zum Pfarrer.
„Armes Kind,“ erwiderte dieſer mitleidvoll, „Dein theurer Freund wird ihrer wohl nicht lange bedürfen.“
Graf Oskar kam nicht zum Bewußtſein. Bald wälzte er ſich im Wundfieber auf dem Lager und er⸗ ſchreckte die treue Wärterin mit wilden Phantaſien, welche von Kampf und Tod erfüllt waren. Zuweilen hörte ſie auch ihren eignen Namen, und ſeine Stimme klang dann ſanft und mild— ſo hatte ſie ihr Glaube an ihn nicht betrogen! So gedachte er ihrer liebend und treu!—
Am Morgen kam der Pfarrer und verkündete dem geängſtigten Mädchen, daß ein Kahn voll Sol⸗ daten über den Strom käme, die ſicher den Flücht⸗ ling ſuchen wollten.
„Ich weiche nicht von ihm!“ rief Maria,„und
finden ſie ihn, ſo finden ſie mich! Schließen Sie
ches Antlitz wurde vom Lichte des Mondes beſtrichen uns ein hier und ſchieben Sie den alten Schrank vor
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dann aber eilte ſie um den Pfarrer zu wecken 3
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