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rückzunehmen.
Vierte Folge.
Acclimatiſtrung des Chinarindenbaums in Algerien.
Die Natur iſt von einem unvergleichlichen Reichthum. Sie bietet den Menſchen Schätze jeder Art; es handelt ſich blos darum, ſie gut zu überwachen, um ſie ſich vervielfältigen zu ſehen. Jetzt verſprechen die Anſtrengungen der Société d'acclimatation in Paris eine ganz unerwartete Erobe⸗ rung, von der zunächſt Frankreich, aber gleichzeitig auch andere Länder großen Nutzen ziehen werden; es han⸗ delt ſich nämlich darum den Chinarindenbaum in der Oaſe Ghamra in Algerien zu acclimatiſiren.
Doctor Ribadieu, welcher dieſe afrikaniſche Oaſe beſucht hat, glaubt nämlich, daß ihr Klima für die Entwicklung der Pflanzen der Familie der Rubiaceae ganz vorzüglich geeignet ſei, wie die Erfahrung in Betreff des Krapp bereits bewieſen hat. Der Chinarindenbaum, welcher wie der Krapp zur Familie der Rubiaceae gehört, gedeiht in den tropiſchen Ge⸗ genden, welche ſich einer gleichmäßigen Wärme erfreuen. In Afrika in den zwiſchen Tuggurt und Mraier gelegenen Oaſen
— ſind die Bedingungen der atmoſphäriſchen Temperatur ſo
paſſend wie nur möglich für den Anbau der Cinchona, weil ſie denen in Peru gleichen, wo man die beſte Chinarinde findet.
Die in Algier gemachten Verſuche, den Chinarinden⸗ baum dort zu acclimatiſiren, ſcheiterten, weil die dazu be⸗ nutzte Gegend den Nordwinden und den feuchten, ſalzigen Ausdünſtungen des Meeres zu ſehr ausgeſetzt war, woraus
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Das zweckmäßig gereinigte Petroleum iſt beinah farb⸗ los. Das Litre darf nicht weniger als 800 Grammes wiegen. Es fängt bei der Berührung mit einem brennenden Körper nicht ſofort Feuer.
Um ſich von dieſer weſentlichen Eigenſchaft zu verge⸗ wiſſern, ſchüttet man etwas Petroleum in eine Untertaſſe und berüht die Oberfläche desſelben mit der Flamme eines Streichhölzchens. Wenn das Petroleum von den ſehr brenn⸗ baren leichten Oelen, Naphta genannt, gereinigt iſt, ſo ent⸗ zündet es ſich nicht blos nicht, ſondern wenn man das bren⸗ nende Streichhölzchen hineinwirft, ſo erliſcht es darin, nach⸗ dem es noch während einiger Augenblicke gebrannt hat.
Jedes für die Erleuchtung beſtimmte Mineralöl, das dieſe Probe nicht beſteht, muß verworfen werden, weil es bei dem Gebrauch leicht große Gefahren bereiten kann.
Das Petroleum iſt ſelbſt dann, wenn es nicht mehr jene leichten Naphta-⸗Eſſenzen enthält, die ihm die Eigenſchaft mittheilen, ſich bei der Berührung einer Flamme zu ent⸗ zünden, nichts deſto weniger einer der brennbarſten Stoffe, die man kennt; wenn es in gewebte Stoffe von Leinen, Baumwolle oder Wolle dringt, ſo wird die Entzündbarkeit desſelben in hohem Grade erhöht, weshalb auch das Aufbe⸗ wahren desſelben eine große Umſicht erfordert..
