Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
494
Einzelbild herunterladen

494

unechten hinzugefügt hat. Die merkwürdige Orthographie des Königs, der kaum fünf Worte richtig deutſch ſchreiben konnte, iſt dabei nicht aufrecht erhalten, denn es macht einen burlesken unwürdigen Eindruck, ſich an den Zufälligkeiten von der Schale einer Sache zu amüſiren, wo es lediglich auf den Kern ankommt. Wir laſſen in unſerer kleinen Aus⸗ wahl immer erſt den Hauptinhalt der Eingabe und dann die Reſolution folgen, die Friedrich gewöhnlich zum Schluß der Actenſtücke mit kauſtiſchen Worten, oder als Randbemerkung auf der letzten Seite niederſchrieb.

Eingabe: Geſuch des Grafen Lippe⸗Detmold um Be⸗ rückſichtigung der Stadt Lippſtadt beim Verkauf von Feſtungs⸗ grundſtücken. Reſolution: Vage Antwort, öſtreicher Styl, der nichts bedeutet.

Eingabe: Der Buchhändler Kanter aus Königsberg bittet um den Titel als Commerzienrath. Reſolution: Buch⸗ händler, das iſt ein honneter Titel.

Eingabe: Der verabſchiedete Lieutnant Graf Ma⸗ tuſchka bittet, Eine Namens Tiele heirathen zu dürfen. Reſolution: Ich bekümmere mich nicht um ſeine Amours.

Eingabe: Der Weinhändler Kiehn in Berlin bittet um Entſchädigung wegen der ihm bei der ruſſiſchen Invaſion weggeführten 82 Fäſſer Landwein. Reſolution: Warum nicht auch, was er bei der Sündfluth gelitten, wo ſeine Kel ler auch unter Waſſer geſtanden.

Eingabe: Der ehemalige neumärkiſche Kriegsrath Win⸗ kelmann zeigt an, daß ſein Onkel Necker in Frankreich ihn bei ſeinem Departement anſtellen wolle, und bittet um Er⸗ laubniß zur Reiſe dahin. Reſolution: Er hat hier geſtoh⸗ len, ſo kann er immer dahin gehen und auch ſtehlen.

Eingabe: Der Chemiker Lardy zu Marſeille überſendet ein Mittel gegen das Podagra. Reſolution: Ich danke für die Cur und laſſe die Natur walten.

Eingabe: Der Generalmajor von Rothkirch bittet um eine Präbende für eine ſeiner Töchter. Reſolution: Es ſind 30 40 Anmartſchaften auf jede Stelle. Er ſoll hübſch Jungens ſchaffen, die kann ich unterbringen, aber mit den Madams weiß ich nirgends hin.

Eingabe: Der von Marſchall bittet, die gegen ihn in der Appellation ergangene Sentenz zu moderiren. Reſolu⸗ tion: Die Geſetze ſind für alle Leute, ſie mögen von Mar⸗ ſchall heißen oder nicht, und wenn ihm das nicht anſteht, ſo kann er aus dem Lande gehen, wie ſein Bruder.

Eingabe: Beſchwerde der Stadt Frankfurt a. d. O. wegen Einquartierung. Reſolution: Das kann ja nicht anders ſein; ich kann das Regiment nicht in die Taſche ſtecken. Allein die Kaſernen werden wieder erbaut werden.

Eingabe: Geſuch des Kammerherrn Baron von Mül⸗ ler, das Aachener Bad gebrauchen zu dürfen. Reſolution: Was er da machen will? Er wird, was er noch übrig hat, dort verſpielenund wie ein Bettler zurückkommen.

Eingabe: Geſuch der Potsdam'ſchen Bäcker um Be⸗ willigung von Korn aus den Magazinen. Reſelution: Sie haben über 500 Wiſpel erhalten; es ſind Canaillen, der Magiſtrat muß ſie vorkriegen.

Eingabe: Der Kammerherr von***§ zeigt an, daß er für die den Prinzen von Dänemark zugeeignete Schrift über ſeine Genealogie eine Doſe und einen Brillantring bekommen habe. Reſolution: Ich gratulire, daß die Bettelei ſo gut reüſſirt.

Eingabe: Die Akademie der Wiſſenſchaften überreicht den erſten Theil ihresjournal littéraire. Reſolution: Die Reflexionen ſind ſehr ordinair, der Styl nicht der beſte.

Novellen⸗

Zeitung.

Eingabe: Das Schweidnitzer Dominikaner⸗Convent bit⸗ tet zur Reparirung ſeiner im letzten Kriege durch Bombarde⸗ ment und Belaſtung mit Getreidemagazin ruinirten Kirche 10,000 Thaler zu bewilligen. Reſolution: Patientia! Es ſind ſo viele Städte abgebrannt, die den Vorzug vor ei⸗ ner Kirche haben.

