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auf der Inſel Man machte, daß darüber der geiſtliche Redner genauer ins Auge gefaßt, und nun erſt in ihm— der rein— vergeſſene Pfarrer Joſeph erkannt ward. Nach dem Gottes⸗ dienſte ward er ſogleich auf's Schloß beſchieden, und die Folge ſeiner ſo höchſt moquanten Gaſtpredigt war— eine gute Pfründe.
Vom deutſchen Büchermarkt.
Perlen der neuen engliſchen Lyrik. Deutſch von Karl Wollheim. Leipzig, bei Wengler. 1864.
Aehnlich wie die Sammlung der Ploennies, nur kleiner und weniger gewichtig, giebt dieſe vorliegende eine Reihen— folge verſchiedener Proben moderner Lyriker, auch iſt etwas biographiſcher Anhalt beigefügt.
Was die ſprachliche Behandlung betrifft, dürfte dem Verfaſſer noch manches zu erreichen übrig bleiben; folgendes Beiſpiel, ein Lied nach Oliver Holmes(1809 geboren), wird es beſtätigen:
Ich ſah ihn ſchon vorher,
Als am Haus langſam und ſchwer Er hinſchritt:
Und das Pflaſter tönt auf's Neu,
Nun am Stock unſtet und ſcheu Er drauf tritt.
Als er noch aufrecht ſchritt, Ehe ihn die Zeit zum Schnitt Noch erkor, That, ſagt man, an Freundlichkeit Allen in der Stadt er weit Es zuvor....
Großmama— ach, und ſie
Iſt nun, gute Seele die! Lange todt—
Sagte, ſeine Naſe war
Römiſch und ſein Wangenpaar Roſenroth!
Ich geſtehe, es hat etwas Nachdenken gekoſtet, aus der Conſtruction des letzten Verſes klug zu werden. Die Aus⸗ ſtattung des Büchelchens iſt ſehr hübſch und der Preis billig; um ſo mehr würde es ſich empfehlen, dem ſprachlichen Aus⸗ druck einige Zeitopfer zu bringen. O. B.
Helvetia. Muſenalmanach von 1864. geben vom ſchweizeriſchen literariſchen Verein.
Auch dieſes Büchelchen enthält wie die meiſten derarti⸗ gen Editionen vorzugsweiſe lyriſche Ergüſſe und einige komi⸗ ſche Erzählungen, volksthümliche Stoffe im Dialekt. Der Inhalt des Ganzen iſt vorwiegend ſchweizeriſch, und unter den Gegenſtänden von allgemeinerem Intereſſe zeichnet ſich am meiſten die Feſtrede auf Uhland von Eduard Dößekel in Seon aus. O. B.
Herausge⸗
Wörterbuchfür Pianoforteſpieler. Von Schu⸗ bert. Leipzig bei Matthes. Die Hülfsmittel des muſikaliſchen Effects. Ebendaſelbſt und von dem⸗ ſelben.
Novellen⸗
Zeitung.
ſung zum Theil nachträgt, zum Theil ergänzt, was eigentlich in jedem größeren muſikaliſchen Lexikon ſtehen ſollte, aber gewöhnlich weder umfaſſend zu finden noch leicht zur Hand iſt. 4 Das zweite Buch,„die Hülfsmittel des muſikaliſchen Effects“, ſchließt ſich zum Gebrauch für Dilettanten und in Conſervatorien dem erſteren ergänzend an und zeichnet ſich dadurch aus, daß es mit Ruhe den Verirrungen in der mo— dernen Muſik belehrend entgegentritt. O. B.
Bibliſche Frauen, von Katharina Diez. Ber⸗ lin, Decker'ſche Geheime Ober⸗Hofbuchdruckerei. 1864.
Es iſt bei dieſem Büchelchen mehr die elegant gefällige Ausſtattung,— ein üblicher Vorzug dieſer Verlagsfirma,— als das Gewicht des Inhalts, wodurch die Leſer angeſprochen werden mögen.
Die Verfaſſerin hat, von Andacht und Pietät ſtärker als vom Schöpfungsdrange des Talentes geleitet, in einer Reihenfolge von Sonnetten eine Anzahl von Frauengeſtalten ſowohl aus dem alten als neuen Teſtament pooetiſch zu ſchil⸗ dern verſucht und wünſcht dadurch die weibliche Leſerwelt um ſo nachdrücklicher auf die Reize des Urtextes hinzuweiſen.
Ein zierliches Titelkupfer leiht dem kleinen Werkchen eine anſprechende Vignette. O. B.
Luſtſpiele von Feodor Wehl. Leipzig, bei Matthes.
erheiternde Stunden gewährt haben, ſechs kleine Komödien. Sie heißen:„Ein Bräutigam, der ſeine Braut verheirathet;“ „Alter ſchützt vor Thorheit nicht;“„Die Tante aus Schwa⸗ ben“;„Eine Frau, welche die Zeitung lieſt“;„Ein modernes Verhängniß“; und„Romeo auf dem Bureau.“
Der Verfaſſer hat dieſes Werk mit reſignirter Objecti⸗ vität ſeinem Freunde Heinrich Laube dedicirt, was deshalb bemerkt zu werden verdient, da die von Laube geleitete Wie⸗ ner Hofbühne zu den wenigen gehört, welche ſich bis jetzt gegen die Luſtſpiele Wehl's verſchloſſen haben, obgleich ſie Zeit und Gelzgenheit genug fand, ſehr werthloſe Fadigkeiten der modernell franzöſiſchen Komödie über die Breter gehn zu laſſen. Wohl aber war Laube, in Inconſequenz mit dieſem wenig nationalen Verfahren, einer der Erſten, welcher auf Wehl's Befähigung zum Luſtſpieldichter aufmerkſam machte.
Leichtſkizzirte Contouren draſtiſcher Situation und Thea⸗
Lebens als aus den Kreiſen des modernen Salons genommen, geben dem Schauſpiele wie der Phantaſie des Leſers in dieſen Bühnenſtücken Gelegenheit ein gefällig angelegtes Bild wei⸗ ter auszumalen und für die dramatiſche Idee dankbar zu ge⸗ ſtalten. Dem Buche wird es an Leſern nicht fehlen, ſo wie es auch den Dilettanten der Liebhabertheater willkommenes Material darbietet. O. B.
Inhalt: Die Primadonna. Novelle von Julius Mühlfeld.(Fort⸗
* ſetzung.)— Literariſche Briefe von Otto Banck.— Ge⸗ dicht von E. v. P. Die Lebensreiſe.
Fruilletan. Vulcane und Erdbeben.— Der Hexen⸗Beſen.—
Zu den Reliquien Friedrich's des Großen.— Ein kleines Manuſeript
Ein Büchelchen, welches in bequemerer Form und Faſ⸗
Vom deutſchen Büchermarkt.
Redigirt unter Verantwortlichkeit von Quto Friedrich Dürr in Leipzig.— Verlag der Dütr'ſchen Buchhandlung in Leipzig.
Das ſo ſehr zahlreiche, dem Theater zugeneigte Publi⸗ cum empfängt hier von dem beliebten Luſtſpieldichter, deſſen harmlos anſprechende Scherze ſchon von ſo mancher Bühne
terintrigue zund ein agiler Dialog, ſowohl vom Markte des
Jean Paul's.— Cheſcheidungen in der Moldau.— Miscellen.—
— Druck von A. Edelmann in Leipzig.
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Erſcheint regelmäß jeden Freitag.
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Graf O.