Das Petroleum muß in Behältniſſen oder Gefäßen von Metall aufbewahrt und transportirt werden. Die Räume, worin ſich das Petroleum befindet, müſſen durch die Lampen,
eilen, velche für eine Pflanze, welche für ihr Gedeihen der tropiſchen Hitze die anßerhalb derſelben ſind, oder durch Sicherheitslampen n Sinne an ſi bedarf, zu bedeutende Temperatur⸗Veränderungen erfolgten. erleuchtet werden.. ſr u Wunſch eines Aus derſelben Urſache gingen die in Frankreich ang⸗ In Betreff der Laurden, Eir Petroleum gebrannt hterſtatter hat pflanzten Chinarindenbäume zu Grunde, obgleich der Krapp wird, iſt ganz beſonders dafür 8 ſorgen, daß nie Petroleum thrit der Nacht 2e dort vollkommen gut gedeiht. Der Krapp iſt aber bekannt⸗ eingeſchüttet wird, ſo lange die Lampe noch brennt oder die⸗ an innn nch em Kriechpflanze und in Folge deſſen iſt er gegen einen ſelbe noch heiß iſt.
Kopf wit einem dern ein zoktige
großen Theil der atmoſphäriſchen Einflüſſe geſchützt. In Ghamra dagegen ſcheinen der Boden und die Atmoſphäre für die Entwicklung des Chinarindenbaums gleich günſtig zu ſein, und es iſt zu glauben, daß dieſer ſo außerordentlich nütz⸗ liche Baum dort eben ſo wohl, wie in ſeinem eigentlichen Vaterlande gedeihen wird. Das würde für die Menſchheit ein ſehr großer Gewinn ſein. Bekanntlich vermindert ſich die Zahl der Chinarindenbäume ſeit einiger Zeit in der neuen
Im Fall Jemand Brandwunden durch das Petroleum erhalten hat, iſt es ſehr zweckmäßig, augenblicklich in friſches Waſſer getauchte Compreſſen aufzulegen und bis zur Ankunft des Arztes recht oft damit zu wechſeln, C.
Worte für Welt und Haus.
gte ſie ſich Welt in einem beunruhigenden Grade, und in Folge deſſen Das ſtattlichſte Capital, welches wir der Welt hinter⸗ en Stiick ſtark wird die Chinarinde, dieſes wichtige Heilmittel für das laſſen, obgleich es von ihr nur ſelten auf Zinſen angelegt dri Nägeln Wechſelfieber, immer ſeltner und der Preis derſelben ſteigt wird, iſt eine lange Reihe von böſen Erfahrungen und guten
d ſtreute neue in
immer höher. Es ließe ſich daher gar keine nützlichere Er⸗ oberung denken, als die Acclimatiſirung dieſes Baumes in den Oaſen Algeriens. Es iſt daher ſehr zu wünſchen, daß die deshalb anzuſtellenden Verſuche vollkommen gelingen mögen. C.
Das Petroleum.
Die vielen Unglücksfälle, welche in der neuern Zeit durch das Petroleum veranlaßt worden ſind, haben den Poli⸗ zei⸗Präfecten in Paris veranlaßt, die Inſtruction des Con- seil d'hygiène publique et de salubrité des Seinedepar⸗
Rathſchlägen, wie man auf ehrenwerthe Weiſe ſein Glück machen könnte. Wenn wir es ſelbſt gekonnt hätten, würden wir uns jenes für uns ſelbſt ſo höchſt koſtſpielige Vermächt⸗ niß erſpart haben. 9.
Zu den Gründen, weßwegen uns die Erfahrungen An⸗ derer wenig nützen, gehört auch der, daß ſich jeder Menſch für eine Ausnahme von der Regel hält, oft zu ſeiner Freude, nicht ſelten aber zu ſeiner Beängſtigung. Unſer Nächſter er⸗ ſcheint uns dagegen ſelten als Ausnahme, wir betrachten ihn als vollkommen tributpflichtig gegen die Regel. Sollte uns immer die gleiche Conſequenz treffen, die ihn traf? Wir hof⸗
ie als für die tements über den Gebrauch des zur Erleuchtung beſtimmten fen oder befürchten, je nach Stimmung, mit blauem Auge lich aus dn Petroleums öffentlich bekannt zu machen. Dieſe Inſtruction oder mit einer Extraſchlappe als Extraindividuum davon zu e. 4 6. lautet: kommen. 6.
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„Da der Gebrauch des Petroleums Gefahren darbie⸗ tet, ſo iſt es von Wichtigkeit dem Publicum die zu ergreifen⸗ den Vorſichtsmaßregeln zur Vermeidung derſelben bekannt zu machen.
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