Eingabe: Der Bereiter Volny bittet, zur Belohnung des in England beſorgten Pferdekaufs, um Ernennung zum Stallmeiſter. Reſolution: Er hat bei ſeinem Einkaufe brav geſtohlen, er ſoll zufrieden ſein, daß ich dazu ſtille ſchweige; aber ihn dafür zum Stallmeiſter machen, ſo närriſch bin ich nicht.

Eingabe: Der Graf von Reder auf Hohenſtein bittet, ihn gegen den Ausſpruch der Juſtiz im Beſitz der Lehns⸗ güter zu ſchützen. Reſolution: Er kann keine Gewalt⸗ thätigkeit von mir fordern; meine Schuldigkeit iſt, die Ge⸗ ſetze zu unterſtützen, aber nicht, ſie umzuwerfen..

Ein kleines Manuſceript Jean Paul's.

Wir haben früher in dieſen Blättern ſo vieles über die literariſchen Denkwürdigkeiten jenes großen Poeten geſagt, daß wir es nicht unterlaſſen können, hier nachträglich ein klei⸗ nes Manuſcript von ihm mitzutheilen. Es iſt in ſeiner phantaſtiſch überſchwenglichen, aber von allgemeiner Men⸗ ſchenliebe und tiefer Religioſität zeigenden Manier und heißt der Traum und die Wahrheit. Jean Paul ſchrieb es in Baireuth 1797, zum Troſt am Todtenbette einer Freundin (Frau Conſiſtorialrath Ellrodt); der Dichter befand ſich da⸗ mals auf Beſuch in Baireuth und hatte eben ſeine Schriften Beweis für die Unſterblichkeit der Seele vollendet und be⸗ ſchäftigte ſich mit der Bearbeitung ſeinesHesperus. Das Manuſcript lautet:

Der Schlaf verbirgt die erſte Welt und ihre Nächte und Wunden und zeigt uns eine zweite und die Geſtalten, die wir

liebten und verloren, und Scenen, die zu groß für die kleine

Erde ſind. Ich war in der Inſel der Glückſeligen, in der zweiten Welt(ſo träumte mir), die Sterne waren näher, das Him⸗

melsblau lag auf den Blumen, alle Lüfte waren Töne, und Ruhe und Entzückung, die bei uns geſchieden ſind, wohnten

dort zuſammen. Und die Todten, um welche der Nebel des Lebens gefallen iſt, der den höheren Himmel verhüllte, ruhten wie ſanfte Abendſonnen im blauen Aether.

Siehe, dann zog die Erde unten aus der Tiefe auf ihrer laufünhg herauf, und der Frühling hatte ſie mit ſeinen Blü⸗ then und Knoſpen überdeckt. Als die Erde näher an die Inſel der Seligen kam, rief eine Stimme voll Liebe:Bli⸗ cket in eure alte Erde, ihr Todten, hinab, und ſeht die Ge⸗ liebten, die ihr verlaſſen, aber nicht vergeſſen habt.

Denn im Frühlinge zieht die Erde vor der ewigen Welt vorüber und vor den Seligen, deren Hülle in die Erdſcholle zurückgeſunken iſt. Und darum hat der arme Sterbliche im Frühlinge ſo viel Sehnen, ſo viel Ahnen und ſo viel Erinne⸗ rungen der verlornen Geliebten.

Nach der Stimme traten alle Seligen an's Ufer der überirdiſchen Inſel und ſuchten auf der bloßen Erde das Herz, das ſie geachtet hatten.

O, der Vater ſah nun ſeine Kinder voll Thränen und ſeine Gattin voll Schmerzen. Er fand die bleiche Geſtalt, deren zuckendes Herz nun ruht und deren feuchte Augen nun erkaltet und geſchloſſen ſind, in der würgenden Hand der

mauf

m er d Oual. ſe ſch cblite, d wie

derbluleke, arfalle nuin in die lud büſn wie ſte lub,. 6 relbr, das ih diln te l6 d jüte er Mute R kbende

mgk der li ſo ſun iger, la

und als er die Mattern und fewig an fein Warum wiine zure Eltern nach gle f na ldulp euch der dr ſcwarze zund der Verweſtn 3 Punden und die g lling werfe ſeine Bll Bon eurem die Th dankt, ſo ſaget euch iebet und Niemang weilt!

Eheſch

Ueber dieſen rine Folgendes u Nach den B. Firche darf man w ſaſſen, ſobald bei mund im Fall daß ſctloſſen wurde, d

DSte hüute verhind

alaubt. In der ſine Dame, die n mar, ſie war aber In äner beſchränt raatülich daraus,) dig bexegnen, und lichkei ds Charak ſandeniin allgem imnit anden Worter gefunden hat, ſo Freunde, und ane lihten jezigen Ger dann ihren ſüihe ſttellen. Es iſt

Dadrille mit ſe

einer Zeit in ſeir werheirathet gewem ſirdie Geſelligke Mmäinet zu ſein, wens in jenen Geg ichen duße, auf d under ſicen; denn der und Mütter f